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Fest stehen und gesandt werden · Band 3
Sprüche 17–19
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Sprüche 17
1Es ist ein trockner Bissen, daran man sich genügen läßt, besser denn ein Haus voll Geschlachtetes mit Hader.
2Ein kluger Knecht wird herrschen über unfleißige Erben und wird unter den Brüdern das Erbe austeilen.
3Wie das Feuer Silber und der Ofen Gold, also prüft der HERR die Herzen.
4Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein Falscher gehorcht den schädlichen Zungen.
5Wer des Dürftigen spottet, der höhnt desselben Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, der wird nicht ungestraft bleiben.
6Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Väter.
7Es steht einem Narren nicht wohl an, von hohen Dingen reden, viel weniger einem Fürsten, daß er gern lügt.
8Wer zu schenken hat, dem ist's ein Edelstein; wo er sich hin kehrt, ist er klug geachtet.
9Wer Sünde zudeckt, der macht Freundschaft; wer aber die Sache aufrührt, der macht Freunde uneins.
10Schelten bringt mehr ein an dem Verständigen denn hundert Schläge an dem Narren.
11Ein bitterer Mensch trachtet, eitel Schaden zu tun; aber es wird ein grimmiger Engel über ihn kommen.
12Es ist besser, einem Bären begegnen, dem die Jungen geraubt sind, denn einem Narren in seiner Narrheit.
13Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird Böses nicht lassen.
14Wer Hader anfängt, ist gleich dem, der dem Wasser den Damm aufreißt. Laß du vom Hader, ehe du drein gemengt wirst.
15Wer den Gottlosen gerechtspricht und den Gerechten verdammt, die sind beide dem HERRN ein Greuel.
16Was soll dem Narren Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen, so er doch ein Narr ist?
17Ein Freund liebt allezeit, und als ein Bruder wird er in Not erfunden.
18Es ist ein Narr, der in die Hand gelobt und Bürge wird für seinen Nächsten.
19Wer Zank liebt, der liebt Sünde; und wer seine Türe hoch macht, ringt nach Einsturz.
20Ein verkehrtes Herz findet nichts Gutes; und der verkehrter Zunge ist, wird in Unglück fallen.
21Wer einen Narren zeugt, der hat Grämen; und eines Narren Vater hat keine Freude.
22Ein fröhlich Herz macht das Leben lustig; aber ein betrübter Mut vertrocknet das Gebein.
23Der Gottlose nimmt heimlich gern Geschenke, zu beugen den Weg des Rechts.
24Ein Verständiger gebärdet sich weise; ein Narr wirft die Augen hin und her.
25Ein törichter Sohn ist seines Vaters Trauern und Betrübnis der Mutter, die ihn geboren hat.
26Es ist nicht gut, daß man den Gerechten schindet, noch den Edlen zu schlagen, der recht handelt.
27Ein Vernünftiger mäßigt seine Rede; und ein verständiger Mann ist kaltes Muts.
28Ein Narr, wenn er schwiege, wurde auch für weise gerechnet, und für verständig, wenn er das Maul hielte.
Sprüche 18
1Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und setzt sich wider alles, was gut ist.
2Ein Narr hat nicht Lust am Verstand, sondern kundzutun, was in seinem Herzen steckt.
3Wo der Gottlose hin kommt, da kommt Verachtung und Schmach mit Hohn.
4Die Worte in eines Mannes Munde sind wie tiefe Wasser, und die Quelle der Weisheit ist ein voller Strom.
5Es ist nicht gut, die Person des Gottlosen achten, zu beugen den Gerechten im Gericht.
6Die Lippen des Narren bringen Zank, und sein Mund ringt nach Schlägen.
7Der Mund des Narren schadet ihm selbst, und seine Lippen fangen seine eigene Seele.
8Die Worte des Verleumders sind Schläge und gehen einem durchs Herz.
9Wer lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des, der das Seine umbringt.
10Der Name des HERRN ist ein festes Schloß; der Gerechte läuft dahin und wird beschirmt.
11Das Gut des Reichen ist ihm eine feste Stadt und wie hohe Mauern in seinem Dünkel.
12Wenn einer zu Grunde gehen soll, wird sein Herz zuvor stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muß man zuvor leiden.
13Wer antwortet ehe er hört, dem ist's Narrheit und Schande.
14Wer ein fröhlich Herz hat, der weiß sich in seinem Leiden zu halten; wenn aber der Mut liegt, wer kann's tragen?
15Ein verständiges Herz weiß sich vernünftig zu halten; und die Weisen hören gern, wie man vernünftig handelt.
16Das Geschenk des Menschen macht ihm Raum und bringt ihn vor die großen Herren.
17Ein jeglicher ist zuerst in seiner Sache gerecht; kommt aber sein Nächster hinzu, so findet sich's.
18Das Los stillt den Hader und scheidet zwischen den Mächtigen.
19Ein verletzter Bruder hält härter den eine feste Stadt, und Zank hält härter denn Riegel am Palast.
20Einem Mann wird vergolten, darnach sein Mund geredet hat, und er wird gesättigt von der Frucht seiner Lippen.
21Tod und Leben steht in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, der wird von ihrer Frucht essen.
22Wer eine Ehefrau findet, der findet etwas Gutes und kann guter Dinge sein im HERRN.
23Ein Armer redet mit Flehen, ein Reicher antwortet stolz.
24Ein treuer Freund liebt mehr uns steht fester bei denn ein Bruder.
Sprüche 19
1Ein Armer, der in seiner Frömmigkeit wandelt, ist besser denn ein Verkehrter mit seinen Lippen, der doch ein Narr ist.
2Wo man nicht mit Vernunft handelt, da geht's nicht wohl zu; und wer schnell ist mit Füßen, der tut sich Schaden.
3Die Torheit eines Menschen verleitet seinen Weg, und doch tobt sein Herz wider den HERRN.
4Gut macht viele Freunde; aber der Arme wird von seinen Freunden verlassen.
5Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer Lügen frech redet, wird nicht entrinnen.
6Viele schmeicheln der Person des Fürsten; und alle sind Freunde des, der Geschenke gibt.
7Den Armen hassen alle seine Brüder; wie viel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern! Und wer sich auf Worte verläßt, dem wird nichts.
8Wer klug wird, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.
9Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen.
10Dem Narren steht nicht wohl an, gute Tage haben, viel weniger einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.
11Wer geduldig ist, der ist ein kluger Mensch, und ist ihm eine Ehre, daß er Untugend überhören kann.
12Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; aber seine Gnade ist wie der Tau auf dem Grase.
13Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und ein zänkisches Weib ein stetiges Triefen.
14Haus und Güter vererben die Eltern; aber ein vernünftiges Weib kommt vom HERRN.
15Faulheit bringt Schlafen, und eine lässige Seele wird Hunger leiden.
16Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber seines Weges nicht achtet, wird sterben.
17Wer sich des Armen erbarmt, der leihet dem HERRN; der wird ihm wieder Gutes vergelten.
18Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist; aber laß deine Seele nicht bewegt werden, ihn zu töten.
19Großer Grimm muß Schaden leiden; denn willst du ihm steuern, so wird er noch größer.
20Gehorche dem Rat, und nimm Zucht an, daß du hernach weise seiest.
21Es sind viel Anschläge in eines Mannes Herzen; aber der Rat des HERRN besteht.
22Ein Mensch hat Lust an seiner Wohltat; und ein Armer ist besser denn ein Lügner.
23Die Furcht des HERRN fördert zum Leben, und wird satt bleiben, daß kein Übel sie heimsuchen wird.
24Der Faule verbirgt seine Hand im Topf und bringt sie nicht wieder zum Munde.
25Schlägt man den Spötter, so wird der Unverständige klug; straft man einen Verständigen, so wird er vernünftig.
26Wer Vater verstört und Mutter verjagt, der ist ein schändliches und verfluchtes Kind.
27Laß ab, mein Sohn, zu hören die Zucht, und doch abzuirren von vernünftiger Lehre.
28Ein loser Zeuge spottet des Rechts, und der Gottlosen Mund verschlingt das Unrecht.
29Den Spöttern sind Strafen bereitet, und Schläge auf der Narren Rücken.
Übersetzung: Lutherbibel 1912