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Bibel in einem Jahr (optional)

Fest stehen und gesandt werden · Band 3

Sprüche 8–10

Tag 274 von 365 · Lutherbibel 1912

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Sprüche 8 · 1/3
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Sprüche 8

1Ruft nicht die Weisheit, und die Klugheit läßt sich hören?

2Öffentlich am Wege und an der Straße steht sie.

3An den Toren bei der Stadt, da man zur Tür eingeht, schreit sie:

4O ihr Männer, ich schreie zu euch und rufe den Leuten.

5Merkt, ihr Unverständigen, auf Klugheit und, ihr Toren, nehmt es zu Herzen!

6Höret, denn ich will reden, was fürstlich ist, und lehren, was recht ist.

7Denn mein Mund soll die Wahrheit reden, und meine Lippen sollen hassen, was gottlos ist.

8Alle Reden meines Mundes sind gerecht; es ist nichts Verkehrtes noch falsches darin.

9Sie sind alle gerade denen, die sie verstehen, und richtig denen, die es annehmen wollen.

10Nehmet an meine Zucht lieber denn Silber, und die Lehre achtet höher denn köstliches Gold.

11Denn Weisheit ist besser als Perlen; und alles, was man wünschen mag, kann ihr nicht gleichen.

12Ich, Weisheit, wohne bei der Klugheit und weiß guten Rat zu geben.

13Die Furcht des HERRN haßt das Arge, die Hoffart, den Hochmut und bösen Weg; und ich bin feind dem verkehrten Mund.

14Mein ist beides, Rat und Tat; ich habe Verstand und Macht.

15Durch mich regieren die Könige und setzen die Ratsherren das Recht.

16Durch mich herrschen die Fürsten und alle Regenten auf Erden.

17Ich liebe, die mich lieben; und die mich frühe suchen, finden mich.

18Reichtum und Ehre ist bei mir, währendes Gut und Gerechtigkeit.

19Meine Frucht ist besser denn Gold und feines Gold und mein Ertrag besser denn auserlesenes Silber.

20Ich wandle auf dem rechten Wege, auf der Straße des Rechts,

21daß ich wohl versorge, die mich lieben, und ihre Schätze vollmache.

22Der HERR hat mich gehabt im Anfang seiner Wege; ehe er etwas schuf, war ich da.

23Ich bin eingesetzt von Ewigkeit, von Anfang, vor der Erde.

24Da die Tiefen noch nicht waren, da war ich schon geboren, da die Brunnen noch nicht mit Wasser quollen.

25Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln war ich geboren,

26da er die Erde noch nicht gemacht hatte und was darauf ist, noch die Berge des Erdbodens.

27Da er die Himmel bereitete, war ich daselbst, da er die Tiefe mit seinem Ziel faßte.

28Da er die Wolken droben festete, da er festigte die Brunnen der Tiefe,

29da er dem Meer das Ziel setzte und den Wassern, daß sie nicht überschreiten seinen Befehl, da er den Grund der Erde legte:

30da war ich der Werkmeister bei ihm und hatte meine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit

31und spielte auf seinem Erdboden, und meine Lust ist bei den Menschenkindern.

32So gehorchet mir nun, meine Kinder. Wohl denen, die meine Wege halten!

33Höret die Zucht und werdet weise und lasset sie nicht fahren.

34Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, daß er wache an meiner Tür täglich, daß er warte an den Pfosten meiner Tür.

35Wer mich findet, der findet das Leben und wird Wohlgefallen vom HERRN erlangen.

36Wer aber an mir sündigt, der verletzt seine Seele. Alle, die mich hassen, lieben den Tod.

Sprüche 9

1Die Weisheit baute ihr Haus und hieb sieben Säulen,

2schlachtete ihr Vieh und trug ihren Wein auf und bereitete ihren Tisch

3und sandte ihre Dirnen aus, zu rufen oben auf den Höhen der Stadt:

4“Wer verständig ist, der mache sich hierher!”, und zum Narren sprach sie:

5“Kommet, zehret von meinem Brot und trinket den Wein, den ich schenke;

6verlaßt das unverständige Wesen, so werdet ihr leben, und gehet auf dem Wege der Klugheit.”

7Wer den Spötter züchtigt, der muß Schande auf sich nehmen; und wer den Gottlosen straft, der muß gehöhnt werden.

8Strafe den Spötter nicht, er haßt dich; strafe den Weisen, der wird dich lieben.

9Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.

10Der Weisheit Anfang ist des HERRN Furcht, und den Heiligen erkennen ist Verstand.

11Denn durch mich werden deiner Tage viel werden und werden dir der Jahre des Lebens mehr werden.

12Bist du weise, so bist du dir weise; bist du ein Spötter, so wirst du es allein tragen.

13Es ist aber ein törichtes, wildes Weib, voll Schwätzens, und weiß nichts;

14die sitzt in der Tür ihres Hauses auf dem Stuhl, oben in der Stadt,

15zu laden alle, die vorübergehen und richtig auf ihrem Wege wandeln:

16“Wer unverständig ist, der mache sich hierher!”, und zum Narren spricht sie:

17“Die gestohlenen Wasser sind süß, und das verborgene Brot schmeckt wohl.”

18Er weiß aber nicht, daß daselbst Tote sind und ihre Gäste in der tiefen Grube.

Sprüche 10

1Dies sind die Sprüche Salomos. Ein weiser Sohn ist seines Vaters Freude; aber ein törichter Sohn ist seiner Mutter Grämen.

2Unrecht Gut hilft nicht; aber Gerechtigkeit errettet vor dem Tode.

3Der HERR läßt die Seele des Gerechten nicht Hunger leiden; er stößt aber weg der Gottlosen Begierde.

4Lässige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich.

5Wer im Sommer sammelt, der ist klug; wer aber in der Ernte schläft, wird zu Schanden.

6Den Segen hat das Haupt des Gerechten; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen.

7Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen; aber der Gottlosen Name wird verwesen.

8Wer weise von Herzen ist nimmt die Gebote an; wer aber ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.

9Wer unschuldig lebt, der lebt sicher; wer aber verkehrt ist auf seinen Wegen, wird offenbar werden.

10Wer mit Augen winkt, wird Mühsal anrichten; und der ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.

11Des Gerechten Mund ist ein Brunnen des Lebens; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen.

12Haß erregt Hader; aber Liebe deckt zu alle Übertretungen.

13In den Lippen des Verständigen findet man Weisheit; aber auf den Rücken der Narren gehört eine Rute.

14Die Weisen bewahren die Lehre; aber der Narren Mund ist nahe dem Schrecken.

15Das Gut des Reichen ist seine feste Stadt; aber die Armen macht die Armut blöde.

16Der Gerechte braucht sein Gut zum Leben; aber der Gottlose braucht sein Einkommen zur Sünde.

17Die Zucht halten ist der Weg zum Leben; wer aber der Zurechtweisung nicht achtet, der bleibt in der Irre.

18Falsche Mäuler bergen Haß; und wer verleumdet, der ist ein Narr.

19Wo viel Worte sind, da geht's ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen hält, ist klug.

20Des Gerechten Zunge ist köstliches Silber; aber der Gottlosen Herz ist wie nichts.

21Des Gerechten Lippen weiden viele; aber die Narren werden an ihrer Torheit sterben.

22Der Segen des HERRN macht reich ohne Mühe.

23Ein Narr treibt Mutwillen und hat dazu noch seinen Spott; aber der Mann ist weise, der aufmerkt.

24Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben.

25Der Gottlose ist wie ein Wetter, das vorübergeht und nicht mehr ist; der Gerechte aber besteht ewiglich.

26Wie der Essig den Zähnen und der Rauch den Augen tut, so tut der Faule denen, die ihn senden.

27Die Furcht des HERRN mehrt die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.

28Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein.

29Der Weg des HERRN ist des Frommen Trotz; aber die Übeltäter sind blöde.

30Der Gerechte wird nimmermehr umgestoßen; aber die Gottlosen werden nicht im Lande bleiben.

31Der Mund des Gerechten bringt Weisheit; aber die Zunge der Verkehrten wird ausgerottet.

32Die Lippen der Gerechten lehren heilsame Dinge; aber der Gottlosen Mund ist verkehrt.

Übersetzung: Lutherbibel 1912