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Bibel in einem Jahr (optional)

Gott kennenlernen · Band 1

Psalm 87; Psalm 88; Psalm 89; Psalm 91; Psalm 92; Psalm 93

Tag 145 von 365 · Lutherbibel 1912

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Psalm 87 · 1/6
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Psalm 87

1Ein Psalmlied der Kinder Korah. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen.

2Der HERR liebt die Tore Zions über alle Wohnungen Jakobs.

3Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes. (Sela.)

4Ich will predigen lassen Rahab und Babel, daß sie mich kennen sollen. Siehe, die Philister und Tyrer samt den Mohren werden daselbst geboren.

5Man wird zu Zion sagen, daß allerlei Leute darin geboren werden und daß er, der Höchste, sie baue.

6Der HERR wird zählen, wenn er aufschreibt die Völker: “Diese sind daselbst geboren.” (Sela.)

7Und die Sänger wie die im Reigen werden alle in dir singen, eins ums andere.

Psalm 88

1Ein Psalmlied der Kinder Korah, vorzusingen, von der Schwachheit der Elenden. Eine Unterweisung Hemans, des Esrahiten. HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir.

2Laß mein Gebet vor dich kommen; neige deine Ohren zu meinem Geschrei.

3Denn meine Seele ist voll Jammers, und mein Leben ist nahe dem Tode.

4Ich bin geachtet gleich denen, die in die Grube fahren; ich bin ein Mann, der keine Hilfe hat.

5Ich liege unter den Toten verlassen wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, deren du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand abgesondert sind.

6Du hast mich in die Grube hinuntergelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.

7Dein Grimm drückt mich; du drängst mich mit allen deinen Fluten. (Sela.)

8Meine Freunde hast du ferne von mir getan; du hast mich ihnen zum Greuel gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht herauskommen.

9Meine Gestalt ist jämmerlich vor Elend. HERR, ich rufe dich an täglich; ich breite meine Hände aus zu dir.

10Wirst du denn unter den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? (Sela.)

11Wird man in Gräbern erzählen deine Güte, und deine Treue im Verderben?

12Mögen denn deine Wunder in der Finsternis erkannt werden oder deine Gerechtigkeit in dem Lande, da man nichts gedenkt?

13Aber ich schreie zu dir, HERR, und mein Gebet kommt frühe vor dich.

14Warum verstößest du, HERR, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor mir?

15Ich bin elend und ohnmächtig, daß ich so verstoßen bin; ich leide deine Schrecken, daß ich fast verzage.

16Dein Grimm geht über mich; dein Schrecken drückt mich.

17Sie umgeben mich täglich wie Wasser und umringen mich miteinander.

18Du machst, daß meine Freunde und Nächsten und meine Verwandten sich ferne von mir halten um solches Elends willen.

Psalm 89

1Eine Unterweisung Ethans, des Esrahiten. Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und für

2und sage also: Daß eine ewige Gnade wird aufgehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel.

3“Ich habe einen Bund gemacht mit meinem Auserwählten; ich habe David, meinem Knechte, geschworen:

4Ich will deinen Samen bestätigen ewiglich und deinen Stuhl bauen für und für.” (Sela.)

5Und die Himmel werden, HERR, deine Wunder preisen und deine Wahrheit in der Gemeinde der Heiligen.

6Denn wer mag in den Wolken dem HERRN gleich gelten, und gleich sein unter den Kindern Gottes dem HERRN?

7Gott ist sehr mächtig in der Versammlung der Heiligen und wunderbar über alle, die um ihn sind.

8HERR, Gott Zebaoth, wer ist wie du ein mächtiger Gott? Und deine Wahrheit ist um dich her.

9Du herrschest über das ungestüme Meer; du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.

10Du schlägst Rahab zu Tod; du zerstreust deine Feinde mit deinem starken Arm.

11Himmel und Erde ist dein; du hast gegründet den Erdboden und was darinnen ist.

12Mitternacht und Mittag hast du geschaffen; Thabor und Hermon jauchzen in deinem Namen.

13Du hast einen gewaltigen Arm; stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte.

14Gerechtigkeit und Gericht ist deines Stuhles Festung; Gnade und Wahrheit sind vor deinem Angesicht.

15Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln;

16sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein.

17Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch dein Gnade wirst du unser Horn erhöhen.

18Denn des HERRN ist unser Schild, und des Heiligen in Israel ist unser König.

19Dazumal redetest du im Gesicht zu deinem Heiligen und sprachst: “Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll; ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk.

20Ich habe gefunden meinen Knecht David; ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl.

21Meine Hand soll ihn erhalten und mein Arm soll ihn stärken.

22Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen, und die Ungerechten sollen ihn nicht dämpfen;

23sondern ich will seine Widersacher schlagen vor ihm her, und die ihn hassen, will ich plagen;

24aber meine Wahrheit und Gnade soll bei ihm sein, und sein Horn soll in meinem Namen erhoben werden.

25Ich will seine Hand über das Meer stellen und seine Rechte über die Wasser.

26Er wird mich nennen also: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir hilft.

27Und ich will ihn zum ersten Sohn machen, allerhöchst unter den Königen auf Erden.

28Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben.

29Ich will ihm ewiglich Samen geben und seinen Stuhl, solange der Himmel währt, erhalten.

30Wo aber seine Kinder mein Gesetz verlassen und in meinen Rechten nicht wandeln,

31so sie meine Ordnungen entheiligen und meine Gebote nicht halten,

32so will ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen;

33aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Wahrheit nicht lassen trügen.

34Ich will meinen Bund nicht entheiligen, und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist.

35Ich habe einmal geschworen bei meiner Heiligkeit, ich will David nicht lügen:

36Sein Same soll ewig sein und sein Stuhl vor mir wie die Sonne;

37wie der Mond soll er ewiglich erhalten sein, und gleich wie der Zeuge in den Wolken gewiß sein.” (Sela.)

38Aber nun verstößest du und verwirfst und zürnest mit deinem Gesalbten.

39Du zerstörst den Bund deines Knechtes und trittst sein Krone zu Boden.

40Du zerreißest alle seine Mauern und lässest seine Festen zerbrechen.

41Es berauben ihn alle, die vorübergehen; er ist seinen Nachbarn ein Spott geworden.

42Du erhöhest die Rechte seiner Widersacher und erfreuest alle seine Feinde.

43Auch hast du die Kraft seines Schwertes weggenommen und lässest ihn nicht siegen im Streit.

44Du zerstörst seine Reinigkeit und wirfst seinen Stuhl zu Boden.

45Du verkürzest die Zeit seiner Jugend und bedeckest ihn mit Hohn. (Sela.)

46HERR, wie lange willst du dich so gar verbergen und deinen Grimm wie Feuer brennen lassen?

47Gedenke, wie kurz mein Leben ist. Warum willst du alle Menschen umsonst geschaffen haben?

48Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe? der seine Seele errette aus des Todes Hand? (Sela.)

49Herr, wo ist deine vorige Gnade, die du David geschworen hast in deiner Wahrheit?

50Gedenke, Herr, an die Schmach deiner Knechte, die ich trage in meinem Schoß von so vielen Völkern allen,

51mit der, HERR, deine Feinde schmähen, mit der sie schmähen die Fußtapfen deines Gesalbten.

52Gelobt sei der HERR ewiglich! Amen, amen.

Psalm 91

1Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,

2der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

3Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der schädlichen Pestilenz.

4Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,

5daß du nicht erschrecken müssest vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen,

6vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittage verderbt.

7Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.

8Ja du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird.

9Denn der HERR ist deine Zuversicht; der Höchste ist deine Zuflucht.

10Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen.

11Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen,

12daß sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

13Auf Löwen und Ottern wirst du gehen, und treten auf junge Löwen und Drachen.

14“Er begehrt mein, so will ich ihm aushelfen; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen.

15Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.

16Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.”

Psalm 92

1Ein Psalmlied auf den Sabbattag. Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster,

2des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen

3auf den zehn Saiten und Psalter, mit Spielen auf der Harfe.

4Denn, HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Geschäfte deiner Hände.

5HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind so sehr tief.

6Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr achtet solches nicht.

7Die Gottlosen grünen wie das Gras, und die Übeltäter blühen alle, bis sie vertilgt werden immer und ewiglich.

8Aber du, HERR, bist der Höchste und bleibst ewiglich.

9Denn siehe, deine Feinde, HERR, deine Feinde werden umkommen; und alle Übeltäter müssen zerstreut werden.

10Aber mein Horn wird erhöht werden wie eines Einhorns, und ich werde gesalbt mit frischem Öl.

11Und mein Auge wird seine Lust sehen an meinen Feinden; und mein Ohr wird seine Lust hören an den Boshaften, die sich wider mich setzen.

12Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum; er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon.

13Die gepflanzt sind in dem Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsers Gottes grünen.

14Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein,

15daß sie verkündigen, daß der HERR so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm.

Psalm 93

1Der HERR ist König und herrlich geschmückt; der HERR ist geschmückt und hat ein Reich angefangen, soweit die Welt ist, und zugerichtet, daß es bleiben soll.

2Von Anbeginn steht dein Stuhl fest; du bist ewig.

3HERR, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen.

4Die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; der HERR aber ist noch größer in der Höhe.

5Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, o HERR, ewiglich.

Übersetzung: Lutherbibel 1912