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Bibel in einem Jahr (optional)

Gott kennenlernen · Band 1

Sprüche 25–27

Tag 165 von 365 · Lutherbibel 1912

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Sprüche 25 · 1/3
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Sprüche 25

1Dies sind auch Sprüche Salomos, die hinzugesetzt haben die Männer Hiskias, des Königs in Juda.

2Es ist Gottes Ehre, eine Sache verbergen; aber der Könige Ehre ist's, eine Sache zu erforschen.

3Der Himmel ist hoch und die Erde tief; aber der Könige Herz ist unerforschlich.

4Man tue den Schaum vom Silber, so wird ein reines Gefäß daraus.

5Man tue den Gottlosen hinweg vor dem König, so wird sein Thron mit Gerechtigkeit befestigt.

6Prange nicht vor dem König und tritt nicht an den Ort der Großen.

7Denn es ist dir besser, daß man zu dir sage: Tritt hier herauf! als daß du vor dem Fürsten erniedrigt wirst, daß es deine Augen sehen müssen.

8Fahre nicht bald heraus, zu zanken; denn was willst du hernach machen, wenn dich dein Nächster beschämt hat?

9Führe deine Sache mit deinem Nächsten, und offenbare nicht eines andern Heimlichkeit,

10auf daß nicht übel von dir spreche, der es hört, und dein böses Gerücht nimmer ablasse.

11Ein Wort geredet zu seiner Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.

12Wer einem Weisen gehorcht, der ihn straft, das ist wie ein goldenes Stirnband und goldenes Halsband.

13Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein treuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und labt seines Herrn Seele.

14Wer viel verspricht und hält nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.

15Durch Geduld wird ein Fürst versöhnt, und eine linde Zunge bricht die Härtigkeit.

16Findest du Honig, so iß davon, so viel dir genug ist, daß du nicht zu satt wirst und speiest ihn aus.

17Entzieh deinen Fuß vom Hause deines Nächsten; er möchte dein überdrüssig und dir gram werden.

18Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist ein Spieß, Schwert und scharfer Pfeil.

19Die Hoffnung auf einen Treulosen zur Zeit der Not ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.

20Wer einem betrübten Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt am kalten Tage, und wie Essig auf der Kreide.

21Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser.

22Denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir's vergelten.

23Der Nordwind bringt Ungewitter, und die heimliche Zunge macht saures Angesicht.

24Es ist besser, im Winkel auf dem Dach sitzen denn bei einem zänkischen Weibe in einem Haus beisammen.

25Eine gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kalt Wasser einer durstigen Seele.

26Ein Gerechter, der vor einem Gottlosen fällt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.

27Wer zuviel Honig ißt, das ist nicht gut; und wer schwere Dinge erforscht, dem wird's zu schwer.

28Ein Mann, der seinen Geist nicht halten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.

Sprüche 26

1Wie der Schnee im Sommer und Regen in der Ernte, also reimt sich dem Narren die Ehre nicht.

2Wie ein Vogel dahinfährt und eine Schwalbe fliegt, also ein unverdienter Fluch trifft nicht.

3Dem Roß eine Geißel und dem Esel einen Zaum und dem Narren eine Rute auf den Rücken!

4Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit, daß du ihm nicht auch gleich werdest.

5Antworte aber dem Narren nach seiner Narrheit, daß er sich nicht weise lasse dünken.

6Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie ein Lahmer an den Füßen und nimmt Schaden.

7Wie einem Krüppel das Tanzen, also steht den Narren an, von Weisheit zu reden.

8Wer einem Narren Ehre antut, das ist, als wenn einer einen edlen Stein auf den Rabenstein würfe.

9Ein Spruch in eines Narren Mund ist wie ein Dornzweig, der in eines Trunkenen Hand sticht.

10Ein guter Meister macht ein Ding recht; aber wer einen Stümper dingt, dem wird's verderbt.

11Wie ein Hund sein Gespeites wieder frißt, also ist der Narr, der seine Narrheit wieder treibt.

12Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist an einem Narren mehr Hoffnung denn an ihm.

13Der Faule spricht: Es ist ein junger Löwe auf dem Wege und ein Löwe auf den Gassen.

14Ein Fauler wendet sich im Bette wie die Tür in der Angel.

15Der Faule verbirgt seine Hand in dem Topf, und wird ihm sauer, daß er sie zum Munde bringe.

16Ein Fauler dünkt sich weiser denn sieben, die da Sitten lehren.

17Wer vorgeht und sich mengt in fremden Hader, der ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.

18Wie ein Unsinniger mit Geschoß und Pfeilen schießt und tötet,

19also tut ein falscher Mensch mit seinem Nächsten und spricht danach: Ich habe gescherzt.

20Wenn nimmer Holz da ist, so verlischt das Feuer; und wenn der Verleumder weg ist, so hört der Hader auf.

21Wie die Kohlen eine Glut und Holz ein Feuer, also facht ein zänkischer Mann Hader an.

22Die Worte des Verleumders sind wie Schläge, und sie gehen durchs Herz.

23Brünstige Lippen und ein böses Herz ist wie eine Scherbe, mit Silberschaum überzogen.

24Der Feind verstellt sich mit seiner Rede, und im Herzen ist er falsch.

25Wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Greuel in seinem Herzen.

26Wer den Haß heimlich hält, Schaden zu tun, des Bosheit wird vor der Gemeinde offenbar werden.

27Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.

28Eine falsche Zunge haßt den, der sie straft; und ein Heuchelmaul richtet Verderben an.

Sprüche 27

1Rühme dich nicht des morgenden Tages; denn du weißt nicht, was heute sich begeben mag.

2Laß dich einen andern loben, und nicht deinen Mund, einen Fremden, und nicht deine eigenen Lippen.

3Stein ist schwer und Sand ist Last; aber des Narren Zorn ist schwerer denn die beiden.

4Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor dem Neid bestehen?

5Offene Strafe ist besser denn heimliche Liebe.

6Die Schläge des Liebhabers meinen's recht gut; aber die Küsse des Hassers sind gar zu reichlich.

7Eine satte Seele zertritt wohl Honigseim; aber einer hungrigen Seele ist alles Bittere süß.

8Wie ein Vogel, der aus seinem Nest weicht, also ist, wer von seiner Stätte weicht.

9Das Herz erfreut sich an Salbe und Räuchwerk; aber ein Freund ist lieblich um Rats willen der Seele.

10Deinen Freund und deines Vaters Freund verlaß nicht, und gehe nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht; denn dein Nachbar in der Nähe ist besser als dein Bruder in der Ferne.

11Sei weise, mein Sohn, so freut sich mein Herz, so will ich antworten dem, der mich schmäht.

12Ein Kluger sieht das Unglück und verbirgt sich; aber die Unverständigen gehen hindurch und leiden Schaden.

13Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um der Fremden willen.

14Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, das wird ihm für einen Fluch gerechnet.

15Ein zänkisches Weib und stetiges Triefen, wenn's sehr regnet, werden wohl miteinander verglichen.

16Wer sie aufhält, der hält den Wind und will das Öl mit der Hand fassen.

17Ein Messer wetzt das andere und ein Mann den andern.

18Wer seinen Feigenbaum bewahrt, der ißt Früchte davon; und wer seinen Herrn bewahrt, wird geehrt.

19Wie das Spiegelbild im Wasser ist gegenüber dem Angesicht, also ist eines Menschen Herz gegenüber dem andern.

20Hölle und Abgrund werden nimmer voll, und der Menschen Augen sind auch unersättlich.

21Ein Mann wird durch den Mund des, der ihn lobt, bewährt wie Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.

22Wenn du den Narren im Mörser zerstießest mit dem Stämpel wie Grütze, so ließe doch seine Narrheit nicht von ihm.

23Auf deine Schafe habe acht und nimm dich deiner Herden an.

24Denn Gut währt nicht ewiglich, und die Krone währt nicht für und für.

25Das Heu ist weggeführt, und wiederum ist Gras da und wird Kraut auf den Bergen gesammelt.

26Die Lämmer kleiden dich und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen.

27Du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Dirnen.

Übersetzung: Lutherbibel 1912