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Bibel in einem Jahr (optional)

Jesus folgen · Band 2

Psalmen 106–109

Tag 180 von 365 · Lutherbibel 1912

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Psalm 106 · 1/4
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Psalm 106

1Halleluja! Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

2Wer kann die großen Taten des HERRN ausreden und alle seine löblichen Werke preisen?

3Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!

4HERR, gedenke mein nach der Gnade, die du dem Volk verheißen hast; beweise uns deine Hilfe,

5daß wir sehen mögen die Wohlfahrt deiner Auserwählten und uns freuen, daß es deinem Volk wohl geht, und uns rühmen mit deinem Erbteil.

6Wir haben gesündigt samt unsern Vätern; wir haben mißgehandelt und sind gottlos gewesen.

7Unsre Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen; sie gedachten nicht an deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer.

8Er half ihnen aber um seines Namens willen, daß er seine Macht bewiese.

9Und er schalt das Schilfmeer: da ward's trocken, und führte sie durch die Tiefen wie in einer Wüste

10und half ihnen von der Hand des, der sie haßte, und erlöste sie von der Hand des Feindes;

11und die Wasser ersäuften ihre Widersacher, daß nicht einer übrig blieb.

12Da glaubten sie an seine Worte und sangen sein Lob.

13Aber sie vergaßen bald seiner Werke; sie warteten nicht auf seinen Rat.

14Und sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde.

15Er aber gab ihnen ihre Bitte und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte.

16Und sie empörten sich wider Mose im Lager, wider Aaron, den Heiligen des HERRN.

17Die Erde tat sich auf und verschlang Dathan und deckte zu die Rotte Abirams,

18und Feuer ward unter ihrer Rotte angezündet, die Flamme verbrannte die Gottlosen.

19Sie machten ein Kalb am Horeb und beteten an das gegossene Bild

20und verwandelten ihre Ehre in ein Gleichnis eines Ochsen, der Gras frißt.

21Sie vergaßen Gottes, ihres Heilands, der so große Dinge in Ägypten getan hatte,

22Wunder im Lande Hams und schreckliche Werke am Schilfmeer.

23Und er sprach, er wolle sie vertilgen, wo nicht Mose, sein Auserwählter, in den Riß getreten wäre vor ihm, seinen Grimm abzuwenden, auf daß er sie nicht gar verderbte.

24und sie verachteten das liebe Land, sie glaubten seinem Wort nicht

25und murrten in ihren Hütten; sie gehorchten der Stimme des HERRN nicht.

26Und er hob auf seine Hand wider sie, daß er sie niederschlüge in der Wüste

27und würfe ihren Samen unter die Heiden und zerstreute sie in die Länder.

28Und sie hingen sich an den Baal-Peor und aßen von den Opfern der toten Götzen

29und erzürnten ihn mit ihrem Tun; da brach auch die Plage unter sie.

30Da trat Pinehas herzu und schlichtete die Sache; da ward der Plage gesteuert.

31Das ward ihm gerechnet zur Gerechtigkeit für und für ewiglich.

32Und sie erzürnten ihn am Haderwasser, und Mose ging es übel um ihretwillen.

33Denn sie betrübten ihm sein Herz, daß ihm etliche Worte entfuhren.

34Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie sie doch der HERR geheißen hatte;

35sondern sie mengten sich unter die Heiden und lernten derselben Werke

36und dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zum Fallstrick.

37Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Teufeln

38und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans, daß das Land mit Blutschulden befleckt ward;

39und verunreinigten sich mit ihren Werken und wurden abgöttisch mit ihrem Tun.

40Da ergrimmte der Zorn des HERRN über sein Volk, und er gewann einen Greuel an seinem Erbe

41und gab sie in die Hände der Heiden, daß über sie herrschten, die ihnen gram waren.

42Und ihre Feinde ängsteten sie; und sie wurden gedemütigt unter ihre Hände.

43Er errettete sie oftmals; aber sie erzürnten ihn mit ihrem Vornehmen und wurden wenig um ihrer Missetat willen.

44Und er sah ihre Not an, da er ihre Klage hörte,

45und gedachte an seinen Bund, den er mit ihnen gemacht hatte; und es reute ihn nach seiner großen Güte,

46und er ließ sie zur Barmherzigkeit kommen vor allen, die sie gefangen hatten.

47Hilf uns, HERR, unser Gott, und bringe uns zusammen aus den Heiden, daß wir danken deinem heiligen Namen und rühmen dein Lob.

48Gelobet sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen, halleluja!

Psalm 107

1Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

2So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN, die er aus der Not erlöst hat

3und die er aus den Ländern zusammengebracht hat vom Aufgang, vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer.

4Die irregingen in der Wüste, in ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten,

5hungrig und durstig, und ihre Seele verschmachtete;

6die zum HERRN riefen in ihrer Not, und er errettete sie aus ihren Ängsten

7und führte sie einen richtigen Weg, daß sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konnten:

8die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

9daß er sättigt die durstige Seele und füllt die hungrige Seele mit Gutem.

10Die da sitzen mußten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen,

11darum daß sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren und das Gesetz des Höchsten geschändet hatten,

12dafür ihr Herz mit Unglück geplagt werden mußte, daß sie dalagen und ihnen niemand half;

13die zum HERRN riefen in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten

14und führte sie aus der Finsternis und Dunkel und zerriß ihre Bande:

15die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die an den Menschenkindern tut,

16daß er zerbricht eherne Türen und zerschlägt eiserne Riegel.

17Die Narren, so geplagt waren um ihrer Übertretung willen und um ihrer Sünden willen,

18daß ihnen ekelte vor aller Speise und sie todkrank wurden;

19die riefen zum HERRN in ihrer Not, und er half ihnen aus ihren Ängsten,

20er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, daß sie nicht starben:

21die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

22und Dank opfern und erzählen seine Werke mit Freuden.

23Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren und trieben ihren Handel in großen Wassern;

24die des HERRN Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer,

25wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob,

26und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund fuhren, daß ihre Seele vor Angst verzagte,

27daß sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wußten keinen Rat mehr;

28die zum HERRN schrieen in ihrer Not, und er führte sie aus ihren Ängsten

29und stillte das Ungewitter, daß die Wellen sich legten

30und sie froh wurden, daß es still geworden war und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch:

31die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

32und ihn bei der Gemeinde preisen und bei den Alten rühmen.

33Er machte Bäche trocken und ließ Wasserquellen versiegen,

34daß ein fruchtbar Land zur Salzwüste wurde um der Bosheit willen derer, die darin wohnten.

35Er machte das Trockene wiederum wasserreich und im dürren Lande Wasserquellen

36und hat die Hungrigen dahingesetzt, daß sie eine Stadt zurichten, da sie wohnen konnten,

37und Äcker besäen und Weinberge pflanzen möchten und die jährlichen Früchte gewönnen.

38Und er segnete sie, daß sie sich sehr mehrten, und gab ihnen viel Vieh.

39Sie waren niedergedrückt und geschwächt von dem Bösen, das sie gezwungen und gedrungen hatte.

40Er schüttete Verachtung auf die Fürsten und ließ sie irren in der Wüste, da kein Weg ist,

41und schützte den Armen vor Elend und mehrte sein Geschlecht wie eine Herde.

42Solches werden die Frommen sehen und sich freuen; und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.

43Wer ist weise und behält dies? So werden sie merken, wie viel Wohltaten der HERR erzeigt.

Psalm 108

1Ein Psalmlied Davids. Gott, es ist mein rechter Ernst; ich will singen und dichten, meine Ehre auch.

2Wohlauf, Psalter und Harfe! Ich will in der Frühe auf sein.

3Ich will dir danken, HERR, unter den Völkern; ich will dir lobsingen unter den Leuten.

4Denn deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.

5Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Lande.

6Auf daß deine lieben Freunde erledigt werden, hilf mit deiner Rechten und erhöre mich!

7Gott redete in seinem Heiligtum, des bin ich froh, und will Sichem teilen und das Tal Sukkoth abmessen.

8Gilead ist mein, Manasse ist auch mein, und Ephraim ist die Macht meines Hauptes, Juda ist mein Zepter,

9Moab ist mein Waschbecken, ich will meinen Schuh über Edom strecken, über die Philister will ich jauchzen.

10Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer wird mich leiten bis nach Edom?

11Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstößest und ziehest nicht aus, Gott, mit unserm Heer?

12Schaffe uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze.

13Mit Gott wollen wir Taten tun; er wird unsre Feinde untertreten.

Psalm 109

1Ein Psalm Davids, vorzusingen. Gott, mein Ruhm, schweige nicht!

2Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul gegen mich aufgetan und reden wider mich mit falscher Zunge;

3und sie reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne Ursache.

4Dafür, daß ich sie liebe, sind sie wider mich; ich aber bete.

5Sie beweisen mir Böses um Gutes und Haß um Liebe.

6Setze Gottlose über ihn; und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten.

7Wenn er gerichtet wird, müsse er verdammt ausgehen, und sein Gebet müsse Sünde sein.

8Seiner Tage müssen wenige werden, und sein Amt müsse ein anderer empfangen.

9Seine Kinder müssen Waisen werden und sein Weib eine Witwe.

10Seine Kinder müssen in der Irre gehen und betteln und suchen, als die verdorben sind.

11Es müsse der Wucherer aussaugen alles, was er hat; und Fremde müssen seine Güter rauben.

12Und niemand müsse ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner Waisen.

13Seine Nachkommen müssen ausgerottet werden; ihr Name werde im andern Glied vertilgt.

14Seiner Väter Missetat müsse gedacht werden vor dem HERRN, und seiner Mutter Sünde müsse nicht ausgetilgt werden.

15Der HERR müsse sie nimmer aus den Augen lassen, und ihr Gedächtnis müsse ausgerottet werden auf Erden,

16darum daß er so gar keine Barmherzigkeit hatte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und Betrübten, daß er ihn tötete.

17Und er wollte den Fluch haben, der wird ihm auch kommen; er wollte den Segen nicht, so wird er auch ferne von ihm bleiben.

18Er zog an den Fluch wie sein Hemd; der ist in sein Inwendiges gegangen wie Wasser, und wie Öl in seine Gebeine;

19So werde er ihm wie ein Kleid, das er anhabe, und wie ein Gürtel, mit dem er allewege sich gürte.

20So geschehe denen vom HERRN, die mir zuwider sind und reden Böses wider meine Seele.

21Aber du, HERR Herr, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: errette mich!

22Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir.

23Ich fahre dahin wie ein Schatten, der vertrieben wird, und werde verjagt wie die Heuschrecken.

24Meine Kniee sind schwach von Fasten, und mein Fleisch ist mager und hat kein Fett.

25Und ich muß ihr Spott sein; wenn sie mich sehen, schütteln sie ihren Kopf.

26Stehe mir bei, HERR, mein Gott! hilf mir nach deiner Gnade,

27daß sie innewerden, daß dies sei deine Hand, daß du, HERR, solches tust.

28Fluchen sie, so segne du. Setzen sie sich wider mich, so sollen sie zu Schanden werden; aber dein Knecht müsse sich freuen.

29Meine Widersacher müssen mit Schmach angezogen werden und mit ihrer Schande bekleidet werden wie ein Rock.

30Ich will dem HERRN sehr danken mit meinem Munde und ihn rühmen unter vielen.

31Denn er steht dem Armen zur Rechten, daß er ihm helfe von denen, die sein Leben verurteilen.

Übersetzung: Lutherbibel 1912