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Bibel in einem Jahr (optional)

Fest stehen und gesandt werden · Band 3

Psalm 73–75

Tag 246 von 365 · Lutherbibel 1912

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Psalm 73 · 1/3
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Psalm 73

1Ein Psalm Asaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.

2Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten.

3Denn es verdroß mich der Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging.

4Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.

5Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.

6Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohl getan heißen.

7Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken.

8Sie achten alles für nichts und reden übel davon und reden und lästern hoch her.

9Was sie reden, daß muß vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden.

10Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser

11und sprechen: “Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten?”

12Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich.

13Soll es denn umsonst sein, daß mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche,

14ich bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?

15Ich hätte auch schier so gesagt wie sie; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle meine Kinder, die je gewesen sind.

16Ich dachte ihm nach, daß ich's begreifen möchte; aber es war mir zu schwer,

17bis daß ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.

18Ja, du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden.

19Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.

20Wie ein Traum, wenn einer erwacht, so machst du, Herr, ihr Bild in der Stadt verschmäht.

21Da es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meine Nieren,

22da war ich ein Narr und wußte nichts; ich war wie ein Tier vor dir.

23Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,

24du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich in Ehren an.

25Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

26Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

27Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um, alle die von dir abfallen.

28Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setzte auf den Herrn HERRN, daß ich verkündige all dein Tun.

Psalm 74

1Eine Unterweisung Asaphs. Gott, warum verstößest du uns so gar und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide?

2Gedenke an deine Gemeinde, die du vor alters erworben und dir zum Erbteil erlöst hast, an den Berg Zion, darauf du wohnest.

3Hebe deine Schritte zum dem, was so lange wüst liegt. Der Feind hat alles verderbt im Heiligtum.

4Deine Widersacher brüllen in deinen Häusern und setzen ihre Götzen darein.

5Man sieht die Äxte obenher blinken, wie man in einen Wald haut;

6sie zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barte.

7Sie verbrennen dein Heiligtum; sie entweihen und werfen zu Boden die Wohnung deines Namens.

8Sie sprechen in ihrem Herzen; “Laßt uns sie plündern!” Sie verbrennen alle Häuser Gottes im Lande.

9Unsere Zeichen sehen wir nicht, und kein Prophet predigt mehr, und keiner ist bei uns, der weiß, wie lange.

10Ach Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen und der Feind deinen Namen so gar verlästern?

11Warum wendest du deine Hand ab? Ziehe von deinem Schoß dein Rechte und mache ein Ende.

12Gott ist ja mein König von alters her, der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.

13Du zertrennst das Meer durch dein Kraft und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser.

14Du zerschlägst die Köpfe der Walfische und gibst sie zur Speise dem Volk in der Einöde.

15Du lässest quellen Brunnen und Bäche; du läßt versiegen starke Ströme.

16Tag und Nacht ist dein; du machst, daß Sonne und Gestirn ihren gewissen Lauf haben.

17Du setzest einem jeglichen Lande seine Grenze; Sommer und Winter machst du.

18So gedenke doch des, daß der Feind den HERRN schmäht und ein töricht Volk lästert deinen Namen.

19Du wollest nicht dem Tier geben die Seele deiner Turteltaube, und der Herde deiner Elenden nicht so gar vergessen.

20Gedenke an den Bund; denn das Land ist allenthalben jämmerlich verheert, und die Häuser sind zerrissen.

21Laß den Geringen nicht in Schanden davongehen; laß die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.

22Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache; gedenke an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt.

23Vergiß nicht des Geschreis deiner Feinde; das Toben deiner Widersacher wird je länger, je größer.

Psalm 75

1Ein Psalm und Lied Asaphs, daß er nicht umkäme, vorzusingen. Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, daß dein Name so nahe ist.

2“Denn zu seiner Zeit, so werde ich recht richten.

3Das Land zittert und alle, die darin wohnen; aber ich halte seine Säulen fest.” (Sela.)

4Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so! und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!

5pochet nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht halsstarrig,

6es habe keine Not, weder vom Anfang noch vom Niedergang noch von dem Gebirge in der Wüste.

7Denn Gott ist Richter, der diesen erniedrigt und jenen erhöht.

8Denn der HERR hat einen Becher in der Hand und mit starkem Wein voll eingeschenkt und schenkt aus demselben; aber die Gottlosen müssen alle trinken und die Hefen aussaufen.

9Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem Gott Jakobs.

10“Und will alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, daß die Gewalt des Gerechten erhöht werde.”

Übersetzung: Lutherbibel 1912