A Daily DiscipleJünger zu Hause machen
Band 2 · Tag 92 von 365

Hungrig nach dem, was richtig ist

Monat 4: Der Lehrer (Teil 1) · Merkvers

⏱ ≈ 11 Min. gemeinsam

Heutiger Bibeltext

Lesen wir gemeinsam: Matthäus 5:6

6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.

Merkvers

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.Matthäus 5:6 (Lutherbibel 1912)

📖 Die Bibel in einem Jahr (optional)

Heutige Lesung: 1. Könige 7–9

Die ganze Bibel in einem Jahr lesen — tut dies, wenn ihr etwas mehr Zeit habt. (Etwa Tag 92 von 365 — der Tempel ist fertig und Gottes Herrlichkeit erfüllt ihn.)

Worum es geht

Jeder kennt das Gefühl, wirklich, wirklich hungrig zu sein — dieses nagende, an-nichts-anderes-denken-können-Hungergefühl, wenn eine Mahlzeit zu spät kommt. Und jeder kennt den rohen Durst, wenn der Mund trocken ist und man sich nur noch ein kaltes Getränk vorstellen kann. Jesus greift nach diesen zwei stärksten Gefühlen, die wir haben, und sagt: So sehr sollen seine Menschen danach verlangen, mit Gott im Rechten zu sein und das Richtige zu tun. Kein höflicher Wunsch. Ein tiefes, tägliches Verlangen. „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.“

Hier kommt der wunderbare Teil — und er lohnt sich, langsam zu kosten: Jesus segnet nicht die, die vollkommen gerecht sind — er segnet die, die danach hungern. Das Reich gehört nicht denen, die angekommen sind; es gehört denen, die noch hungrig sind. Und er gibt jedem hungrigen Herzen ein Versprechen: „sie sollen satt werden.“ Gott sagt niemandem, er solle nach dem Guten verlangen, und lässt ihn dann leer. Wenn wir hungrig zu ihm kommen, füttert er uns — er vergibt uns, er lässt durch seinen Geist seine eigene Gerechtigkeit in uns wachsen, und eines Tages stillt er uns vollständig. Dieser Wochenvers ist also kein Befehl, sich schuldig zu fühlen; er ist eine Einladung, mit leeren Händen und Hunger an den Tisch zu kommen und zu finden, dass Gott immer genug hat.

Rund um den Tisch

Die Kleinen 3–6

Wenn dein Bauch hungrig ist, willst du wirklich Essen! Jesus sagt, wir sollen das Richtige tun genauso sehr wollen — und er wird uns satt machen.

Lasst es uns tun: Reibt euch den Bauch und sagt: „Ich habe Hunger, das Richtige zu tun!“ Dann nehmt einen fröhlichen Bissen von einem Snack.

Die Mittleren 7–9

Jesus segnet Menschen, die mit Gott im Rechten sein wollen, noch bevor sie es perfekt schaffen. Hungrige Herzen werden satt.

Reden wir darüber: Was ist etwas Richtiges, nach dem du in letzter Zeit Hunger hattest? Wie könntest du Gott bitten, dir zu helfen, es zu tun?

Die Großen 10–13

Merkt: Jesus segnet die Hungrigen, nicht die schon Guten — das Reich ist für Menschen, die noch vorwärtsdrängen und durch Gnade satt werden, nicht durch eigene Anstrengung.

Gehen wir tiefer: Was ist der Unterschied zwischen dem Versuch, Gerechtigkeit zu verdienen, und danach zu hungern? Wen segnet Jesus?

💬 Gesprächsanstoß

Wie hungrig warst du schon einmal? Stellt euch jetzt vor, das Richtige zu tun so sehr zu wollen — was würdet ihr diese Woche anders machen?

🛡️ Den Glauben verteidigen

Jesus verspricht den Hungrigen, sie „sollen satt werden“ — eine zukünftige Gewissheit, kein Vielleicht. Christentum ist kein Wunschdenken; es ruht auf dem vertrauenswürdigen Wort dessen, der von den Toten auferstand und jedes Versprechen hält. Hoffnung, die auf seiner Auferstehung steht, ist Hoffnung, die man verteidigen kann ().

Für Papa · Zum Vertiefen

Spirituellen Hunger kannst du vorleben, aber nicht in deinen Kindern herstellen — doch der eigene Appetit eines Vaters auf Gott ist wild ansteckend. Kinder bekommen selten ein Verlangen nach Gerechtigkeit von einem Elternteil, der Bibelzeit wie eine abzuhakende Aufgabe behandelt. Frag dich heute Abend ehrlich: Hungere und dürste ich wirklich nach Gott, oder habe ich mich mit geringeren Dingen satt gemacht? Augustinus schrieb, unsere Herzen sind unruhig, bis sie in Gott ruhen; das Heilmittel für ein stumpfes Herz ist nicht härteres Anstrengen, sondern sich an Christus zu sättigen, bis der Appetit zurückkehrt. Führe deine Familie zum Tisch, indem du zuerst hungrig wirst.

Inspiriert von: John Stott, Die Botschaft der Bergpredigt.

Lasst uns zusammen beten

„Vater, mach uns hungrig — hungrig, dich zu kennen und das Richtige zu tun. Wir kommen leer zu dir und vertrauen deinem Versprechen, dass du uns satt machen wirst. In Jesu Namen, Amen.“

Nimm es mit

Selig sind die Hungrigen — denn Gott verspricht, sie satt zu machen.