Bibel in einem Jahr (optional)
Gott kennenlernen · Band 1
Psalm 32; Psalm 38; Psalm 51; Psalm 86; Psalm 122
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Psalm 32
1Eine Unterweisung Davids. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist!
2Wohl dem Menschen, dem der HERR die Missetat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist!
3Denn da ich's wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen.
4Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. (Sela.)
5Darum bekannte ich dir meine Sünde und verhehlte meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Missetat meiner Sünde. (Sela.)
6Um deswillen werden die Heiligen zu dir beten zur rechten Zeit; darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an dieselben gelangen.
7Du bist mein Schirm; du wirst mich vor Angst behüten, daß ich errettet gar fröhlich rühmen kann. (Sela.)
8“Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.”
9Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die nicht verständig sind, welchen man Zaum und Gebiß muß ins Maul legen, wenn sie nicht zu dir wollen.
10Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HERRN hofft, den wird die Güte umfangen.
11Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen.
Psalm 38
1Ein Psalm Davids, zum Gedächtnis. HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm.
2Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drückt mich.
3Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Drohen und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde.
4Denn meine Sünden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.
5Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Torheit.
6Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig.
7Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe.
8Es ist mir gar anders denn zuvor, und ich bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens.
9Herr, vor dir ist alle meine Begierde, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
10Mein Herz bebt, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir.
11Meine Lieben und Freunde treten zurück und scheuen meine Plage, und meine Nächsten stehen ferne.
12Und die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; und die mir übelwollen, reden, wie sie Schaden tun wollen, und gehen mit eitel Listen um.
13Ich aber muß sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut,
14und muß sein wie einer, der nicht hört und der keine Widerrede in seinem Munde hat.
15Aber ich harre, HERR, auf dich; du, Herr, mein Gott, wirst erhören.
16Denn ich denke: Daß sie sich ja nicht über mich freuen! Wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich.
17Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir.
18Denn ich zeige meine Missetat an und sorge wegen meiner Sünde.
19Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich unbillig hassen, derer ist viel.
20Und die mir Arges tun um Gutes, setzen sich wider mich, darum daß ich an dem Guten halte.
21Verlaß mich nicht, HERR! Mein Gott, sei nicht ferne von mir!
22Eile, mir beizustehen, Herr, meine Hilfe.
Psalm 51
1Ein Psalm Davids, vorzusingen; da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bath-Seba eingegangen. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.
2Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde.
3Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.
4An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst.
5Siehe, ich bin in sündlichem Wesen geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.
6Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du lässest mich wissen die heimliche Weisheit.
7Entsündige mich mit Isop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde.
8Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.
9Verbirg dein Antlitz von meinen Sünden und tilge alle meine Missetaten.
10Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.
11Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
12Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem freudigen Geist rüste mich aus.
13Ich will die Übertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren.
14Errette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.
15Herr, tue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige.
16Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir's sonst wohl geben, und Brandopfer gefallen dir nicht.
17Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
18Tue wohl an Zion nach deiner Gnade; baue die Mauern zu Jerusalem.
19Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer; dann wird man Farren auf deinem Altar opfern.
Psalm 86
1Ein Gebet Davids. HERR, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm.
2Bewahre meine Seele; denn ich bin heilig. Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verläßt auf dich.
3Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir!
4Erfreue die Seele deines Knechtes; denn nach dir, Herr, verlangt mich.
5Denn du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich anrufen.
6Vernimm, HERR, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens.
7In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören.
8Herr, dir ist keiner gleich unter den Göttern, und ist niemand, der tun kann wie du.
9Alle Heiden die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren,
10daß du so groß bist und Wunder tust und allein Gott bist.
11Weise mir, HERR, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte.
12Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich.
13Denn deine Güte ist groß über mich; du hast meine Seele errettet aus der tiefen Hölle.
14Gott, es setzen sich die Stolzen wider mich, und der Haufe der Gewalttätigen steht mir nach meiner Seele, und haben dich nicht vor Augen.
15Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue.
16Wende dich zu mir, sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd!
17Tu ein Zeichen an mir, daß mir's wohl gehe, daß es sehen, die mich hassen, und sich schämen müssen, daß du mir beistehst, HERR, und tröstest mich.
Psalm 122
1Ein Lied Davids im höhern Chor. Ich freute mich über die, so mir sagten: Laßt uns ins Haus des HERRN gehen!
2Unsre Füße stehen in deinen Toren, Jerusalem.
3Jerusalem ist gebaut, daß es eine Stadt sei, da man zusammenkommen soll,
4da die Stämme hinaufgehen, die Stämme des HERRN, wie geboten ist dem Volk Israel, zu danken dem Namen des Herrn.
5Denn daselbst sind Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses David.
6Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohl gehen denen, die dich lieben!
7Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen!
8Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen.
9Um des Hauses willen des HERRN, unsers Gottes, will ich dein Bestes suchen.
Übersetzung: Lutherbibel 1912