A Daily DiscipleJünger zu Hause machen
Band 2 · Tag 171 von 365

Der suchende, sich freuende Vater

Monat 6: Geschichten, die Jesus erzählte · Familienandacht

⏱ ≈ 15 Min. gemeinsam

Heutiger Bibeltext

Lesen wir gemeinsam: Lukas 15:1–10, 20–24

1 Es nahten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn hörten. 2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. 3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: 4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, so er der eines verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis daß er's finde? 5 Und wenn er's gefunden hat, so legt er's auf seine Achseln mit Freuden. 6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. 7 Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. 8 Oder welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? 9 Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. 10 Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut. … 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, 23 und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet's; lasset uns essen und fröhlich sein! 24 denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an fröhlich zu sein.

Merkvers

Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen.Lukas 15:7 (Lutherbibel 1912)

📖 Die Bibel in einem Jahr (optional)

Heutige Lesung: Psalmen 77–79

Die ganze Bibel in einem Jahr lesen — tut dies, wenn ihr etwas mehr Zeit habt. (Etwa Tag 171 von 365 — Asaph erinnert sich an Gottes mächtige Werke, wenn die Gegenwart dunkel wirkt.)

Worum es geht

Heute fassen wir das ganze Kapitel in einer Andacht zusammen, denn ist eigentlich eine Geschichte, dreimal erzählt. Ein Hirte verliert ein Schaf von hundert und lässt die anderen zurück, um zu suchen, bis er es findet. Eine Frau verliert eine Silbermünze von zehn und fegt das ganze Haus bei Lampenlicht, bis sie gefunden ist. Ein Vater verliert einen Sohn ins ferne Land und schaut die Straße entlang, bis der Junge nach Hause kommt. Drei Verluste, drei Suchen und drei Ausbrüche der Freude — „Freuet euch mit mir, denn ich habe mein verlorenes Schaf gefunden … meine verlorene Münze … meinen Sohn, der verloren war.“ Jesus hämmert eine Wahrheit aus jedem Winkel ein, damit wir sie nicht verpassen: Gott ist ein suchender Gott und ein sich freuender Gott. Er zuckt nicht mit den Schultern über den, der weggeht. Er sucht, er wartet, er rennt — und wenn die Verlorenen gefunden sind, feiert der Himmel.

Als Familie lasst uns das wirklich ankommen lassen. Jeder von uns ist irgendwann das verlorene Schaf, die verlorene Münze, der verlorene Sohn. Und die gute Nachricht dieser drei Geschichten ist: Du bist es wert, gesucht zu werden. Gott ist dir in Jesus nachgegangen — der gute Hirte, der sein Leben für die Schafe hingibt (), der Vater, der mit offenen Armen die Straße hinunterrennt. Das ist das Herz der ganzen Bibel, und es ist das Herz unseres Zuhauses: Wir sind ein gefundenes Volk, und gefundene Menschen gehen anderen nach. Also beten wir einen Gott an, der uns nicht im fernen Land liegen ließ. Und wir bitten ihn, unsere Familie zu Menschen zu machen, die die Straße im Blick haben für den Umherirrenden, die Lampe anzünden für den Verlorenen und die Feier zu schmeißen, wenn auch nur einer nach Hause kommt.

Rund um den Tisch

Die Kleinen 3–6

Gott ist wie ein Hirte, der sucht und sucht nach einem verlorenen Schaf, und wie ein Papa, der rennt, um einen verlorenen Jungen zu umarmen. Er hört nie auf, die zu suchen, die er liebt — und das gilt auch für DICH!

Lasst es uns tun: Versteckt ein kleines Spielzeug-„Schaf“ und lasst den Jüngsten danach suchen. Wenn es gefunden ist, jubelt alle: „Gefunden! Freuet euch mit mir!“

Die Mittleren 7–9

Jesus erzählte dreimal dieselbe Art Geschichte — Schaf, Münze, Sohn — damit wir den Punkt verstehen: Gott sucht die Verlorenen und feiert, wenn sie gefunden sind.

Reden wir darüber: Warum hat Jesus es deiner Meinung nach dreimal erzählt, statt nur einmal? Was ist die eine große Sache, die er uns wirklich einprägen wollte?

Die Großen 10–13

Alle drei Gleichnisse antworten auf das Murren in — „Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen.“ Jesu Antwort ist im Grunde: Ja, und der Himmel auch — mit Freude. Die suchende Liebe Gottes ist der rote Faden des ganzen Kapitels ().

Gehen wir tiefer: Wenn Gott ein suchender Gott ist, was bedeutet das dafür, wie unsere Familie mit Menschen umgeht, die sich fern von ihm fühlen? Nennt eine konkrete Person, der wir diesen Monat in Liebe „nachgehen“ könnten.

💬 Gesprächsanstoß

Geht am Tisch die Runde: Wann habt ihr euch am meisten „gefunden“ gefühlt — am meisten gesehen und am meisten geliebt? Lasst uns Gott dafür danken, dass er ein Vater ist, der kommt und sucht.

🛡️ Den Glauben verteidigen

Manche stellen sich vor, Gott überlasse es uns, ihn selbst zu finden. Aber zeigt das Gegenteil: Gott ist der Suchende, der den Verlorenen nachgeht. Das ganze Evangelium ist die Geschichte eines Gottes, der in Jesus den ersten Schritt auf uns zugeht ( — seid bereit, diese Hoffnung jedem zu erzählen, der fragt).

Für Papa · Zum Vertiefen

Achte genau darauf, wie Gott in diesen drei Bildern sucht — das hält uns theologisch auf Kurs. Der Hirte trägt das Schaf, die Frau fegt nach der Münze, der Vater rennt dem Sohn entgegen; in jedem Fall ist die göttliche Initiative überwältigend und geht zuerst. Das ist vorausgehende Gnade: Gott tritt immer auf uns zu, bevor wir auf ihn zutreten — sucht, zieht, ermöglicht. Doch der Höhepunkt aller drei ist die Buße () — eine echte menschliche Umkehr, die Gottes suchende Gnade möglich macht, aber nicht überspringt. Das Schaf wird getragen, aber der Sohn muss aufstehen und kommen. Beides zusammen ergibt das arminianisch-wesleyanische Evangelium im Kleinen: Gnade, die anfängt, wirbt und ermöglicht, getroffen von einem freien und verantwortlichen menschlichen „Ja.“ Führe deine Familienandacht aus diesem Staunen heraus. Du lehrst deine Kinder nicht bloß Regeln; du stellst sie immer wieder einem Vater vor, der schon auf sie zugerannt ist. Sei diese Woche ein kleines Bild dieser suchenden Liebe — geh dem abgelenkten Kind nach, zünde die Lampe für den Mutlosen an und sorge dafür, dass die Feier laut ist, wenn einer von euch nach Hause kommt.

Inspiriert von: Henri Nouwen, Die Rückkehr des verlorenen Sohnes.

Lasst uns zusammen beten

„Vater, danke, dass du der Hirte bist, der sucht, derjenige, der das Haus ausfegt, und der Vater, der rennt. Danke, dass du jedem von uns in Jesus nachgegangen bist. Mach uns zu einer Familie, die den Verlorenen sucht und sich freut, wenn sie gefunden sind. In Jesu Namen, Amen.“

Nimm es mit

Unser Gott sucht und freut sich — wir sind gefundene Menschen, die anderen nachgehen.