Bibel in einem Jahr (optional)
Fest stehen und gesandt werden · Band 3
Sprüche 26–28
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Sprüche 26
1Wie der Schnee im Sommer und Regen in der Ernte, also reimt sich dem Narren die Ehre nicht.
2Wie ein Vogel dahinfährt und eine Schwalbe fliegt, also ein unverdienter Fluch trifft nicht.
3Dem Roß eine Geißel und dem Esel einen Zaum und dem Narren eine Rute auf den Rücken!
4Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit, daß du ihm nicht auch gleich werdest.
5Antworte aber dem Narren nach seiner Narrheit, daß er sich nicht weise lasse dünken.
6Wer eine Sache durch einen törichten Boten ausrichtet, der ist wie ein Lahmer an den Füßen und nimmt Schaden.
7Wie einem Krüppel das Tanzen, also steht den Narren an, von Weisheit zu reden.
8Wer einem Narren Ehre antut, das ist, als wenn einer einen edlen Stein auf den Rabenstein würfe.
9Ein Spruch in eines Narren Mund ist wie ein Dornzweig, der in eines Trunkenen Hand sticht.
10Ein guter Meister macht ein Ding recht; aber wer einen Stümper dingt, dem wird's verderbt.
11Wie ein Hund sein Gespeites wieder frißt, also ist der Narr, der seine Narrheit wieder treibt.
12Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist an einem Narren mehr Hoffnung denn an ihm.
13Der Faule spricht: Es ist ein junger Löwe auf dem Wege und ein Löwe auf den Gassen.
14Ein Fauler wendet sich im Bette wie die Tür in der Angel.
15Der Faule verbirgt seine Hand in dem Topf, und wird ihm sauer, daß er sie zum Munde bringe.
16Ein Fauler dünkt sich weiser denn sieben, die da Sitten lehren.
17Wer vorgeht und sich mengt in fremden Hader, der ist wie einer, der den Hund bei den Ohren zwackt.
18Wie ein Unsinniger mit Geschoß und Pfeilen schießt und tötet,
19also tut ein falscher Mensch mit seinem Nächsten und spricht danach: Ich habe gescherzt.
20Wenn nimmer Holz da ist, so verlischt das Feuer; und wenn der Verleumder weg ist, so hört der Hader auf.
21Wie die Kohlen eine Glut und Holz ein Feuer, also facht ein zänkischer Mann Hader an.
22Die Worte des Verleumders sind wie Schläge, und sie gehen durchs Herz.
23Brünstige Lippen und ein böses Herz ist wie eine Scherbe, mit Silberschaum überzogen.
24Der Feind verstellt sich mit seiner Rede, und im Herzen ist er falsch.
25Wenn er seine Stimme holdselig macht, so glaube ihm nicht; denn es sind sieben Greuel in seinem Herzen.
26Wer den Haß heimlich hält, Schaden zu tun, des Bosheit wird vor der Gemeinde offenbar werden.
27Wer eine Grube macht, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.
28Eine falsche Zunge haßt den, der sie straft; und ein Heuchelmaul richtet Verderben an.
Sprüche 27
1Rühme dich nicht des morgenden Tages; denn du weißt nicht, was heute sich begeben mag.
2Laß dich einen andern loben, und nicht deinen Mund, einen Fremden, und nicht deine eigenen Lippen.
3Stein ist schwer und Sand ist Last; aber des Narren Zorn ist schwerer denn die beiden.
4Zorn ist ein wütig Ding, und Grimm ist ungestüm; aber wer kann vor dem Neid bestehen?
5Offene Strafe ist besser denn heimliche Liebe.
6Die Schläge des Liebhabers meinen's recht gut; aber die Küsse des Hassers sind gar zu reichlich.
7Eine satte Seele zertritt wohl Honigseim; aber einer hungrigen Seele ist alles Bittere süß.
8Wie ein Vogel, der aus seinem Nest weicht, also ist, wer von seiner Stätte weicht.
9Das Herz erfreut sich an Salbe und Räuchwerk; aber ein Freund ist lieblich um Rats willen der Seele.
10Deinen Freund und deines Vaters Freund verlaß nicht, und gehe nicht ins Haus deines Bruders, wenn dir's übel geht; denn dein Nachbar in der Nähe ist besser als dein Bruder in der Ferne.
11Sei weise, mein Sohn, so freut sich mein Herz, so will ich antworten dem, der mich schmäht.
12Ein Kluger sieht das Unglück und verbirgt sich; aber die Unverständigen gehen hindurch und leiden Schaden.
13Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um der Fremden willen.
14Wenn einer seinen Nächsten des Morgens früh mit lauter Stimme segnet, das wird ihm für einen Fluch gerechnet.
15Ein zänkisches Weib und stetiges Triefen, wenn's sehr regnet, werden wohl miteinander verglichen.
16Wer sie aufhält, der hält den Wind und will das Öl mit der Hand fassen.
17Ein Messer wetzt das andere und ein Mann den andern.
18Wer seinen Feigenbaum bewahrt, der ißt Früchte davon; und wer seinen Herrn bewahrt, wird geehrt.
19Wie das Spiegelbild im Wasser ist gegenüber dem Angesicht, also ist eines Menschen Herz gegenüber dem andern.
20Hölle und Abgrund werden nimmer voll, und der Menschen Augen sind auch unersättlich.
21Ein Mann wird durch den Mund des, der ihn lobt, bewährt wie Silber im Tiegel und das Gold im Ofen.
22Wenn du den Narren im Mörser zerstießest mit dem Stämpel wie Grütze, so ließe doch seine Narrheit nicht von ihm.
23Auf deine Schafe habe acht und nimm dich deiner Herden an.
24Denn Gut währt nicht ewiglich, und die Krone währt nicht für und für.
25Das Heu ist weggeführt, und wiederum ist Gras da und wird Kraut auf den Bergen gesammelt.
26Die Lämmer kleiden dich und die Böcke geben dir das Geld, einen Acker zu kaufen.
27Du hast Ziegenmilch genug zu deiner Speise, zur Speise deines Hauses und zur Nahrung deiner Dirnen.
Sprüche 28
1Der Gottlose flieht, und niemand jagt ihn; der Gerechte aber ist getrost wie ein junger Löwe.
2Um des Landes Sünde willen werden viel Änderungen der Fürstentümer; aber um der Leute willen, die verständig und vernünftig sind, bleiben sie lange.
3Ein armer Mann, der die Geringen bedrückt, ist wie ein Meltau, der die Frucht verdirbt.
4Die das Gesetz verlassen, loben den Gottlosen; die es aber bewahren, sind unwillig auf sie.
5Böse Leute merken nicht aufs Recht; die aber nach dem HERRN fragen, merken auf alles.
6Es ist besser ein Armer, der in seiner Frömmigkeit geht, denn ein Reicher, der in verkehrten Wegen geht.
7Wer das Gesetz bewahrt, ist ein verständiges Kind; wer aber der Schlemmer Geselle ist, schändet seinen Vater.
8Wer sein Gut mehrt mit Wucher und Zins, der sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt.
9Wer sein Ohr abwendet, das Gesetz zu hören, des Gebet ist ein Greuel.
10Wer die Frommen verführt auf bösem Wege, der wird in seine Grube fallen; aber die Frommen werden Gutes ererben.
11Ein Reicher dünkt sich, weise zu sein; aber ein verständiger Armer durchschaut ihn.
12Wenn die Gerechten Oberhand haben, so geht's sehr fein zu; wenn aber Gottlose aufkommen, wendet sich's unter den Leuten.
13Wer seine Missetat leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen.
14Wohl dem, der sich allewege fürchtet; wer aber sein Herz verhärtet, wird in Unglück fallen.
15Ein Gottloser, der über ein armes Volk regiert, das ist ein brüllender Löwe und gieriger Bär.
16Wenn ein Fürst ohne Verstand ist, so geschieht viel Unrecht; wer aber den Geiz haßt, der wird lange leben.
17Ein Mensch, der am Blut einer Seele schuldig ist, der wird flüchtig sein bis zur Grube, und niemand halte ihn auf.
18Wer fromm einhergeht, dem wird geholfen; wer aber verkehrtes Weges ist, wird auf einmal fallen.
19Wer seinen Acker baut, wird Brot genug haben; wer aber dem Müßiggang nachgeht, wird Armut genug haben.
20Ein treuer Mann wird viel gesegnet; wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht unschuldig bleiben.
21Person ansehen ist nicht gut; und mancher tut übel auch wohl um ein Stück Brot.
22Wer eilt zum Reichtum und ist neidisch, der weiß nicht, daß Mangel ihm begegnen wird.
23Wer einen Menschen straft, wird hernach Gunst finden, mehr denn der da heuchelt.
24Wer seinem Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.
25Ein Stolzer erweckt Zank; wer aber auf den HERRN sich verläßt, wird gelabt.
26Wer sich auf sein Herz verläßt, ist ein Narr; wer aber mit Weisheit geht, wird entrinnen.
27Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird viel verflucht.
28Wenn die Gottlosen aufkommen, so verbergen sich die Leute; wenn sie aber umkommen, werden der Gerechten viel.
Übersetzung: Lutherbibel 1912