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Bibel in einem Jahr (optional)

Jesus folgen · Band 2

Hiob 18–20

Tag 140 von 365 · Lutherbibel 1912

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Hiob 18 · 1/3
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Hiob 18

1Da antwortete Bildad von Suah und sprach:

2Wann wollt ihr der Reden ein Ende machen? Merkt doch; darnach wollen wir reden.

3Warum werden wir geachtet wie Vieh und sind so unrein vor euren Augen?

4Willst du vor Zorn bersten? Meinst du, daß um deinetwillen die Erde verlassen werde und der Fels von seinem Ort versetzt werde?

5Und doch wird das Licht der Gottlosen verlöschen, und der Funke seines Feuers wird nicht leuchten.

6Das Licht wird finster werden in seiner Hütte, und seine Leuchte über ihm verlöschen.

7Seine kräftigen Schritte werden in die Enge kommen, und sein Anschlag wird ihn fällen.

8Denn er ist mit seinen Füßen in den Strick gebracht und wandelt im Netz.

9Der Strick wird seine Ferse halten, und die Schlinge wird ihn erhaschen.

10Sein Strick ist gelegt in die Erde, und seine Falle auf seinem Gang.

11Um und um wird ihn schrecken plötzliche Furcht, daß er nicht weiß, wo er hinaus soll.

12Hunger wird seine Habe sein, und Unglück wird ihm bereit sein und anhangen.

13Die Glieder seines Leibes werden verzehrt werden; seine Glieder wird verzehren der Erstgeborene des Todes.

14Seine Hoffnung wird aus seiner Hütte ausgerottet werden, und es wird ihn treiben zum König des Schreckens.

15In seiner Hütte wird nichts bleiben; über seine Stätte wird Schwefel gestreut werden.

16Von unten werden verdorren seine Wurzeln, und von oben abgeschnitten seine Zweige.

17Sein Gedächtnis wird vergehen in dem Lande, und er wird keinen Namen haben auf der Gasse.

18Er wird vom Licht in die Finsternis vertrieben und vom Erdboden verstoßen werden.

19Er wird keine Kinder haben und keine Enkel unter seinem Volk; es wird ihm keiner übrigbleiben in seinen Gütern.

20Die nach ihm kommen, werden sich über seinen Tag entsetzen; und die vor ihm sind, wird eine Furcht ankommen.

21Das ist die Wohnung des Ungerechten; und dies ist die Stätte des, der Gott nicht achtet.

Hiob 19

1Hiob antwortete und sprach:

2Wie lange plagt ihr doch meine Seele und peinigt mich mit Worten?

3Ihr habt mich nun zehnmal gehöhnt und schämt euch nicht, daß ihr mich also umtreibt.

4Irre ich, so irre ich mir.

5Wollt ihr wahrlich euch über mich erheben und wollt meine Schmach mir beweisen,

6so merkt doch nun einmal, daß mir Gott Unrecht tut und hat mich mit seinem Jagdstrick umgeben.

7Siehe, ob ich schon schreie über Frevel, so werde ich doch nicht erhört; ich rufe, und ist kein Recht da.

8Er hat meinen Weg verzäunt, daß ich nicht kann hinübergehen, und hat Finsternis auf meinen Steig gestellt.

9Er hat meine Ehre mir ausgezogen und die Krone von meinem Haupt genommen.

10Er hat mich zerbrochen um und um und läßt mich gehen und hat ausgerissen meine Hoffnung wie einen Baum.

11Sein Zorn ist über mich ergrimmt, und er achtet mich für seinen Feind.

12Seine Kriegsscharen sind miteinander gekommen und haben ihren Weg gegen mich gebahnt und haben sich um meine Hütte her gelagert.

13Er hat meine Brüder fern von mir getan, und meine Verwandten sind mir fremd geworden.

14Meine Nächsten haben sich entzogen, und meine Freunde haben mein vergessen.

15Meine Hausgenossen und meine Mägde achten mich für fremd; ich bin unbekannt geworden vor ihren Augen.

16Ich rief meinen Knecht, und er antwortete mir nicht; ich mußte ihn anflehen mit eigenem Munde.

17Mein Odem ist zuwider meinem Weibe, und ich bin ein Ekel den Kindern meines Leibes.

18Auch die jungen Kinder geben nichts auf mich; wenn ich ihnen widerstehe, so geben sie mir böse Worte.

19Alle meine Getreuen haben einen Greuel an mir; und die ich liebhatte, haben sich auch gegen mich gekehrt.

20Mein Gebein hanget an mir an Haut und Fleisch, und ich kann meine Zähne mit der Haut nicht bedecken.

21Erbarmt euch mein, erbarmt euch mein, ihr meine Freunde! denn die Hand Gottes hat mich getroffen.

22Warum verfolgt ihr mich gleich wie Gott und könnt meines Fleisches nicht satt werden?

23Ach daß meine Reden geschrieben würden! ach daß sie in ein Buch gestellt würden!

24mit einem eisernen Griffel auf Blei und zum ewigem Gedächtnis in Stein gehauen würden!

25Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staube sich erheben.

26Und nachdem diese meine Haut zerschlagen ist, werde ich ohne mein Fleisch Gott sehen.

27Denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn schauen, und kein Fremder. Darnach sehnen sich meine Nieren in meinem Schoß.

28Wenn ihr sprecht: Wie wollen wir ihn verfolgen und eine Sache gegen ihn finden!

29so fürchtet euch vor dem Schwert; denn das Schwert ist der Zorn über die Missetaten, auf daß ihr wißt, daß ein Gericht sei.

Hiob 20

1Da antwortete Zophar von Naema und sprach:

2Darauf muß ich antworten und kann nicht harren.

3Denn ich muß hören, wie man mich straft und tadelt; aber der Geist meines Verstandes soll für mich antworten.

4Weißt du nicht, daß es allezeit so gegangen ist, seitdem Menschen auf Erden gewesen sind:

5daß der Ruhm der Gottlosen steht nicht lange und die Freude des Heuchlers währt einen Augenblick?

6Wenngleich seine Höhe in den Himmel reicht und sein Haupt an die Wolken rührt,

7so wird er doch zuletzt umkommen wie Kot, daß die, welche ihn gesehen haben, werden sagen: Wo ist er?

8Wie ein Traum vergeht, so wird er auch nicht zu finden sein, und wie ein Gesicht in der Nacht verschwindet.

9Welch Auge ihn gesehen hat, wird ihn nicht mehr sehen; und seine Stätte wird ihn nicht mehr schauen.

10Seine Kinder werden betteln gehen, und seine Hände müssen seine Habe wieder hergeben.

11Seine Gebeine werden seine heimlichen Sünden wohl bezahlen, und sie werden sich mit ihm in die Erde legen.

12Wenn ihm die Bosheit in seinem Munde wohl schmeckt, daß er sie birgt unter seiner Zunge,

13daß er sie hegt und nicht losläßt und sie zurückhält in seinem Gaumen,

14so wird seine Speise inwendig im Leibe sich verwandeln in Otterngalle.

15Die Güter, die er verschlungen hat, muß er wieder ausspeien, und Gott wird sie aus seinem Bauch stoßen.

16Er wird der Ottern Gift saugen, und die Zunge der Schlange wird ihn töten.

17Er wird nicht sehen die Ströme noch die Wasserbäche, die mit Honig und Butter fließen.

18Er wird arbeiten, und des nicht genießen; und seine Güter werden andern, daß er deren nicht froh wird.

19Denn er hat unterdrückt und verlassen den Armen; er hat Häuser an sich gerissen, die er nicht erbaut hat.

20Denn sein Wanst konnte nicht voll werden; so wird er mit seinem köstlichen Gut nicht entrinnen.

21Nichts blieb übrig vor seinem Fressen; darum wird sein gutes Leben keinen Bestand haben.

22Wenn er gleich die Fülle und genug hat, wird ihm doch angst werden; aller Hand Mühsal wird über ihn kommen.

23Es wird ihm der Wanst einmal voll werden, wenn er wird den Grimm seines Zorns über ihn senden und über ihn wird regnen lassen seine Speise.

24Er wird fliehen vor dem eisernen Harnisch, und der eherne Bogen wird ihn verjagen.

25Ein bloßes Schwert wird durch ihn ausgehen; und des Schwertes Blitz, der ihm bitter sein wird, wird mit Schrecken über ihn fahren.

26Es ist keine Finsternis da, die ihn verdecken möchte. Es wird ihn ein Feuer verzehren, das nicht angeblasen ist; und wer übrig ist in seiner Hütte, dem wird's übel gehen.

27Der Himmel wird seine Missetat eröffnen, und die Erde wird sich gegen ihn setzen.

28Das Getreide in seinem Hause wird weggeführt werden, zerstreut am Tage seines Zorns.

29Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe, das ihm zugesprochen wird von Gott.

Übersetzung: Lutherbibel 1912