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Bibel in einem Jahr (optional)

Fest stehen und gesandt werden · Band 3

Psalm 55–57

Tag 240 von 365 · Lutherbibel 1912

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Psalm 55 · 1/3
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Psalm 55

1Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, auf Saitenspiel. Gott, erhöre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

2Merke auf mich und erhöre mich, wie ich so kläglich zage und heule,

3daß der Feind so schreit und der Gottlose drängt; denn sie wollen mir eine Tücke beweisen und sind mir heftig gram.

4Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe, und des Todes Furcht ist auf mich gefallen.

5Furcht und Zittern ist mich angekommen, und Grauen hat mich überfallen.

6Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben, da ich flöge und wo bliebe!

7Siehe, so wollt ich ferne wegfliehen und in der Wüste bleiben. (Sela.)

8Ich wollte eilen, daß ich entrönne vor dem Sturmwind und Wetter.

9Mache ihre Zunge uneins, Herr, und laß sie untergehen; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.

10Solches geht Tag und Nacht um und um auf ihren Mauern, und Mühe und Arbeit ist drinnen.

11Schadentun regieret drinnen; Lügen und Trügen läßt nicht von ihrer Gasse.

12Wenn mich doch mein Feind schändete, wollte ich's leiden; und wenn mein Hasser wider mich pochte, wollte ich mich vor ihm verbergen.

13Du aber bist mein Geselle, mein Freund und mein Verwandter,

14die wir freundlich miteinander waren unter uns; wir wandelten im Hause Gottes unter der Menge.

15Der Tod übereile sie, daß sie lebendig in die Hölle fahren; denn es ist eitel Bosheit unter ihrem Haufen.

16Ich aber will zu Gott rufen, und der HERR wird mir helfen.

17Des Abends, Morgens und Mittags will ich klagen und heulen, so wird er meine Stimme hören.

18Er erlöst meine Seele von denen, die an mich wollen, und schafft ihr Ruhe; denn ihrer viele sind wider mich.

19Gott wird hören und sie demütigen, der allewege bleibt. (Sela.) Denn sie werden nicht anders und fürchten Gott nicht.

20Sie legen ihre Hände an seine Friedsamen und entheiligen seinen Bund.

21Ihr Mund ist glätter denn Butter, und sie haben Krieg im Sinn; ihre Worte sind gelinder denn Öl, und sind doch bloße Schwerter.

22Wirf dein Anliegen auf den HERRN; der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen.

23Aber, Gott, du wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube: die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht zur Hälfte bringen. Ich aber hoffe auf dich.

Psalm 56

1Ein gülden Kleinod Davids, von der stummen Taube unter den Fremden, da ihn die Philister griffen zu Gath. Gott, sei mir gnädig, denn Menschen schnauben wider mich; täglich streiten sie und ängsten mich.

2Meine Feinde schnauben täglich; denn viele streiten stolz wider mich.

3Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich.

4Ich will Gottes Namen rühmen; auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten; was sollte mir Fleisch tun?

5Täglich fechten sie meine Worte an; all ihre Gedanken sind, daß sie mir Übel tun.

6Sie halten zuhauf und lauern und haben acht auf meine Fersen, wie sie meine Seele erhaschen.

7Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen? Gott, stoße solche Leute ohne alle Gnade hinunter!

8Zähle die Wege meiner Flucht; fasse meine Tränen in deinen Krug. Ohne Zweifel, du zählst sie.

9Dann werden sich meine Feinde müssen zurückkehren, wenn ich rufe; so werde ich inne, daß du mein Gott bist.

10Ich will rühmen Gottes Wort; ich will rühmen des HERRN Wort.

11Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir die Menschen tun?

12Ich habe dir, Gott, gelobt, daß ich dir danken will;

13denn du hast meine Seele vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, daß ich wandle vor Gott im Licht der Lebendigen.

Psalm 57

1Ein gülden Kleinod Davids, vorzusingen, daß er nicht umkäme, da er vor Saul floh in die Höhle. Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis daß das Unglück vorübergehe.

2Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meines Jammers ein Ende macht.

3Er sendet vom Himmel und hilft mir von der Schmähung des, der wider mich schnaubt. (Sela.) Gott sendet seine Güte und Treue.

4Ich liege mit meiner Seele unter den Löwen; die Menschenkinder sind Flammen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter.

5Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Welt.

6Sie stellen meinem Gang Netze und drücken meine Seele nieder; sie graben vor mir eine Grube, und fallen selbst hinein. (Sela.)

7Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe.

8Wache auf, meine Ehre, wache auf, Psalter und Harfe! Mit der Frühe will ich aufwachen.

9Herr, ich will dir danken unter den Völkern; ich will dir lobsingen unter den Leuten.

10Denn deine Güte ist, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.

11Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Ehre über alle Welt.

Übersetzung: Lutherbibel 1912