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Bibel in einem Jahr (optional)

Fest stehen und gesandt werden · Band 3

Psalm 64–66

Tag 243 von 365 · Lutherbibel 1912

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Psalm 64 · 1/3
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Psalm 64

1Ein Psalm Davids, vorzusingen. Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage; behüte mein Leben vor dem grausamen Feinde.

2Verbirg mich vor der Versammlung der Bösen, vor dem Haufen der Übeltäter,

3welche ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, die mit giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen,

4daß sie heimlich schießen die Frommen; plötzlich schießen sie auf ihn ohne alle Scheu.

5Sie sind kühn mit ihren bösen Anschlägen und sagen, wie sie Stricke legen wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen?

6Sie erdichten Schalkheit und halten's heimlich, sind verschlagen und haben geschwinde Ränke.

7Aber Gott wird sie plötzlich schießen, daß es ihnen wehe tun wird.

8Ihre eigene Zunge wird sie fällen, daß ihrer spotten wird, wer sie sieht.

9Und alle Menschen werden sich fürchten und sagen: “Das hat Gott getan!” und merken, daß es sein Werk sei.

10Die Gerechten werden sich des HERRN freuen und auf ihn trauen, und alle frommen Herzen werden sich des rühmen.

Psalm 65

1Ein Psalm Davids, ein Lied, vorzusingen. Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir bezahlt man Gelübde.

2Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir.

3Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünden vergeben.

4Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässest, daß er wohne in deinen Höfen; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel.

5Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist Zuversicht aller auf Erden und ferne am Meer;

6der die Berge fest setzt in seiner Kraft und gerüstet ist mit Macht;

7der du stillest das Brausen des Meers, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,

8daß sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da webet, gegen Morgen und gegen Abend.

9Du suchst das Land heim und wässerst es und machst es sehr reich. Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. Du läßt ihr Getreide wohl geraten; denn also bauest du das Land.

10Du tränkest seine Furchen und feuchtest sein Gepflügtes; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs.

11Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußtapfen triefen von Fett.

12Die Weiden in der Wüste sind auch fett, daß sie triefen, und die Hügel sind umher lustig.

13Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzet und singet.

Psalm 66

1Ein Psalmlied, vorzusingen. Jauchzet Gott, alle Lande!

2Lobsinget zu Ehren seinem Namen; rühmet ihn herrlich!

3Sprechet zu Gott: “Wie wunderbar sind deine Werke! es wird deinen Feinden fehlen vor deiner großen Macht.

4Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen.” (Sela.)

5Kommet her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun unter den Menschenkindern.

6Er verwandelt das Meer ins Trockene, daß man zu Fuß über das Wasser ging; dort freuten wir uns sein.

7Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich; seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen werden sich nicht erhöhen können. (Sela.)

8Lobet, ihr Völker, unsern Gott; lasset seinen Ruhm weit erschallen,

9der unsre Seelen im Leben erhält und läßt unsre Füße nicht gleiten.

10Denn, Gott, du hast uns versucht und geläutert wie das Silber geläutert wird;

11du hast uns lassen in den Turm werfen; du hast auf unsere Lenden eine Last gelegt;

12du hast Menschen lassen über unser Haupt fahren; wir sind in Feuer und Wasser gekommen: aber du hast uns ausgeführt und erquickt.

13Darum will ich mit Brandopfern gehen in dein Haus und dir meine Gelübde bezahlen,

14wie ich meine Lippen habe aufgetan und mein Mund geredet hat in meiner Not.

15Ich will dir Brandopfer bringen von feisten Schafen samt dem Rauch von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. (Sela.)

16Kommet her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat.

17Zu ihm rief ich mit meinem Munde, und pries ihn mit meiner Zunge.

18Wo ich Unrechtes vorhätte in meinem Herzen, so würde der Herr nicht hören;

19aber Gott hat mich erhört und gemerkt auf mein Flehen.

20Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Übersetzung: Lutherbibel 1912