Bibel in einem Jahr (optional)
Gott kennenlernen · Band 1
Sprüche 4–6
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Sprüche 4
1Höret, meine Kinder, die Zucht eures Vaters; merket auf, daß ihr lernt und klug werdet!
2Denn ich gebe euch eine gute Lehre; verlaßt mein Gesetz nicht.
3Denn ich war meines Vaters Sohn, ein zarter und ein einziger vor meiner Mutter.
4Und er lehrte mich und sprach: Laß dein Herz meine Worte aufnehmen; halte meine Gebote, so wirst du leben.
5Nimm an Weisheit, nimm an Verstand; vergiß nicht und weiche nicht von der Rede meines Mundes.
6Verlaß sie nicht, so wird sie dich bewahren; liebe sie, so wird sie dich behüten.
7Denn der Weisheit Anfang ist, wenn man sie gerne hört und die Klugheit lieber hat als alle Güter.
8Achte sie hoch, so wird sie dich erhöhen, und wird dich zu Ehren bringen, wo du sie herzest.
9Sie wird dein Haupt schön schmücken und wird dich zieren mit einer prächtigen Krone.
10So höre, mein Kind, und nimm an meine Rede, so werden deiner Jahre viel werden.
11Ich will dich den Weg der Weisheit führen; ich will dich auf rechter Bahn leiten,
12daß, wenn du gehst, dein Gang dir nicht sauer werde, und wenn du läufst, daß du nicht anstoßest.
13Fasse die Zucht, laß nicht davon; bewahre sie, denn sie ist dein Leben.
14Komm nicht auf der Gottlosen Pfad und tritt nicht auf den Weg der Bösen.
15Laß ihn fahren und gehe nicht darin; weiche von ihm und gehe vorüber.
16Denn sie schlafen nicht, sie haben denn Übel getan; und ruhen nicht, sie haben den Schaden getan.
17Denn sie nähren sich von gottlosem Brot und trinken vom Wein des Frevels.
18Aber der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht, das immer heller leuchtet bis auf den vollen Tag.
19Der Gottlosen Weg aber ist wie Dunkel; sie wissen nicht, wo sie fallen werden.
20Mein Sohn, merke auf meine Worte und neige dein Ohr zu meiner Rede.
21Laß sie nicht von deinen Augen fahren, behalte sie in deinem Herzen.
22Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und gesund ihrem ganzen Leibe.
23Behüte dein Herz mit allem Fleiß; denn daraus geht das Leben.
24Tue von dir den verkehrten Mund und laß das Lästermaul ferne von dir sein.
25Laß deine Augen stracks vor sich sehen und deine Augenlider richtig vor dir hin blicken.
26Laß deinen Fuß gleich vor sich gehen, so gehst du gewiß.
27Wanke weder zur Rechten noch zur Linken; wende deinen Fuß vom Bösen.
Sprüche 5
1Mein Kind, merke auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Lehre,
2daß du bewahrest guten Rat und dein Mund wisse Unterschied zu halten.
3Denn die Lippen der Hure sind süß wie Honigseim, und ihre Kehle ist glätter als Öl,
4aber hernach bitter wie Wermut und scharf wie ein zweischneidiges Schwert.
5Ihre Füße laufen zum Tod hinunter; ihre Gänge führen ins Grab.
6Sie geht nicht stracks auf dem Wege des Lebens; unstet sind ihre Tritte, daß sie nicht weiß, wo sie geht.
7So gehorchet mir nun, meine Kinder, und weichet nicht von der Rede meines Mundes.
8Laß deine Wege ferne von ihr sein, und nahe nicht zur Tür ihres Hauses,
9daß du nicht den Fremden gebest deine Ehre und deine Jahre dem Grausamen;
10daß sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen und deine Arbeit nicht sei in eines andern Haus,
11und müssest hernach seufzen, wenn du Leib und Gut verzehrt hast,
12und sprechen: “Ach, wie habe ich die Zucht gehaßt und wie hat mein Herz die Strafe verschmäht!
13wie habe ich nicht gehorcht der Stimme meiner Lehrer und mein Ohr nicht geneigt zu denen, die mich lehrten!
14Ich bin schier in alles Unglück gekommen vor allen Leuten und allem Volk.”
15Trink Wasser aus deiner Grube und Flüsse aus deinem Brunnen.
16Laß deine Brunnen herausfließen und die Wasserbäche auf die Gassen.
17Habe du aber sie allein, und kein Fremder mit dir.
18Dein Born sei gesegnet, und freue dich des Weibes deiner Jugend.
19Sie ist lieblich wie die Hinde und holdselig wie ein Reh. Laß dich ihre Liebe allezeit sättigen und ergötze dich allewege in ihrer Liebe.
20Mein Kind, warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest eine andere?
21Denn jedermanns Wege sind offen vor dem HERRN, und er mißt alle ihre Gänge.
22Die Missetat des Gottlosen wird ihn fangen, und er wird mit dem Strick seiner Sünde gehalten werden.
23Er wird sterben, darum daß er sich nicht will ziehen lassen; und um seiner großen Torheit willen wird's ihm nicht wohl gehen.
Sprüche 6
1Mein Kind, wirst du Bürge für deinen Nächsten und hast deine Hand bei einem Fremden verhaftet,
2so bist du verknüpft durch die Rede deines Mundes und gefangen mit den Reden deines Mundes.
3So tue doch, mein Kind, also und errette dich, denn du bist deinem Nächsten in die Hände gekommen: eile, dränge und treibe deinen Nächsten.
4Laß deine Augen nicht schlafen, noch deinen Augenlider schlummern.
5Errette dich wie ein Reh von der Hand und wie eine Vogel aus der Hand des Voglers.
6Gehe hin zur Ameise, du Fauler; siehe ihre Weise an und lerne!
7Ob sie wohl keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat,
8bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.
9Wie lange liegst du, Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?
10Ja, schlafe noch ein wenig, schlummere ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, daß du schlafest,
11so wird dich die Armut übereilen wie ein Fußgänger und der Mangel wie ein gewappneter Mann.
12Ein heilloser Mensch, ein schädlicher Mann geht mit verstelltem Munde,
13winkt mit Augen, deutet mit Füßen, zeigt mit Fingern,
14trachtet allezeit Böses und Verkehrtes in seinem Herzen und richtet Hader an.
15Darum wird ihm plötzlich sein Verderben kommen, und er wird schnell zerbrochen werden, da keine Hilfe dasein wird.
16Diese sechs Stücke haßt der HERR, und am siebenten hat er einen Greuel:
17hohe Augen, falsche Zunge, Hände, die unschuldig Blut vergießen,
18Herz, das mit böser Tücke umgeht, Füße, die behend sind, Schaden zu tun,
19falscher Zeuge, der frech Lügen redet und wer Hader zwischen Brüdern anrichtet.
20Mein Kind, bewahre die Gebote deines Vaters und laß nicht fahren das Gesetz deiner Mutter.
21Binde sie zusammen auf dein Herz allewege und hänge sie an deinen Hals,
22wenn du gehst, daß sie dich geleiten; wenn du dich legst, daß sie dich bewahren; wenn du aufwachst, daß sie zu dir sprechen.
23Denn das Gebot ist eine Leuchte und das Gesetz ein Licht, und die Strafe der Zucht ist ein Weg des Lebens,
24auf daß du bewahrt werdest vor dem bösen Weibe, vor der glatten Zunge der Fremden.
25Laß dich ihre Schöne nicht gelüsten in deinem Herzen und verfange dich nicht an ihren Augenlidern.
26Denn eine Hure bringt einen ums Brot; aber eines andern Weib fängt das edle Leben.
27Kann auch jemand ein Feuer im Busen behalten, daß seine Kleider nicht brennen?
28Wie sollte jemand auf Kohlen gehen, daß seine Füße nicht verbrannt würden?
29Also gehet's dem, der zu seines Nächsten Weib geht; es bleibt keiner ungestraft, der sie berührt.
30Es ist einem Diebe nicht so große Schmach, ob er stiehlt, seine Seele zu sättigen, weil ihn hungert;
31und ob er ergriffen wird, gibt er's siebenfältig wieder und legt dar alles Gut in seinem Hause.
32Aber wer mit einem Weibe die Ehe bricht, der ist ein Narr; der bringt sein Leben ins Verderben.
33Dazu trifft ihn Plage und Schande, und seine Schande wird nicht ausgetilgt.
34Denn der Grimm des Mannes eifert, und schont nicht zur Zeit der Rache
35und sieht keine Person an, die da versöhne, und nimmt's nicht an, ob du viel schenken wolltest.
Übersetzung: Lutherbibel 1912