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Band 1 · Tag 255 von 365

Auch Feinde lieben

Monat 9: Hüte dein Herz — Jesus gleich werden · Biblische Geschichte

⏱ ≈ 12 Min. gemeinsam

Heutiger Bibeltext

Lesen wir gemeinsam: Matthäus 5:43–48

43 Ihr habt gehört, daß gesagt ist: “Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.” 44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, 45 auf daß ihr Kinder seid eures Vater im Himmel; denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? 47 Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr Sonderliches? Tun nicht die Zöllner auch also? 48 Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

Merkvers

Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen,Matthäus 5:44 (Lutherbibel 1912)

📖 Die Bibel in einem Jahr (optional)

Heutige Lesung: Daniel 4–6

Die ganze Bibel in einem Jahr lesen — tut dies, wenn ihr etwas mehr Zeit habt. (Etwa Tag 255 von 365 — Daniel im Löwengraben — Gott bewahrt die Treuen.)

Worum es geht

Auf dem Berg sagte Jesus etwas, das niemand erwartete. Die Menschen damals hatten gelernt: „Liebe deinen Nächsten und hasse deinen Feind.“ Die zu lieben, die dich lieben, ist leicht — das tut sogar der gemeinste Mensch auf der Erde! Aber Jesus streckte seine Hand weit aus und sagte: „Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen.“ Das ist der auf den Kopf gestellte, schöne Weg des Reiches Gottes. Er hütet unsere Herzen davor, hart und bitter zu werden, und lässt uns unserem Vater im Himmel ähnlich sehen.

Und genau deshalb sagte Jesus es. Er wies zum Himmel hinauf: Gott „lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ Jeden Morgen wacht dein Feind im selben warmen Sonnenschein auf wie du — weil Gott großzügig ist, selbst gegenüber Menschen, die ihn ignorieren. Wenn wir die Schwer-Liebbaren lieben, handeln wir wie Kinder unseres himmlischen Vaters und zeigen die Familienähnlichkeit. Jesus konnte das von uns verlangen, weil er es tat: vom Kreuz betete er: „Vater, vergib ihnen“ () für die, die ihn festnagelten. Wir lieben unsere Feinde nicht, indem wir die Zähne zusammenbeißen — wir lieben sie, weil wir zuerst geliebt wurden.

Rund um den Tisch

Die Kleinen 3–6

Jesus sagt: Sei freundlich, selbst wenn jemand gemein zu dir ist. So handeln Gottes Kinder!

Lasst es uns tun: Stellt euch vor, jemand hätte euer Spielzeug genommen. Übt zu sagen: „Schon gut — ich vergebe dir“ — mit einem Lächeln.

Die Mittleren 7–9

Jeder kann seine Freunde lieben. Jesus ruft uns, auch Menschen zu lieben, die unfreundlich zu uns sind.

Reden wir darüber: Wer ist gerade schwer zu lieben — und was ist eine freundliche Sache, die du für ihn tun könntest?

Die Großen 10–13

Feinde lieben ist kein warmes Gefühl, das wir aufbauen; es ist die Entscheidung zu segnen, Gutes zu tun und zu beten — so wie unser Vater es für alle tut.

Gehen wir tiefer: Jesus liebte seine Feinde bis zum Kreuz. Wie macht es diesen Befehl möglich, dass du von ihm vergeben bist?

💬 Gesprächsanstoß

Was ist schwerer — sich bei jemandem zu entschuldigen oder freundlich zu sein, obwohl er sich noch nicht entschuldigt hat? Warum?

🛡️ Den Glauben verteidigen

Kein anderer Lehrer in der Geschichte gründete einen Glauben auf Feindesliebe und Gebet für Verfolger — und lebte es bis in seinen eigenen Tod hinein. Diese radikale, hingebende Liebe ist ein starkes Zeichen, dass das Evangelium nicht menschlicher Erfindung entsprang, sondern von Gott kam ().

Für Papa · Zum Vertiefen

„Liebet eure Feinde“ ist als Selbsthilferegel unmöglich und ergibt nur Sinn als Evangeliumsfrucht. Wir vergeben, weil wir massiv vergeben wurden; wir segnen, weil wir über alle Maßen gesegnet wurden. Hüte hier dein eigenes Herz, Papa — die Menschen, die uns am ehesten zu unheiligem Zorn reizen, wohnen unter unserem Dach und an unserem Arbeitsplatz, nicht hinter feindlichen Linien. Wie du über den unhöflichen Nachbarn, den schwierigen Verwandten oder den Kollegen redest, der dir Unrecht tat, lehrt deine Kinder, ob echt ist oder nur schöne Worte. Strebe nach dem, was Jesus „vollkommen“ nennt (V. 48) — vollständiger, reifer Liebe, die nicht bei den leichten Fällen stehen bleibt. Lass den Geist sie in dir wachsen, bevor du sie von deinen Kindern verlangst.

Inspiriert von: Tony Evans, The Tony Evans Bible Commentary.

Lasst uns zusammen beten

„Vater, du bist freundlich, selbst gegenüber denen, die dich ignorieren. Lass dieselbe Liebe in uns wachsen. Hilf uns zu segnen und zu beten für die Menschen, die schwer zu lieben sind — so wie Jesus es für uns tat. In Jesu Namen, Amen.“

Nimm es mit

Ich kann auch die Schwer-Liebbaren lieben, weil mein Vater mich zuerst geliebt hat.