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Bibel in einem Jahr (optional)

Jesus folgen · Band 2

Hiob 15–17

Tag 139 von 365 · Lutherbibel 1912

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Hiob 15 · 1/3
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Hiob 15

1Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:

2Soll ein weiser Mann so aufgeblasene Worte reden und seinen Bauch so blähen mit leeren Reden?

3Du verantwortest dich mit Worten, die nicht taugen, und dein Reden ist nichts nütze.

4Du hast die Furcht fahren lassen und redest verächtlich vor Gott.

5Denn deine Missetat lehrt deinen Mund also, und hast erwählt eine listige Zunge.

6Dein Mund verdammt dich, und nicht ich; deine Lippen zeugen gegen dich.

7Bist du der erste Mensch geboren? bist du vor allen Hügeln empfangen?

8Hast du Gottes heimlichen Rat gehört und die Weisheit an dich gerissen?

9Was weißt du, das wir nicht wissen? was verstehst du, das nicht bei uns sei?

10Es sind Graue und Alte unter uns, die länger gelebt haben denn dein Vater.

11Sollten Gottes Tröstungen so gering vor dir gelten und ein Wort, in Lindigkeit zu dir gesprochen?

12Was nimmt dein Herz vor? was siehst du so stolz?

13Was setzt sich dein Mut gegen Gott, daß du solche Reden aus deinem Munde lässest?

14Was ist ein Mensch, daß er sollte rein sein, und daß er sollte gerecht sein, der von einem Weibe geboren ist?

15Siehe, unter seinen Heiligen ist keiner ohne Tadel, und die im Himmel sind nicht rein vor ihm.

16Wie viel weniger ein Mensch, der ein Greuel und schnöde ist, der Unrecht säuft wie Wasser.

17Ich will dir's zeigen, höre mir zu, und ich will dir erzählen, was ich gesehen habe,

18was die Weisen gesagt haben und ihren Vätern nicht verhohlen gewesen ist,

19welchen allein das Land gegeben war, daß kein Fremder durch sie gehen durfte:

20“Der Gottlose bebt sein Leben lang, und dem Tyrannen ist die Zahl seiner Jahre verborgen.

21Was er hört, das schreckt ihn; und wenn's gleich Friede ist, fürchtet er sich, der Verderber komme,

22glaubt nicht, daß er möge dem Unglück entrinnen, und versieht sich immer des Schwerts.

23Er zieht hin und her nach Brot, und es dünkt ihn immer, die Zeit seines Unglücks sei vorhanden.

24Angst und Not schrecken ihn und schlagen ihn nieder wie ein König mit seinem Heer.

25Denn er hat seine Hand wider Gott gestreckt und sich wider den Allmächtigen gesträubt.

26Er läuft mit dem Kopf an ihn und ficht halsstarrig wider ihn.

27Er brüstet sich wie ein fetter Wanst und macht sich feist und dick.

28Er wohnt in verstörten Städten, in Häusern, da man nicht bleiben darf, die auf einem Haufen liegen sollen.

29Er wird nicht reich bleiben, und sein Gut wird nicht bestehen, und sein Glück wird sich nicht ausbreiten im Lande.

30Unfall wird nicht von ihm lassen. Die Flamme wird seine Zweige verdorren, und er wird ihn durch den Odem seines Mundes wegnehmen.

31Er wird nicht bestehen, denn er ist in seinem eiteln Dünkel betrogen; und eitel wird sein Lohn werden.

32Er wird ein Ende nehmen vor der Zeit; und sein Zweig wird nicht grünen.

33Er wird abgerissen werden wie eine unzeitige Traube vom Weinstock, und wie ein Ölbaum seine Blüte abwirft.

34Denn der Heuchler Versammlung wird einsam bleiben; und das Feuer wird fressen die Hütten derer, die Geschenke nehmen.

35Sie gehen schwanger mit Unglück und gebären Mühsal, und ihr Schoß bringt Trug.”

Hiob 16

1Hiob antwortete und sprach:

2Ich habe solches oft gehört. Ihr seid allzumal leidige Tröster!

3Wollen die leeren Worte kein Ende haben? Oder was macht dich so frech, also zu reden?

4Ich könnte auch wohl reden wie ihr. Wäre eure Seele an meiner Statt, so wollte ich auch Worte gegen euch zusammenbringen und mein Haupt also über euch schütteln.

5Ich wollte euch stärken mit dem Munde und mit meinen Lippen trösten.

6Aber wenn ich schon rede, so schont mein der Schmerz nicht; lasse ich's anstehen so geht er nicht von mir.

7Nun aber macht er mich müde und verstört alles, was ich bin.

8Er hat mich runzlig gemacht, das zeugt wider mich; und mein Elend steht gegen mich auf und verklagt mich ins Angesicht.

9Sein Grimm zerreißt, und der mir gram ist, beißt die Zähne über mich zusammen; mein Widersacher funkelt mit seinen Augen auf mich.

10Sie haben ihren Mund aufgesperrt gegen mich und haben mich schmählich auf meine Backen geschlagen; sie haben ihren Mut miteinander an mir gekühlt.

11Gott hat mich übergeben dem Ungerechten und hat mich in der Gottlosen Hände kommen lassen.

12Ich war in Frieden, aber er hat mich zunichte gemacht; er hat mich beim Hals genommen und zerstoßen und hat mich zum Ziel aufgerichtet.

13Er hat mich umgeben mit seinen Schützen; er hat meine Nieren gespalten und nicht verschont; er hat meine Galle auf die Erde geschüttet.

14Er hat mir eine Wunde über die andere gemacht; er ist an mich gelaufen wie ein Gewaltiger.

15Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und habe mein Horn in den Staub gelegt.

16Mein Antlitz ist geschwollen von Weinen, und meine Augenlider sind verdunkelt,

17wiewohl kein Frevel in meiner Hand ist und mein Gebet ist rein.

18Ach Erde, bedecke mein Blut nicht! und mein Geschrei finde keine Ruhestätte!

19Auch siehe da, meine Zeuge ist mein Himmel; und der mich kennt, ist in der Höhe.

20Meine Freunde sind meine Spötter; aber mein Auge tränt zu Gott,

21daß er entscheiden möge zwischen dem Mann und Gott, zwischen dem Menschenkind und seinem Freunde.

22Denn die bestimmten Jahre sind gekommen, und ich gehe hin des Weges, den ich nicht wiederkommen werde.

Hiob 17

1Mein Odem ist schwach, und meine Tage sind abgekürzt; das Grab ist da.

2Fürwahr, Gespött umgibt mich, und auf ihrem Hadern muß mein Auge weilen.

3Sei du selber mein Bürge bei dir; wer will mich sonst vertreten?

4Denn du hast ihrem Herzen den Verstand verborgen; darum wirst du ihnen den Sieg geben.

5Es rühmt wohl einer seinen Freunden die Ausbeute; aber seiner Kinder Augen werden verschmachten.

6Er hat mich zum Sprichwort unter den Leuten gemacht, und ich muß mir ins Angesicht speien lassen.

7Mein Auge ist dunkel geworden vor Trauern, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten.

8Darüber werden die Gerechten sich entsetzen, und die Unschuldigen werden sich entrüsten gegen die Heuchler.

9Aber der Gerechte wird seinen Weg behalten; und wer reine Hände hat, wird an Stärke zunehmen.

10Wohlan, so kehrt euch alle her und kommt; ich werde doch keinen Weisen unter euch finden.

11Meine Tage sind vergangen; meine Anschläge sind zerrissen, die mein Herz besessen haben.

12Sie wollen aus der Nacht Tag machen und aus dem Tage Nacht.

13Wenn ich gleich lange harre, so ist doch bei den Toten mein Haus, und in der Finsternis ist mein Bett gemacht;

14Die Verwesung heiße ich meinen Vater und die Würmer meine Mutter und meine Schwester:

15was soll ich denn harren? und wer achtet mein Hoffen?

16Hinunter zu den Toten wird es fahren und wird mit mir in dem Staub liegen.

Übersetzung: Lutherbibel 1912