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Bibel in einem Jahr (optional)

Jesus folgen · Band 2

Hiob 2–4

Tag 135 von 365 · Lutherbibel 1912

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Hiob 2 · 1/3
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Hiob 2

1Es begab sich aber des Tages, da die Kinder Gottes kamen und traten vor den HERRN, daß der Satan auch unter ihnen kam und vor den HERRN trat.

2Da sprach der HERR zu dem Satan: Wo kommst du her? Der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Ich habe das Land umher durchzogen.

3Der HERR sprach zu dem Satan: Hast du nicht acht auf meinen Knecht Hiob gehabt? Denn es ist seinesgleichen im Lande nicht, schlecht und recht, gottesfürchtig und meidet das Böse und hält noch fest an seiner Frömmigkeit; du aber hast mich bewogen, daß ich ihn ohne Ursache verderbt habe.

4Der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Haut für Haut; und alles was ein Mann hat, läßt er für sein Leben.

5Aber recke deine Hand aus und taste sein Gebein und Fleisch an: was gilt's, er wird dir ins Angesicht absagen?

6Der HERR sprach zu dem Satan: Siehe da, er ist in deiner Hand; doch schone seines Lebens!

7Da fuhr der Satan aus vom Angesicht des HERRN und schlug Hiob mit bösen Schwären von der Fußsohle an bis auf seinen Scheitel.

8Und er nahm eine Scherbe und schabte sich und saß in der Asche.

9Und sein Weib sprach zu ihm: Hältst du noch fest an deiner Frömmigkeit? Ja, sage Gott ab und stirb!

10Er aber sprach zu ihr: Du redest, wie die närrischen Weiber reden. Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? In diesem allem versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.

11Da aber die drei Freunde Hiobs hörten all das Unglück, das über ihn gekommen war, kamen sie, ein jeglicher aus seinem Ort: Eliphas von Theman, Bildad von Suah und Zophar von Naema. Denn sie wurden eins, daß sie kämen, ihn zu beklagen und zu trösten.

12Und da sie ihre Augen aufhoben von ferne, kannten sie ihn nicht und hoben auf ihre Stimme und weinten, und ein jeglicher zerriß sein Kleid, und sie sprengten Erde auf ihr Haupt gen Himmel

13und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, daß der Schmerz sehr groß war.

Hiob 3

1Darnach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag.

2Und Hiob sprach:

3Der Tag müsse verloren sein, darin ich geboren bin, und die Nacht, welche sprach: Es ist ein Männlein empfangen!

4Derselbe Tag müsse finster sein, und Gott von obenherab müsse nicht nach ihm fragen; kein Glanz müsse über ihn scheinen!

5Finsternis und Dunkel müssen ihn überwältigen, und dicke Wolken müssen über ihm bleiben, und der Dampf am Tage mache ihn gräßlich!

6Die Nacht müsse Dunkel einnehmen; sie müsse sich nicht unter den Tagen des Jahres freuen noch in die Zahl der Monden kommen!

7Siehe, die Nacht müsse einsam sein und kein Jauchzen darin sein!

8Es müssen sie verfluchen die Verflucher des Tages und die da bereit sind, zu erregen den Leviathan!

9Ihre Sterne müssen finster sein in ihrer Dämmerung; sie hoffe aufs Licht, und es komme nicht, und müsse nicht sehen die Wimpern der Morgenröte,

10darum daß sie nicht verschlossen hat die Tür des Leibes meiner Mutter und nicht verborgen das Unglück vor meinen Augen!

11Warum bin ich nicht gestorben von Mutterleib an? Warum bin ich nicht verschieden, da ich aus dem Leibe kam?

12Warum hat man mich auf den Schoß gesetzt? Warum bin ich mit Brüsten gesäugt?

13So läge ich doch nun und wäre still, schliefe und hätte Ruhe

14mit den Königen und Ratsherren auf Erden, die das Wüste bauen,

15oder mit den Fürsten, die Gold haben und deren Häuser voll Silber sind.

16Oder wie eine unzeitige Geburt, die man verborgen hat, wäre ich gar nicht, wie Kinder, die das Licht nie gesehen haben.

17Daselbst müssen doch aufhören die Gottlosen mit Toben; daselbst ruhen doch, die viel Mühe gehabt haben.

18Da haben doch miteinander Frieden die Gefangenen und hören nicht die Stimme des Drängers.

19Da sind beide, klein und groß, und der Knecht ist frei von seinem Herrn.

20Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen und das Leben den betrübten Herzen

21(die des Todes warten, und er kommt nicht, und grüben ihn wohl aus dem Verborgenen,

22die sich sehr freuten und fröhlich wären, wenn sie ein Grab bekämen),

23dem Manne, dessen Weg verborgen ist und vor ihm von Gott verzäunt ward?

24Denn wenn ich essen soll, muß ich seufzen, und mein Heulen fährt heraus wie Wasser.

25Denn was ich gefürchtet habe ist über mich gekommen, und was ich sorgte, hat mich getroffen.

26War ich nicht glückselig? War ich nicht fein stille? Hatte ich nicht gute Ruhe? Und es kommt solche Unruhe!

Hiob 4

1Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:

2Du hast's vielleicht nicht gern, so man versucht, mit dir zu reden; aber wer kann sich's enthalten?

3Siehe, du hast viele unterwiesen und lässige Hände gestärkt;

4deine Rede hat die Gefallenen aufgerichtet, und die bebenden Kniee hast du gekräftigt.

5Nun aber es an dich kommt, wirst du weich; und nun es dich trifft, erschrickst du.

6Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost, deine Hoffnung die Unsträflichkeit deiner Wege?

7Gedenke doch, wo ist ein Unschuldiger umgekommen? oder wo sind die Gerechten je vertilgt?

8Wie ich wohl gesehen habe: die da Mühe pflügen und Unglück säten, ernteten es auch ein;

9durch den Odem Gottes sind sie umgekommen und vom Geist seines Zorns vertilgt.

10Das Brüllen der Löwen und die Stimme der großen Löwen und die Zähne der jungen Löwen sind zerbrochen.

11Der Löwe ist umgekommen, daß er nicht mehr raubt, und die Jungen der Löwin sind zerstreut.

12Und zu mir ist gekommen ein heimlich Wort, und mein Ohr hat ein Wörtlein davon empfangen.

13Da ich Gesichte betrachtete in der Nacht, wenn der Schlaf auf die Leute fällt,

14da kam mich Furcht und Zittern an, und alle meine Gebeine erschraken.

15Und da der Geist an mir vorüberging standen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe.

16Da stand ein Bild vor meinen Augen, und ich kannte seine Gestalt nicht; es war still, und ich hörte eine Stimme:

17Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott? oder ein Mann rein sein vor dem, der ihn gemacht hat?

18Siehe, unter seinen Knechten ist keiner ohne Tadel, und seine Boten zeiht er der Torheit:

19wie viel mehr die in Lehmhäusern wohnen und auf Erde gegründet sind und werden von Würmern gefressen!

20Es währt vom Morgen bis an den Abend, so werden sie zerschlagen; und ehe sie es gewahr werden, sind sie gar dahin,

21und ihre Nachgelassenen vergehen und sterben auch unversehens.

Übersetzung: Lutherbibel 1912