Den Fremden einladen zu bleiben
Monat 12: Auferstanden und gesandt · Andere lieben
Heutiger Bibeltext
Lesen wir gemeinsam: Lukas 24:28–31
28 Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hineingingen; und er stellte sich, als wollte er weiter gehen. 29 Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. 30 Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen. 31 Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.
Merkvers
“Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete?”— Lukas 24:32 (Lutherbibel 1912)
📖 Die Bibel in einem Jahr (optional)
Heutige Lesung: 1. Thessalonicher 4–5; 2. Thessalonicher 1–2
Die ganze Bibel in einem Jahr lesen — tut dies, wenn ihr etwas mehr Zeit habt. (Trost über die, die in Jesus entschlafen sind, freut euch allezeit, und steht fest in der Wahrheit.)Worum es geht
Als der Weg nach Emmaus zu Ende ging, „tat er, als wolle er weitergehen.“ Aber die beiden Jünger ließen ihren freundlichen Begleiter nicht in die Dämmerung verschwinden. „Sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget“ (). Sie wussten noch nicht, dass er Jesus war — für sie war er einfach ein Fremder, der einen langen Weg gegangen war und bald allein in der Dunkelheit stehen würde. Also öffneten sie ihr Haus. Sie deckten den Tisch. Und in genau dieser Geste der Gastfreundschaft — am Tisch, im Brotbrechen — wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Sie hießen einen Fremden willkommen, und der Fremde erwies sich als der Herr selbst.
Das ist eines der stillsten, lieblichsten Bilder des Liebens anderer in den Evangelien. Sie hätten höflich Abschied nehmen und allein zu Abend essen können. Stattdessen drängten sie ihn, zu bleiben. Die Bibel sagt uns später, warum das so wichtig ist: „Vergesset die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt“ (). Wenn wir am Tisch Platz machen für Einsame, neue Kinder, Besucher, Menschen ohne Zuhause — tun wir genau das, was Jesus liebt, und begegnen ihm dort sehr oft. Andere zu lieben ist selten dramatisch. Meist sieht es aus wie eine offene Tür, ein herausgezogener Stuhl, ein „Komm und bleib bei uns.“ Eine Familie, die Gastfreundschaft übt, ist eine Familie, die immer wieder auf Jesus stößt.
Rund um den Tisch
Die beiden Freunde wollten nicht, dass der freundliche Mann allein in der Dunkelheit weitergeht, also sagten sie: „Bleibe bei uns!“ Wenn wir Menschen einladen und unser Essen teilen, freut sich Jesus.
Lasst es uns tun: Zieht einen Stuhl heraus und übt: „Komm rein! Bleib und iss mit uns!“
Die Jünger hießen jemanden willkommen, von dem sie dachten, er sei nur ein müder Fremder — und es war Jesus! Gott liebt es, wenn wir für andere Platz machen.
Reden wir darüber: Wer in der Schule oder in der Gemeinde könnte sich einsam oder ausgeschlossen fühlen? Wie könnten wir sie willkommen heißen?
Ihre Gastfreundschaft war nicht bequem — es war Abend, sie waren müde und trauerten —, und doch drängten sie den Fremden, zu bleiben. Echte Liebe für andere kostet uns etwas ().
Gehen wir tiefer: Wann fällt es dir am schwersten, für jemanden „Platz zu machen“ — und wie könntest du es diese Woche trotzdem tun?
💬 Gesprächsanstoß
Wenn ein völlig neues Kind in der Pause nirgends sitzen kann — was könntest du tun?— Die Emmaus-Freunde machten Platz für einen Fremden — und begegneten Jesus.
🛡️ Den Glauben verteidigen
Selbst kleine Details klingen hier wahr: Die Jünger drängen Jesus zu bleiben, er tut, als wolle er weitergehen, er bricht das Brot. Ehrliche Erinnerung bewahrt solche kleinen, menschlichen Momente — erfundene Geschichten glätten sie weg. Die Evangelien lesen sich wie Zeugnis, nicht wie Mythos ().
Für Papa · Zum Vertiefen
Gastfreundschaft ist eine der am wenigsten gelehrten christlichen Tugenden — und eine der prägendsten Dinge, die eine Familie gemeinsam üben kann. Beachte: Die Jünger erkannten Jesus nicht auf dem Weg, im Gespräch über die Schrift — sie erkannten ihn am Tisch, in der Geste des Willkommens. In der Schrift gibt es ein Muster: Gott zeigt sich immer wieder in der offenen Tür, der gemeinsamen Mahlzeit, dem Raum für den Fremden (denk an Abraham in ). Für einen Vater heißt das: Jüngerschaft ist nicht nur Katechismus und Verse; es ist auch, einen zusätzlichen Stuhl an den Tisch zu ziehen und die Kinder zu lehren, dass unser Zuhause keine Festung, sondern ein Zufluchtsort ist. Wenig predigt den Kindern das Evangelium mächtiger, als zu sehen, wie du Einsame, Unbeholfene und Außenseiter als Gäste behandelst, die deine Zeit wert sind. Öffne diese Woche die Tür — und lass deine Kinder zusehen, wie du Jesus im Willkommen begegnest.
Inspiriert von: Rosaria Butterfield, The Gospel Comes with a House Key.
Lasst uns zusammen beten
„Herr Jesus, danke, dass Menschen dich willkommen hießen, die noch gar nicht wussten, wer du bist. Mach unser Zuhause zu einem Ort offener Türen. Hilf uns, die Einsamen zu sehen und Platz für sie zu machen, und begegne uns, wenn wir andere lieben. In Jesu Namen, Amen.“
Liebe sieht oft aus wie eine offene Tür — und die Familie, die den Fremden willkommen heißt, begegnet Jesus immer wieder.