Bibel in einem Jahr (optional)
Jesus folgen · Band 2
Psalmen 74–76
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Psalm 74
1Eine Unterweisung Asaphs. Gott, warum verstößest du uns so gar und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide?
2Gedenke an deine Gemeinde, die du vor alters erworben und dir zum Erbteil erlöst hast, an den Berg Zion, darauf du wohnest.
3Hebe deine Schritte zum dem, was so lange wüst liegt. Der Feind hat alles verderbt im Heiligtum.
4Deine Widersacher brüllen in deinen Häusern und setzen ihre Götzen darein.
5Man sieht die Äxte obenher blinken, wie man in einen Wald haut;
6sie zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barte.
7Sie verbrennen dein Heiligtum; sie entweihen und werfen zu Boden die Wohnung deines Namens.
8Sie sprechen in ihrem Herzen; “Laßt uns sie plündern!” Sie verbrennen alle Häuser Gottes im Lande.
9Unsere Zeichen sehen wir nicht, und kein Prophet predigt mehr, und keiner ist bei uns, der weiß, wie lange.
10Ach Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen und der Feind deinen Namen so gar verlästern?
11Warum wendest du deine Hand ab? Ziehe von deinem Schoß dein Rechte und mache ein Ende.
12Gott ist ja mein König von alters her, der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.
13Du zertrennst das Meer durch dein Kraft und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser.
14Du zerschlägst die Köpfe der Walfische und gibst sie zur Speise dem Volk in der Einöde.
15Du lässest quellen Brunnen und Bäche; du läßt versiegen starke Ströme.
16Tag und Nacht ist dein; du machst, daß Sonne und Gestirn ihren gewissen Lauf haben.
17Du setzest einem jeglichen Lande seine Grenze; Sommer und Winter machst du.
18So gedenke doch des, daß der Feind den HERRN schmäht und ein töricht Volk lästert deinen Namen.
19Du wollest nicht dem Tier geben die Seele deiner Turteltaube, und der Herde deiner Elenden nicht so gar vergessen.
20Gedenke an den Bund; denn das Land ist allenthalben jämmerlich verheert, und die Häuser sind zerrissen.
21Laß den Geringen nicht in Schanden davongehen; laß die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.
22Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache; gedenke an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt.
23Vergiß nicht des Geschreis deiner Feinde; das Toben deiner Widersacher wird je länger, je größer.
Psalm 75
1Ein Psalm und Lied Asaphs, daß er nicht umkäme, vorzusingen. Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, daß dein Name so nahe ist.
2“Denn zu seiner Zeit, so werde ich recht richten.
3Das Land zittert und alle, die darin wohnen; aber ich halte seine Säulen fest.” (Sela.)
4Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so! und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!
5pochet nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht halsstarrig,
6es habe keine Not, weder vom Anfang noch vom Niedergang noch von dem Gebirge in der Wüste.
7Denn Gott ist Richter, der diesen erniedrigt und jenen erhöht.
8Denn der HERR hat einen Becher in der Hand und mit starkem Wein voll eingeschenkt und schenkt aus demselben; aber die Gottlosen müssen alle trinken und die Hefen aussaufen.
9Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem Gott Jakobs.
10“Und will alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, daß die Gewalt des Gerechten erhöht werde.”
Psalm 76
1Ein Psalmlied Asaphs, auf Saitenspiel, vorzusingen. Gott ist in Juda bekannt; in Israel ist sein Name herrlich.
2Zu Salem ist sein Gezelt, und seine Wohnung zu Zion.
3Daselbst zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streit. (Sela.)
4Du bist herrlicher und mächtiger denn die Raubeberge.
5Die Stolzen müssen beraubt werden und entschlafen, und alle Krieger müssen die Hand lassen sinken.
6Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinkt in Schlaf Roß und Wagen.
7Du bist erschrecklich. Wer kann vor dir stehen, wenn du zürnest?
8Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel, so erschrickt das Erdreich und wird still,
9wenn Gott sich aufmacht zu richten, daß er helfe allen Elenden auf Erden. (Sela.)
10Wenn Menschen wider dich wüten, bist du auch noch gerüstet.
11Gelobet und haltet dem HERRN, eurem Gott; alle, die ihr um ihn her seid, bringet Geschenke dem Schrecklichen,
12der den Fürsten den Mut nimmt und schrecklich ist unter den Königen auf Erden.
Übersetzung: Lutherbibel 1912