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Jesus folgen · Band 2
Sprüche 22–24
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Sprüche 22
1Ein guter Ruf ist köstlicher denn großer Reichtum, und Gunst besser denn Silber und Gold.
2Reiche und Arme müssen untereinander sein; der HERR hat sie alle gemacht.
3Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Unverständigen gehen hindurch und werden beschädigt.
4Wo man leidet in des HERRN Furcht, da ist Reichtum, Ehre und Leben.
5Stachel und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.
6Wie man einen Knaben gewöhnt, so läßt er nicht davon, wenn er alt wird.
7Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Leihers Knecht.
8Wer Unrecht sät, der wird Mühsal ernten und wird durch die Rute seiner Bosheit umkommen.
9Ein gütiges Auge wird gesegnet; denn er gibt von seinem Brot den Armen.
10Treibe den Spötter aus, so geht der Zank weg, so hört auf Hader und Schmähung.
11Wer ein treues Herz und liebliche Rede hat, des Freund ist der König.
12Die Augen des HERRN behüten guten Rat; aber die Worte des Verächters verkehrt er.
13Der Faule spricht: Es ist ein Löwe draußen, ich möchte erwürgt werden auf der Gasse.
14Der Huren Mund ist eine Tiefe Grube; wem der HERR ungnädig ist, der fällt hinein.
15Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht wird sie fern von ihm treiben.
16Wer dem Armen Unrecht tut, daß seines Guts viel werde, der wird auch einem Reichen geben, und Mangel haben.
17Neige deine Ohren und höre die Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre.
18Denn es wird dir sanft tun, wo du sie wirst im Sinne behalten und sie werden miteinander durch deinen Mund wohl geraten.
19Daß deine Hoffnung sei auf den HERRN, erinnere ich dich an solches heute dir zugut.
20Habe ich dir's nicht mannigfaltig vorgeschrieben mit Rat und Lehren,
21daß ich dir zeigte einen gewissen Grund der Wahrheit, daß du recht antworten könntest denen, die dich senden?
22Beraube den Armen nicht, ob er wohl arm ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor.
23Denn der HERR wird ihre Sache führen und wird ihre Untertreter untertreten.
24Geselle dich nicht zum Zornigen und halte dich nicht zu einem grimmigen Mann;
25du möchtest seinen Weg lernen und an deiner Seele Schaden nehmen.
26Sei nicht bei denen, die ihre Hand verhaften und für Schuld Bürge werden;
27denn wo du es nicht hast, zu bezahlen, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.
28Verrücke nicht die vorigen Grenzen, die deine Väter gemacht haben.
29Siehst du einen Mann behend in seinem Geschäft, der wird vor den Königen stehen und wird nicht stehen vor den Unedlen.
Sprüche 23
1Wenn du sitzest und issest mit einem Herrn, so merke, wen du vor dir hast,
2und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist.
3Wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist falsches Brot.
4Bemühe dich nicht reich zu werden und laß ab von deinen Fündlein.
5Laß dein Augen nicht fliegen nach dem, was du nicht haben kannst; denn dasselbe macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.
6Iß nicht Brot bei einem Neidischen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts.
7Denn wie ein Gespenst ist er inwendig; er spricht: Iß und trink! und sein Herz ist doch nicht mit dir.
8Deine Bissen die du gegessen hattest, mußt du ausspeien, und mußt deine freundlichen Worte verloren haben.
9Rede nicht vor des Narren Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.
10Verrücke nicht die vorigen Grenzen und gehe nicht auf der Waisen Acker.
11Denn ihr Erlöser ist mächtig; der wird ihre Sache wider dich ausführen.
12Gib dein Herz zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.
13Laß nicht ab den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute haust, so wird man ihn nicht töten.
14Du haust ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele vom Tode.
15Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz;
16und meine Nieren sind froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.
17Dein Herz folge nicht den Sündern, sondern sei täglich in der Furcht des HERRN.
18Denn es wird dir hernach gut sein, und dein Warten wird nicht trügen.
19Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz in den Weg.
20Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern;
21denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muß zerrissene Kleider tragen.
22Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.
23Kaufe Wahrheit, und verkaufe sie nicht, Weisheit, Zucht und Verstand.
24Der Vater eines Gerechten freut sich; und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich darüber.
25Laß sich deinen Vater und deine Mutter freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.
26Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und laß deinen Augen meine Wege wohl gefallen.
27Denn eine Hure ist eine tiefe Grube, und eine Ehebrecherin ist ein enger Brunnen.
28Auch lauert sie wie ein Räuber, und die Frechen unter den Menschen sammelt sie zu sich.
29Wo ist Weh? wo ist Leid? wo ist Zank? wo ist Klagen? wo sind Wunden ohne Ursache? wo sind trübe Augen?
30Wo man beim Wein liegt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist.
31Siehe den Wein nicht an, daß er so rot ist und im Glase so schön steht. Er geht glatt ein;
32aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter.
33So werden deine Augen nach andern Weibern sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden,
34und wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben auf dem Mastbaum.
35“Sie schlagen mich, aber es tut mir nicht weh; sie klopfen mich, aber ich fühle es nicht. Wann will ich aufwachen, daß ich's mehr treibe?”
Sprüche 24
1Folge nicht bösen Leuten und wünsche nicht, bei ihnen zu sein;
2denn ihr Herz trachte nach Schaden, und ihre Lippen raten zu Unglück.
3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten.
4Durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll aller köstlichen, lieblichen Reichtümer.
5Ein weiser Mann ist stark, und ein vernünftiger Mann ist mächtig von Kräften.
6Denn mit Rat muß man Krieg führen; und wo viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.
7Weisheit ist dem Narren zu hoch; er darf seinen Mund im Tor nicht auftun.
8Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den heißt man billig einen Erzbösewicht.
9Des Narren Tücke ist Sünde, und der Spötter ist ein Greuel vor den Leuten.
10Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.
11Errette die, so man töten will; und entzieh dich nicht von denen, die man würgen will.
12Sprichst du: “Siehe, wir verstehen's nicht!” meinst du nicht, der die Herzen wägt, merkt es, und der auf deine Seele achthat, kennt es und vergilt dem Menschen nach seinem Werk?
13Iß, mein Sohn, Honig, denn er ist gut, und Honigseim ist süß in deinem Halse.
14Also lerne die Weisheit für deine Seele. Wo du sie findest, so wird's hernach wohl gehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.
15Laure nicht als Gottloser auf das Haus des Gerechten; verstöre seine Ruhe nicht.
16Denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf; aber die Gottlosen versinken im Unglück.
17Freue dich des Falles deines Feindes nicht, und dein Herz sei nicht froh über seinem Unglück;
18der HERR möchte es sehen, und es möchte ihm übel gefallen und er seine Zorn von ihm wenden.
19Erzürne dich nicht über die Bösen und eifere nicht über die Gottlosen.
20Denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen.
21Mein Kind, fürchte den HERRN und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer.
22Denn ihr Verderben wird plötzlich entstehen; und wer weiß, wann beider Unglück kommt?
23Dies sind auch Worte von Weisen. Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut.
24Wer zum Gottlosen spricht: “Du bist fromm”, dem fluchen die Leute, und das Volk haßt ihn.
25Welche aber strafen, die gefallen wohl, und kommt ein reicher Segen auf sie.
26Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuß.
27Richte draußen dein Geschäft aus und bearbeite deinen Acker; darnach baue dein Haus.
28Sei nicht Zeuge ohne Ursache wider deinen Nächsten und betrüge nicht mit deinem Munde.
29Sprich nicht: “Wie man mir tut, so will ich wieder tun und einem jeglichen sein Werk vergelten.”
30Ich ging am Acker des Faulen vorüber und am Weinberg des Narren;
31und siehe, da waren eitel Nesseln darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen.
32Da ich das sah, nahm ich's zu Herzen und schaute und lernte daran.
33Du willst ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig deine Hände zusammentun, daß du ruhest:
34aber es wird dir deine Armut kommen wie ein Wanderer und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.
Übersetzung: Lutherbibel 1912