Bibel in einem Jahr (optional)
Fest stehen und gesandt werden · Band 3
Hiob 25–27
Mitlesen und anhören
Hiob 25 · 1/3Audio für dieses Kapitel ist noch nicht verfügbar. (MP3 herunterladen)
Hiob 25
1Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
2Ist nicht Herrschaft und Schrecken bei ihm, der Frieden macht unter seinen Höchsten?
3Wer will seine Kriegsscharen zählen? und über wen geht nicht auf sein Licht?
4Und wie kann ein Mensch gerecht vor Gott sein? und wie kann rein sein eines Weibes Kind?
5Siehe, auch der Mond scheint nicht helle, und die Sterne sind nicht rein vor seinen Augen:
6wie viel weniger ein Mensch, die Made, und ein Menschenkind, der Wurm!
Hiob 26
1Hiob antwortete und sprach:
2Wie stehest du dem bei, der keine Kraft hat, hilfst dem, der keine Stärke in den Armen hat!
3Wie gibst du Rat dem, der keine Weisheit hat, und tust kund Verstandes die Fülle!
4Zu wem redest du? und wes Odem geht von dir aus?
5Die Toten ängsten sich tief unter den Wassern und denen, die darin wohnen.
6Das Grab ist aufgedeckt vor ihm, und der Abgrund hat keine Decke.
7Er breitet aus die Mitternacht über das Leere und hängt die Erde an nichts.
8Er faßt das Wasser zusammen in seine Wolken, und die Wolken zerreißen darunter nicht.
9Er verhüllt seinen Stuhl und breitet seine Wolken davor.
10Er hat um das Wasser ein Ziel gesetzt, bis wo Licht und Finsternis sich scheiden.
11Die Säulen des Himmels zittern und entsetzen sich vor seinem Schelten.
12Von seiner Kraft wird das Meer plötzlich ungestüm, und durch seinen Verstand zerschmettert er Rahab.
13Am Himmel wird's schön durch seinen Wind, und seine Hand durchbohrt die flüchtige Schlange.
14Siehe, also geht sein Tun, und nur ein geringes Wörtlein davon haben wir vernommen. Wer will aber den Donner seiner Macht verstehen?
Hiob 27
1Und Hiob fuhr fort und hob an seine Sprüche und sprach:
2So wahr Gott lebt, der mir mein Recht weigert, und der Allmächtige, der meine Seele betrübt;
3solange mein Odem in mir ist und der Hauch von Gott in meiner Nase ist:
4meine Lippen sollen nichts Unrechtes reden, und meine Zunge soll keinen Betrug sagen.
5Das sei ferne von mir, daß ich euch recht gebe; bis daß mein Ende kommt, will ich nicht weichen von meiner Unschuld.
6Von meiner Gerechtigkeit, die ich habe, will ich nicht lassen; mein Gewissen beißt mich nicht meines ganzen Lebens halben.
7Aber mein Feind müsse erfunden werden als ein Gottloser, und der sich wider mich auflehnt, als ein Ungerechter.
8Denn was ist die Hoffnung des Heuchlers, wenn Gott ein Ende mit ihm macht und seine Seele hinreißt?
9Meinst du das Gott sein Schreien hören wird, wenn die Angst über ihn kommt?
10Oder kann er an dem Allmächtigen seine Lust haben und Gott allezeit anrufen?
11Ich will euch lehren von der Hand Gottes; und was bei dem Allmächtigen gilt, will ich nicht verhehlen.
12Siehe, ihr haltet euch alle für klug; warum bringt ihr denn solch unnütze Dinge vor?
13Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe der Tyrannen, das sie von dem Allmächtigen nehmen werden:
14wird er viele Kinder haben, so werden sie des Schwertes sein; und seine Nachkömmlinge werden des Brots nicht satt haben.
15Die ihm übrigblieben, wird die Seuche ins Grab bringen; und seine Witwen werden nicht weinen.
16Wenn er Geld zusammenbringt wie Staub und sammelt Kleider wie Lehm,
17so wird er es wohl bereiten; aber der Gerechte wird es anziehen, und der Unschuldige wird das Geld austeilen.
18Er baut sein Haus wie eine Spinne, und wie ein Wächter seine Hütte macht.
19Der Reiche, wenn er sich legt, wird er's nicht mitraffen; er wird seine Augen auftun, und da wird nichts sein.
20Es wird ihn Schrecken überfallen wie Wasser; des Nachts wird ihn das Ungewitter wegnehmen.
21Der Ostwind wird ihn wegführen, daß er dahinfährt; und Ungestüm wird ihn von seinem Ort treiben.
22Er wird solches über ihn führen und wird sein nicht schonen; vor seiner Hand muß er fliehen und wieder fliehen.
23Man wird über ihn mit den Händen klatschen und über ihn zischen, wo er gewesen ist.
Übersetzung: Lutherbibel 1912