Bibel in einem Jahr (optional)
Jesus folgen · Band 2
Psalmen 35–37
Mitlesen und anhören
Psalm 35 · 1/3Audio für dieses Kapitel ist noch nicht verfügbar. (MP3 herunterladen)
Psalm 35
1Ein Psalm Davids. HERR, hadere mit meinen Haderern; streite wider meine Bestreiter.
2Ergreife Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen!
3Zücke den Spieß und schütze mich gegen meine Verfolger! Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe!
4Es müssen sich schämen und gehöhnt werden, die nach meiner Seele stehen; es müssen zurückkehren und zu Schanden werden, die mir übelwollen.
5Sie müssen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des Herrn stoße sie weg.
6Ihr Weg müsse finster und schlüpfrig werden, und der Engel des HERRN verfolge sie.
7Denn sie haben mir ohne Ursache ihr Netz gestellt, mich zu verderben, und haben ohne Ursache meiner Seele Gruben zugerichtet.
8Er müsse unversehens überfallen werden; und sein Netz, das er gestellt hat, müsse ihn fangen; und er müsse darin überfallen werden.
9Aber meine Seele müsse sich freuen des HERRN und sei fröhlich über seine Hilfe.
10Alle meine Gebeine müssen sagen: HERR, wer ist deinesgleichen? Der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen von seinen Räubern.
11Es treten frevle Zeugen auf; die zeihen mich, des ich nicht schuldig bin.
12Sie tun mir Arges um Gutes, mich in Herzeleid zu bringen.
13Ich aber, wenn sie krank waren, zog einen Sack an, tat mir wehe mit Fasten und betete stets von Herzen;
14ich hielt mich, als wäre es mein Freund und Bruder; ich ging traurig wie einer, der Leid trägt über seine Mutter.
15Sie aber freuen sich über meinen Schaden und rotten sich; es rotten sich die Hinkenden wider mich ohne meine Schuld; sie zerreißen und hören nicht auf.
16Mit denen, die da heucheln und spotten um des Bauches willen, beißen sie ihre Zähne zusammen über mich.
17Herr, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele aus ihrem Getümmel und meine einsame von den jungen Löwen!
18Ich will dir danken in der großen Gemeinde, und unter vielem Volk will ich dich rühmen.
19Laß sich nicht über mich freuen, die mir unbillig feind sind, noch mit Augen spotten, die mich ohne Ursache hassen!
20Denn sie trachten Schaden zu tun und suchen falsche Anklagen gegen die Stillen im Lande
21und sperren ihr Maul weit auf wider mich und sprechen: “Da, Da! das sehen wir gerne.”
22HERR, du siehst es, schweige nicht; Herr, sei nicht ferne von mir!
23Erwecke dich und wache auf zu meinem Recht und zu meiner Sache, mein Gott und Herr!
24HERR, mein Gott, richte mich nach deiner Gerechtigkeit, daß sie sich über mich nicht freuen.
25Laß sie nicht sagen in ihrem Herzen: “Da, da! das wollten wir.” Laß sie nicht sagen: “Wir haben ihn verschlungen.”
26Sie müssen sich schämen und zu Schanden werden alle, die sich meines Übels freuen; sie müssen mit Schande und Scham gekleidet werden, die sich gegen mich rühmen.
27Rühmen und freuen müssen sich, die mir gönnen, daß ich recht behalte, und immer sagen: Der HERR sei hoch gelobt, der seinem Knechte wohlwill.
28Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.
Psalm 36
1Ein Psalm Davids, des Knechtes des HERRN, vorzusingen. Es ist aus Grund meines Herzens von der Gottlosen Wesen gesprochen, daß keine Gottesfurcht bei ihnen ist.
2Sie schmücken sich untereinander selbst, daß sie ihre böse Sache fördern und andere verunglimpfem.
3Alle ihre Worte sind schädlich und erlogen; sie lassen sich auch nicht weisen, daß sie Gutes täten;
4sondern sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden und stehen fest auf dem bösen Weg und scheuen kein Arges.
5HERR, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.
6Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie eine große Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Vieh.
7Wie teuer ist deine Güte, Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
8Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkest sie mit Wonne als mit einem Strom.
9Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht.
10Breite deine Güte über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen.
11Laß mich nicht von den Stolzen untertreten werden, und die Hand der Gottlosen stürze mich nicht;
12sondern laß sie, die Übeltäter, daselbst fallen, daß sie verstoßen werden und nicht bleiben mögen.
Psalm 37
1Ein Psalm Davids. Erzürne dich nicht über die Bösen; sei nicht neidisch auf die Übeltäter.
2Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.
3Hoffe auf den HERRN und tue Gutes; bleibe im Lande und nähre dich redlich.
4Habe Deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünschet.
5Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen
6und wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.
7Sei stille dem HERRN und warte auf ihn; erzürne dich nicht über den, dem sein Mutwille glücklich fortgeht.
8Steh ab vom Zorn und laß den Grimm, erzürne dich nicht, daß du nicht auch übel tust.
9Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HERRN harren, werden das Land erben.
10Es ist noch um ein kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Stätte sehen wirst, wird er weg sein.
11Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben in großem Frieden.
12Der Gottlose droht dem Gerechten und beißt seine Zähne zusammen über ihn.
13Aber der Herr lacht sein; denn er sieht, daß sein Tag kommt.
14Die Gottlosen ziehen das Schwert aus und spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen und schlachten die Frommen.
15Aber ihr Schwert wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen.
16Das wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als das große Gut vieler Gottlosen.
17Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der HERR erhält die Gerechten.
18Der HERR kennt die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben.
19Sie werden nicht zu Schanden in der bösen Zeit, und in der Teuerung werden sie genug haben.
20Denn die Gottlosen werden umkommen; und die Feinde des HERRN, wenn sie gleich sind wie köstliche Aue, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht.
21Der Gottlose borgt und bezahlt nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und gibt.
22Denn seine Gesegneten erben das Land; aber seine Verfluchten werden ausgerottet.
23Von dem HERRN wird solches Mannes Gang gefördert, und er hat Lust an seinem Wege.
24Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der HERR hält ihn bei der Hand.
25Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen oder seinen Samen nach Brot gehen.
26Er ist allezeit barmherzig und leihet gerne, und sein Same wird gesegnet sein.
27Laß vom Bösen und tue Gutes und bleibe wohnen immerdar.
28Denn der HERR hat das Recht lieb und verläßt seine Heiligen nicht; ewiglich werden sie bewahrt; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet.
29Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich darin.
30Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehrt das Recht.
31Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten nicht.
32Der Gottlose lauert auf den Gerechten und gedenkt ihn zu töten.
33Aber der HERR läßt ihn nicht in seinen Händen und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt wird.
34Harre auf den HERRN und halte seinen Weg, so wird er dich erhöhen, daß du das Land erbest; du wirst es sehen, daß die Gottlosen ausgerottet werden.
35Ich habe gesehen einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus und grünte wie ein Lorbeerbaum.
36Da man vorüberging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgend gefunden.
37Bleibe fromm und halte dich recht; denn solchem wird's zuletzt wohl gehen.
38Die Übertreter aber werden vertilgt miteinander, und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet.
39Aber der HERR hilft den Gerechten; der ist ihre Stärke in der Not.
40Und der HERR wird ihnen beistehen und wird sie erretten; er wird sie von dem Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.
Übersetzung: Lutherbibel 1912