Bibel in einem Jahr (optional)
Fest stehen und gesandt werden · Band 3
Hiob 37–39
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Hiob 37
1Des entsetzt sich mein Herz und bebt.
2O höret doch, wie der Donner zürnt, und was für Gespräch von seinem Munde ausgeht!
3Er läßt ihn hinfahren unter allen Himmeln, und sein Blitz scheint auf die Enden der Erde.
4Ihm nach brüllt der Donner, und er donnert mit seinem großen Schall; und wenn sein Donner gehört wird, kann man's nicht aufhalten.
5Gott donnert mit seinem Donner wunderbar und tut große Dinge und wird doch nicht erkannt.
6Er spricht zum Schnee, so ist er bald auf Erden, und zum Platzregen, so ist der Platzregen da mit Macht.
7Aller Menschen Hand hält er verschlossen, daß die Leute lernen, was er tun kann.
8Das wilde Tier geht in seine Höhle und bleibt an seinem Ort.
9Von Mittag her kommt Wetter und von Mitternacht Kälte.
10Vom Odem Gottes kommt Frost, und große Wasser ziehen sich eng zusammen.
11Die Wolken beschwert er mit Wasser, und durch das Gewölk bricht sein Licht.
12Er kehrt die Wolken, wo er hin will, daß sie schaffen alles, was er ihnen gebeut, auf dem Erdboden:
13es sei zur Züchtigung über ein Land oder zur Gnade, läßt er sie kommen.
14Da merke auf, Hiob, stehe und vernimm die Wunder Gottes!
15Weißt du wie Gott solches über sie bringt und wie er das Licht aus seinen Wolken läßt hervorbrechen?
16Weißt du wie sich die Wolken ausstreuen, die Wunder des, der vollkommen ist an Wissen?
17Du, des Kleider warm sind, wenn das Land still ist vom Mittagswinde,
18ja, du wirst mit ihm den Himmel ausbreiten, der fest ist wie ein gegossener Spiegel.
19Zeige uns, was wir ihm sagen sollen; denn wir können nichts vorbringen vor Finsternis.
20Wer wird ihm erzählen, daß ich wolle reden? So jemand redet, der wird verschlungen.
21Jetzt sieht man das Licht nicht, das am Himmel hell leuchtet; wenn aber der Wind weht, so wird's klar.
22Von Mitternacht kommt Gold; um Gott her ist schrecklicher Glanz.
23Den Allmächtigen aber können wir nicht finden, der so groß ist von Kraft; das Recht und eine gute Sache beugt er nicht.
24Darum müssen ihn fürchten die Leute; und er sieht keinen an, wie weise sie sind.
Hiob 38
1Und der HERR antwortete Hiob aus dem Wetter und sprach:
2Wer ist der, der den Ratschluß verdunkelt mit Worten ohne Verstand?
3Gürte deine Lenden wie ein Mann; ich will dich fragen, lehre mich!
4Wo warst du, da ich die Erde gründete? Sage an, bist du so klug!
5Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie eine Richtschnur gezogen hat?
6Worauf stehen ihre Füße versenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt,
7da mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Kinder Gottes?
8Wer hat das Meer mit Türen verschlossen, da es herausbrach wie aus Mutterleib,
9da ich's mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln,
10da ich ihm den Lauf brach mit meinem Damm und setzte ihm Riegel und Türen
11und sprach: “Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!”?
12Hast du bei deiner Zeit dem Morgen geboten und der Morgenröte ihren Ort gezeigt,
13daß sie die Ecken der Erde fasse und die Gottlosen herausgeschüttelt werden?
14Sie wandelt sich wie Ton unter dem Siegel, und alles steht da wie im Kleide.
15Und den Gottlosen wird ihr Licht genommen, und der Arm der Hoffärtigen wird zerbrochen.
16Bist du in den Grund des Meeres gekommen und in den Fußtapfen der Tiefe gewandelt?
17Haben sich dir des Todes Tore je aufgetan, oder hast du gesehen die Tore der Finsternis?
18Hast du vernommen wie breit die Erde sei? Sage an, weißt du solches alles!
19Welches ist der Weg, da das Licht wohnt, und welches ist der Finsternis Stätte,
20daß du mögest ergründen seine Grenze und merken den Pfad zu seinem Hause?
21Du weißt es ja; denn zu der Zeit wurdest du geboren, und deiner Tage sind viel.
22Bist du gewesen, da der Schnee her kommt, oder hast du gesehen, wo der Hagel her kommt,
23die ich habe aufbehalten bis auf die Zeit der Trübsal und auf den Tag des Streites und Krieges?
24Durch welchen Weg teilt sich das Licht und fährt der Ostwind hin über die Erde?
25Wer hat dem Platzregen seinen Lauf ausgeteilt und den Weg dem Blitz und dem Donner
26und läßt regnen aufs Land da niemand ist, in der Wüste, da kein Mensch ist,
27daß er füllt die Einöde und Wildnis und macht das Gras wächst?
28Wer ist des Regens Vater? Wer hat die Tropfen des Taues gezeugt?
29Aus wes Leib ist das Eis gegangen, und wer hat den Reif unter dem Himmel gezeugt,
30daß das Wasser verborgen wird wie unter Steinen und die Tiefe oben gefriert?
31Kannst du die Bande der sieben Sterne zusammenbinden oder das Band des Orion auflösen?
32Kannst du den Morgenstern hervorbringen zu seiner Zeit oder den Bären am Himmel samt seinen Jungen heraufführen?
33Weißt du des Himmels Ordnungen, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde?
34Kannst du deine Stimme zu der Wolke erheben, daß dich die Menge des Wassers bedecke?
35Kannst du die Blitze auslassen, daß sie hinfahren und sprechen zu dir: Hier sind wir?
36Wer gibt die Weisheit in das Verborgene? Wer gibt verständige Gedanken?
37Wer ist so weise, der die Wolken zählen könnte? Wer kann die Wasserschläuche am Himmel ausschütten,
38wenn der Staub begossen wird, daß er zuhauf läuft und die Schollen aneinander kleben?
39Kannst du der Löwin ihren Raub zu jagen geben und die jungen Löwen sättigen,
40wenn sie sich legen in ihre Stätten und ruhen in der Höhle, da sie lauern?
41Wer bereitet den Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und fliegen irre, weil sie nicht zu essen haben?
Hiob 39
1Weißt du die Zeit, wann die Gemsen auf den Felsen gebären? oder hast du gemerkt, wann die Hinden schwanger gehen?
2Hast du gezählt ihre Monden, wann sie voll werden? oder weißt du die Zeit, wann sie gebären?
3Sie beugen sich, lassen los ihre Jungen und werden los ihre Wehen.
4Ihre Jungen werden feist und groß im Freien und gehen aus und kommen nicht wieder zu ihnen.
5Wer hat den Wildesel so frei lassen gehen, wer hat die Bande des Flüchtigen gelöst,
6dem ich die Einöde zum Hause gegeben habe und die Wüste zur Wohnung?
7Er verlacht das Getümmel der Stadt; das Pochen des Treibers hört er nicht.
8Er schaut nach den Bergen, da seine Weide ist, und sucht, wo es grün ist.
9Meinst du das Einhorn werde dir dienen und werde bleiben an deiner Krippe?
10Kannst du ihm dein Seil anknüpfen, die Furchen zu machen, daß es hinter dir brache in Tälern?
11Magst du dich auf das Tier verlassen, daß es so stark ist, und wirst es dir lassen arbeiten?
12Magst du ihm trauen, daß es deinen Samen dir wiederbringe und in deine Scheune sammle?
13Der Fittich des Straußes hebt sich fröhlich. Dem frommen Storch gleicht er an Flügeln und Federn.
14Doch läßt er seine Eier auf der Erde und läßt sie die heiße Erde ausbrüten.
15Er vergißt, daß sie möchten zertreten werden und ein wildes Tier sie zerbreche.
16Er wird so hart gegen seine Jungen, als wären sie nicht sein, achtet's nicht, daß er umsonst arbeitet.
17Denn Gott hat ihm die Weisheit genommen und hat ihm keinen Verstand zugeteilt.
18Zu der Zeit, da er hoch auffährt, verlacht er beide, Roß und Mann.
19Kannst du dem Roß Kräfte geben oder seinen Hals zieren mit seiner Mähne?
20Läßt du es aufspringen wie die Heuschrecken? Schrecklich ist sein prächtiges Schnauben.
21Es stampft auf den Boden und ist freudig mit Kraft und zieht aus, den Geharnischten entgegen.
22Es spottet der Furcht und erschrickt nicht und flieht vor dem Schwert nicht,
23wenngleich über ihm klingt der Köcher und glänzen beide, Spieß und Lanze.
24Es zittert und tobt und scharrt in die Erde und läßt sich nicht halten bei der Drommete Hall.
25So oft die Drommete klingt, spricht es: Hui! und wittert den Streit von ferne, das Schreien der Fürsten und Jauchzen.
26Fliegt der Habicht durch deinen Verstand und breitet seine Flügel gegen Mittag?
27Fliegt der Adler auf deinen Befehl so hoch, daß er sein Nest in der Höhe macht?
28In den Felsen wohnt er und bleibt auf den Zacken der Felsen und auf Berghöhen.
29Von dort schaut er nach der Speise, und seine Augen sehen ferne.
30Seine Jungen saufen Blut, und wo Erschlagene liegen, da ist er.
Übersetzung: Lutherbibel 1912