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Bibel in einem Jahr (optional)

Gott kennenlernen · Band 1

Psalm 103; Psalm 104; Psalm 107; Psalm 108; Psalm 109

Tag 146 von 365 · Lutherbibel 1912

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Psalm 103 · 1/5
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Psalm 103

1Ein Psalm Davids. Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

2Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat:

3der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen,

4der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit,

5der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.

6Der HERR schafft Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden.

7Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun.

8Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.

9Er wird nicht immer hadern noch ewiglich Zorn halten.

10Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.

11Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten.

12So ferne der Morgen ist vom Abend, läßt er unsre Übertretungen von uns sein.

13Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, so ihn fürchten.

14Denn er kennt, was für ein Gemächte wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind.

15Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Feld;

16wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr.

17Die Gnade aber des HERRN währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind

18bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach tun.

19Der HERR hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrscht über alles.

20Lobet den HERRN, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seine Befehle ausrichtet, daß man höre auf die Stimme seines Wortes!

21Lobet den HERRN, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!

22Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!

Psalm 104

1Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt.

2Licht ist dein Kleid, das du anhast; du breitest aus den Himmel wie einen Teppich;

3Du wölbest es oben mit Wasser; du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen und gehst auf den Fittichen des Windes;

4der du machst Winde zu deinen Engeln und zu deinen Dienern Feuerflammen;

5der du das Erdreich gegründet hast auf seinem Boden, daß es bleibt immer und ewiglich.

6Mit der Tiefe deckst du es wie mit einem Kleide, und Wasser standen über den Bergen.

7Aber von deinem Schelten flohen sie, von deinem Donner fuhren sie dahin.

8Die Berge gingen hoch hervor, und die Täler setzten sich herunter zum Ort, den du ihnen gegründet hast.

9Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht und dürfen nicht wiederum das Erdreich bedecken.

10Du läßt Brunnen quellen in den Gründen, daß die Wasser zwischen den Bergen hinfließen,

11daß alle Tiere auf dem Felde trinken und das Wild seinen Durst lösche.

12An denselben sitzen die Vögel des Himmels und singen unter den Zweigen.

13Du feuchtest die Berge von obenher; du machst das Land voll Früchte, die du schaffest;

14du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, daß du Brot aus der Erde bringest,

15und daß der Wein erfreue des Menschen Herz, daß seine Gestalt schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke;

16daß die Bäume des HERRN voll Saft stehen, die Zedern Libanons, die er gepflanzt hat.

17Daselbst nisten die Vögel, und die Reiher wohnen auf den Tannen.

18Die hohen Berge sind der Gemsen Zuflucht, und die Steinklüfte der Kaninchen.

19Du hast den Mond gemacht, das Jahr darnach zu teilen; die Sonne weiß ihren Niedergang.

20Du machst Finsternis, daß es Nacht wird; da regen sich alle wilden Tiere,

21die jungen Löwen, die da brüllen nach dem Raub und ihre Speise suchen von Gott.

22Wenn aber die Sonne aufgeht, heben sie sich davon und legen sich in ihre Höhlen.

23So geht dann der Mensch aus an seine Arbeit und an sein Ackerwerk bis an den Abend.

24HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

25Das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, große und kleine Tiere.

26Daselbst gehen die Schiffe; da sind Walfische, die du gemacht hast, daß sie darin spielen.

27Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit.

28Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesättigt.

29Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub.

30Du lässest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du erneuest die Gestalt der Erde.

31Die Ehre des HERRN ist ewig; der HERR hat Wohlgefallen an seinen Werken.

32Er schaut die Erde an, so bebt sie; er rührt die Berge an, so rauchen sie.

33Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.

34Meine Rede müsse ihm wohl gefallen. Ich freue mich des HERRN.

35Der Sünder müsse ein Ende werden auf Erden, und die Gottlosen nicht mehr sein. Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja!

Psalm 107

1Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

2So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN, die er aus der Not erlöst hat

3und die er aus den Ländern zusammengebracht hat vom Aufgang, vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer.

4Die irregingen in der Wüste, in ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten,

5hungrig und durstig, und ihre Seele verschmachtete;

6die zum HERRN riefen in ihrer Not, und er errettete sie aus ihren Ängsten

7und führte sie einen richtigen Weg, daß sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konnten:

8die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

9daß er sättigt die durstige Seele und füllt die hungrige Seele mit Gutem.

10Die da sitzen mußten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen,

11darum daß sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren und das Gesetz des Höchsten geschändet hatten,

12dafür ihr Herz mit Unglück geplagt werden mußte, daß sie dalagen und ihnen niemand half;

13die zum HERRN riefen in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten

14und führte sie aus der Finsternis und Dunkel und zerriß ihre Bande:

15die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die an den Menschenkindern tut,

16daß er zerbricht eherne Türen und zerschlägt eiserne Riegel.

17Die Narren, so geplagt waren um ihrer Übertretung willen und um ihrer Sünden willen,

18daß ihnen ekelte vor aller Speise und sie todkrank wurden;

19die riefen zum HERRN in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten,

20er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, daß sie nicht starben:

21die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

22und Dank opfern und erzählen seine Werke mit Freuden.

23Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren und trieben ihren Handel in großen Wassern;

24die des HERRN Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer,

25wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob,

26und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund fuhren, daß ihre Seele vor Angst verzagte,

27daß sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wußten keinen Rat mehr;

28die zum HERRN schrieen in ihrer Not, und er führte sie aus ihren Ängsten

29und stillte das Ungewitter, daß die Wellen sich legten

30und sie froh wurden, daß es still geworden war und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch:

31die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

32und ihn bei der Gemeinde preisen und bei den Alten rühmen.

33Er machte Bäche trocken und ließ Wasserquellen versiegen,

34daß ein fruchtbar Land zur Salzwüste wurde um der Bosheit willen derer, die darin wohnten.

35Er machte das Trockene wiederum wasserreich und im dürren Lande Wasserquellen

36und hat die Hungrigen dahingesetzt, daß sie eine Stadt zurichten, da sie wohnen konnten,

37und Äcker besäen und Weinberge pflanzen möchten und die jährlichen Früchte gewönnen.

38Und er segnete sie, daß sie sich sehr mehrten, und gab ihnen viel Vieh.

39Sie waren niedergedrückt und geschwächt von dem Bösen, das sie gezwungen und gedrungen hatte.

40Er schüttete Verachtung auf die Fürsten und ließ sie irren in der Wüste, da kein Weg ist,

41und schützte den Armen vor Elend und mehrte sein Geschlecht wie eine Herde.

42Solches werden die Frommen sehen und sich freuen; und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.

43Wer ist weise und behält dies? So werden sie merken, wie viel Wohltaten der HERR erzeigt.

Psalm 108

1Ein Psalmlied Davids. Gott, es ist mein rechter Ernst; ich will singen und dichten, meine Ehre auch.

2Wohlauf, Psalter und Harfe! Ich will in der Frühe auf sein.

3Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern; ich will dir lobsingen unter den Leuten.

4Denn deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.

5Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Lande.

6Auf daß deine lieben Freunde erledigt werden, hilf mit deiner Rechten und erhöre mich!

7Gott redete in seinem Heiligtum, des bin ich froh, und will Sichem teilen und das Tal Sukkoth abmessen.

8Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist die Macht meines Hauptes, Juda ist mein Zepter,

9Moab ist mein Waschbecken, ich will meinen Schuh über Edom strecken, über die Philister will ich jauchzen.

10Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer wird mich leiten bis nach Edom?

11Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstößest und ziehest nicht aus, Gott, mit unserm Heer?

12Schaffe uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.

13Mit Gott wollen wir Taten tun; er wird unsre Feinde untertreten.

Psalm 109

1Ein Psalm Davids, vorzusingen. Gott, mein Ruhm, schweige nicht!

2Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul gegen mich aufgetan und reden wider mich mit falscher Zunge;

3und sie reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne Ursache.

4Dafür, daß ich sie liebe, sind sie wider mich; ich aber bete.

5Sie beweisen mir Böses um Gutes und Haß um Liebe.

6Setze Gottlose über ihn; und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten.

7Wenn er gerichtet wird, müsse er verdammt ausgehen, und sein Gebet müsse Sünde sein.

8Seiner Tage müssen wenige werden, und sein Amt müsse ein anderer empfangen.

9Seine Kinder müssen Waisen werden und sein Weib eine Witwe.

10Seine Kinder müssen in der Irre gehen und betteln und suchen, als die verdorben sind.

11Es müsse der Wucherer aussaugen alles, was er hat; und Fremde müssen seine Güter rauben.

12Und niemand müsse ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner Waisen.

13Seine Nachkommen müssen ausgerottet werden; ihr Name werde im andern Glied vertilgt.

14Seiner Väter Missetat müsse gedacht werden vor dem HERRN, und seiner Mutter Sünde müsse nicht ausgetilgt werden.

15Der HERR müsse sie nimmer aus den Augen lassen, und ihr Gedächtnis müsse ausgerottet werden auf Erden,

16darum daß er so gar keine Barmherzigkeit hatte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und Betrübten, daß er ihn tötete.

17Und er wollte den Fluch haben, der wird ihm auch kommen; er wollte den Segen nicht, so wird er auch ferne von ihm bleiben.

18Er zog an den Fluch wie sein Hemd; der ist in sein Inwendiges gegangen wie Wasser, und wie Öl in seine Gebeine;

19So werde er ihm wie ein Kleid, das er anhabe, und wie ein Gürtel, mit dem er allewege sich gürte.

20So geschehe denen vom HERRN, die mir zuwider sind und reden Böses wider meine Seele.

21Aber du, HERR Herr, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: errette mich!

22Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir.

23Ich fahre dahin wie ein Schatten, der vertrieben wird, und werde verjagt wie die Heuschrecken.

24Meine Kniee sind schwach von Fasten, und mein Fleisch ist mager und hat kein Fett.

25Und ich muß ihr Spott sein; wenn sie mich sehen, schütteln sie ihren Kopf.

26Stehe mir bei, HERR, mein Gott! hilf mir nach deiner Gnade,

27daß sie innewerden, daß dies sei deine Hand, daß du, HERR, solches tust.

28Fluchen sie, so segne du. Setzen sie sich wider mich, so sollen sie zu Schanden werden; aber dein Knecht müsse sich freuen.

29Meine Widersacher müssen mit Schmach angezogen werden und mit ihrer Schande bekleidet werden wie ein Rock.

30Ich will dem HERRN sehr danken mit meinem Munde und ihn rühmen unter vielen.

31Denn er steht dem Armen zur Rechten, daß er ihm helfe von denen, die sein Leben verurteilen.

Übersetzung: Lutherbibel 1912