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Bibel in einem Jahr (optional)

Jesus folgen · Band 2

Sprüche 31; Prediger 1–3

Tag 203 von 365 · Lutherbibel 1912

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Sprüche 31 · 1/4
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Sprüche 31

1Dies sind die Worte des Königs Lamuel, die Lehre, die ihn seine Mutter lehrte.

2Ach mein Auserwählter, ach du Sohn meines Leibes, ach mein gewünschter Sohn,

3laß nicht den Weibern deine Kraft und gehe die Wege nicht, darin sich die Könige verderben!

4O, nicht den Königen, Lamuel, nicht den Königen ziemt es, Wein zu trinken, noch den Fürsten starkes Getränk!

5Sie möchten trinken und der Rechte vergessen und verändern die Sache aller elenden Leute.

6Gebt starkes Getränk denen, die am Umkommen sind, und den Wein den betrübten Seelen,

7daß sie trinken und ihres Elends vergessen und ihres Unglücks nicht mehr gedenken.

8Tue deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.

9Tue deinen Mund auf und richte recht und räche den Elenden und Armen.

10Wem ein tugendsam Weib beschert ist, die ist viel edler denn die köstlichsten Perlen.

11Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln.

12Sie tut ihm Liebes und kein Leides ihr Leben lang.

13Sie geht mit Wolle und Flachs um und arbeitet gern mit ihren Händen.

14Sie ist wie ein Kaufmannsschiff, das seine Nahrung von ferne bringt.

15Sie steht vor Tages auf und gibt Speise ihrem Hause und Essen ihren Dirnen.

16Sie denkt nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt einen Weinberg von den Früchten ihrer Hände.

17Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und stärkt ihre Arme.

18Sie merkt, wie ihr Handel Frommen bringt; ihre Leuchte verlischt des Nachts nicht.

19Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel.

20Sie breitet ihre Hände aus zu dem Armen und reicht ihre Hand dem Dürftigen.

21Sie fürchtet für ihr Haus nicht den Schnee; denn ihr ganzes Haus hat zwiefache Kleider.

22Sie macht sich selbst Decken; feine Leinwand und Purpur ist ihr Kleid.

23Ihr Mann ist bekannt in den Toren, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes.

24Sie macht einen Rock und verkauft ihn; einen Gürtel gibt sie dem Krämer.

25Kraft und Schöne sind ihr Gewand, und sie lacht des kommenden Tages.

26Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist holdselige Lehre.

27Sie schaut, wie es in ihrem Hause zugeht, und ißt ihr Brot nicht mit Faulheit.

28Ihre Söhne stehen auf und preisen sie selig; ihr Mann lobt sie:

29“Viele Töchter halten sich tugendsam; du aber übertriffst sie alle.”

30Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den HERRN fürchtet, soll man loben.

31Sie wird gerühmt werden von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke werden sie loben in den Toren.

Prediger 1

1Dies sind die Reden des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerusalem.

2Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel.

3Was hat der Mensch für Gewinn von aller seiner Mühe, die er hat unter der Sonne?

4Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt ewiglich.

5Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort, daß sie wieder daselbst aufgehe.

6Der Wind geht gen Mittag und kommt herum zur Mitternacht und wieder herum an den Ort, da er anfing.

7Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller; an den Ort, da sie her fließen, fließen sie wieder hin.

8Es sind alle Dinge so voll Mühe, daß es niemand ausreden kann. Das Auge sieht sich nimmer satt, und das Ohr hört sich nimmer satt.

9Was ist's, das geschehen ist? Eben das hernach geschehen wird. Was ist's, das man getan hat? Eben das man hernach tun wird; und geschieht nichts Neues unter der Sonne.

10Geschieht auch etwas, davon man sagen möchte: Siehe, das ist neu? Es ist zuvor auch geschehen in den langen Zeiten, die vor uns gewesen sind.

11Man gedenkt nicht derer, die zuvor gewesen sind; also auch derer, so hernach kommen, wird man nicht gedenken bei denen, die darnach sein werden.

12Ich, der Prediger, war König zu Jerusalem

13und richtete mein Herz zu suchen und zu forschen weislich alles, was man unter dem Himmel tut. Solche unselige Mühe hat Gott den Menschenkindern gegeben, daß sie sich darin müssen quälen.

14Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht; und siehe, es war alles eitel und Haschen nach dem Wind.

15Krumm kann nicht schlicht werden noch, was fehlt, gezählt werden.

16Ich sprach in meinem Herzen: Siehe, ich bin herrlich geworden und habe mehr Weisheit denn alle, die vor mir gewesen sind zu Jerusalem, und mein Herz hat viel gelernt und erfahren.

17Und richtete auch mein Herz darauf, daß ich erkennte Weisheit und erkennte Tollheit und Torheit. Ich ward aber gewahr, daß solches auch Mühe um Wind ist.

18Denn wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämens; und wer viel lernt, der muß viel leiden.

Prediger 2

1Ich sprach in meinem Herzen: Wohlan, ich will wohl leben und gute Tage haben! Aber siehe, das war auch eitel.

2Ich sprach zum Lachen: Du bist toll! und zur Freude: Was machst du?

3Da dachte ich in meinem Herzen, meinen Leib mit Wein zu pflegen, doch also, daß mein Herz mich mit Weisheit leitete, und zu ergreifen, was Torheit ist, bis ich lernte, was dem Menschen gut wäre, daß sie tun sollten, solange sie unter dem Himmel leben.

4Ich tat große Dinge: ich baute Häuser, pflanzte Weinberge;

5ich machte mir Gärten und Lustgärten und pflanzte allerlei fruchtbare Bäume darein;

6ich machte mir Teiche, daraus zu wässern den Wald der grünenden Bäume;

7ich hatte Knechte und Mägde und auch Gesinde, im Hause geboren; ich hatte eine größere Habe an Rindern und Schafen denn alle, die vor mir zu Jerusalem gewesen waren;

8ich sammelte mir auch Silber und Gold und von den Königen und Ländern einen Schatz; ich schaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonne der Menschen, allerlei Saitenspiel;

9und nahm zu über alle, die vor mir zu Jerusalem gewesen waren; auch blieb meine Weisheit bei mir;

10und alles, was meine Augen wünschten, das ließ ich ihnen und wehrte meinem Herzen keine Freude, daß es fröhlich war von aller meiner Arbeit; und das hielt ich für mein Teil von aller meiner Arbeit.

11Da ich aber ansah alle meine Werke, die meine Hand gemacht hatte, und die Mühe, die ich gehabt hatte, siehe, da war es alles eitel und Haschen nach dem Wind und kein Gewinn unter der Sonne.

12Da wandte ich mich, zu sehen die Weisheit und die Tollheit und Torheit. Denn wer weiß, was der für ein Mensch werden wird nach dem König, den sie schon bereit gemacht haben?

13Da ich aber sah, daß die Weisheit die Torheit übertraf wie das Licht die Finsternis;

14daß dem Weisen seine Augen im Haupt stehen, aber die Narren in der Finsternis gehen; und merkte doch, daß es einem geht wie dem andern.

15Da dachte ich in meinem Herzen: Weil es denn mir geht wie dem Narren, warum habe ich denn nach Weisheit getrachtet? Da dachte ich in meinem Herzen, daß solches auch eitel sei.

16Denn man gedenkt des Weisen nicht immerdar, ebenso wenig wie des Narren, und die künftigen Tage vergessen alles; und wie der Narr stirbt, also auch der Weise.

17Darum verdroß mich zu leben; denn es gefiel mir übel, was unter der Sonne geschieht, daß alles eitel ist und Haschen nach dem Wind.

18Und mich verdroß alle meine Arbeit, die ich unter der Sonne hatte, daß ich dieselbe einem Menschen lassen müßte, der nach mir sein sollte.

19Denn wer weiß, ob er weise oder toll sein wird? und soll doch herrschen in aller meiner Arbeit, die ich weislich getan habe unter der Sonne. Das ist auch eitel.

20Darum wandte ich mich, daß mein Herz abließe von aller Arbeit, die ich tat unter der Sonne.

21Denn es muß ein Mensch, der seine Arbeit mit Weisheit, Vernunft und Geschicklichkeit getan hat, sie einem andern zum Erbteil lassen, der nicht daran gearbeitet hat. Das ist auch eitel und ein großes Unglück.

22Denn was kriegt der Mensch von aller seiner Arbeit und Mühe seines Herzens, die er hat unter der Sonne?

23Denn alle seine Lebtage hat er Schmerzen mit Grämen und Leid, daß auch sein Herz des Nachts nicht ruht. Das ist auch eitel.

24Ist's nun nicht besser dem Menschen, daß er esse und trinke und seine Seele guter Dinge sei in seiner Arbeit? Aber solches sah ich auch, daß es von Gottes Hand kommt.

25Denn wer kann fröhlich essen und sich ergötzen ohne ihn?

26Denn dem Menschen, der ihm gefällt, gibt er Weisheit, Vernunft und Freude; aber dem Sünder gibt er Mühe, daß er sammle und häufe, und es doch dem gegeben werde, der Gott gefällt. Darum ist das auch eitel und Haschen nach dem Wind.

Prediger 3

1Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

2Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist,

3würgen und heilen, brechen und bauen,

4weinen und lachen, klagen und tanzen,

5Stein zerstreuen und Steine sammeln, herzen und ferne sein von Herzen,

6suchen und verlieren, behalten und wegwerfen,

7zerreißen und zunähen, schweigen und reden,

8lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit.

9Man arbeite, wie man will, so hat man doch keinen Gewinn davon.

10Ich sah die Mühe, die Gott den Menschen gegeben hat, daß sie darin geplagt werden.

11Er aber tut alles fein zu seiner Zeit und läßt ihr Herz sich ängsten, wie es gehen solle in der Welt; denn der Mensch kann doch nicht treffen das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

12Darum merkte ich, daß nichts Besseres darin ist denn fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.

13Denn ein jeglicher Mensch, der da ißt und trinkt und hat guten Mut in aller seiner Arbeit, das ist eine Gabe Gottes.

14Ich merkte, daß alles, was Gott tut, das besteht immer: man kann nichts dazutun noch abtun; und solches tut Gott, daß man sich vor ihm fürchten soll.

15Was geschieht, das ist zuvor geschehen, und was geschehen wird, ist auch zuvor geschehen; und Gott sucht wieder auf, was vergangen ist.

16Weiter sah ich unter der Sonne Stätten des Gerichts, da war ein gottlos Wesen, und Stätten der Gerechtigkeit, da waren Gottlose.

17Da dachte ich in meinem Herzen: Gott muß richten den Gerechten und den Gottlosen; denn es hat alles Vornehmen seine Zeit und alle Werke.

18Ich sprach in meinem Herzen: Es geschieht wegen der Menschenkinder, auf daß Gott sie prüfe und sie sehen, daß sie an sich selbst sind wie das Vieh.

19Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt er auch, und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh; denn es ist alles eitel.

20Es fährt alles an einen Ort; es ist alles von Staub gemacht und wird wieder zu Staub.

21Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes abwärts unter die Erde fahre?

22So sah ich denn, daß nichts Besseres ist, als daß ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit; denn das ist sein Teil. Denn wer will ihn dahin bringen, daß er sehe, was nach ihm geschehen wird?

Übersetzung: Lutherbibel 1912