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Gott kennenlernen · Band 1
Sprüche 16–18
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Sprüche 16
1Der Mensch setzt sich's wohl vor im Herzen; aber vom HERRN kommt, was die Zunge reden soll.
2Einem jeglichen dünken seine Wege rein; aber der HERR wägt die Geister.
3Befiehl dem HERRN deine Werke, so werden deine Anschläge fortgehen.
4Der HERR macht alles zu bestimmtem Ziel, auch den Gottlosen für den bösen Tag.
5Ein stolzes Herz ist dem HERRN ein Greuel und wird nicht ungestraft bleiben, wenn sie gleich alle aneinander hängen.
6Durch Güte und Treue wird Missetat versöhnt, und durch die Furcht des HERRN meidet man das Böse.
7Wenn jemands Wege dem HERRN wohl gefallen, so macht er auch seine Feinde mit ihm zufrieden.
8Es ist besser ein wenig mit Gerechtigkeit denn viel Einkommen mit Unrecht.
9Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein gibt, daß er fortgehe.
10Weissagung ist in dem Munde des Königs; sein Mund fehlt nicht im Gericht.
11Rechte Waage und Gewicht ist vom HERRN; und alle Pfunde im Sack sind seine Werke.
12Den Königen ist Unrecht tun ein Greuel; denn durch Gerechtigkeit wird der Thron befestigt.
13Recht raten gefällt den Königen; und wer aufrichtig redet, wird geliebt.
14Des Königs Grimm ist ein Bote des Todes; aber ein weiser Mann wird ihn versöhnen.
15Wenn des Königs Angesicht freundlich ist, das ist Leben, und seine Gnade ist wie ein Spätregen.
16Nimm an die Weisheit, denn sie ist besser als Gold; und Verstand haben ist edler als Silber.
17Der Frommen Weg meidet das Arge; und wer seinen Weg bewahrt, der erhält sein Leben.
18Wer zu Grunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.
19Es ist besser niedrigen Gemüts sein mit den Elenden, denn Raub austeilen mit den Hoffärtigen.
20Wer eine Sache klüglich führt, der findet Glück; und wohl dem, der sich auf den HERRN verläßt!
21Ein Verständiger wird gerühmt für einen weisen Mann, und liebliche Reden lehren wohl.
22Klugheit ist wie ein Brunnen des Lebens dem, der sie hat; aber die Zucht der Narren ist Narrheit.
23Ein weises Herz redet klug und lehrt wohl.
24Die Reden des Freundlichen sind Honigseim, trösten die Seele und erfrischen die Gebeine.
25Manchem gefällt ein Weg wohl; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.
26Mancher kommt zu großem Unglück durch sein eigen Maul.
27Ein loser Mensch gräbt nach Unglück, und in seinem Maul brennt Feuer.
28Ein verkehrter Mensch richtet Hader an, und ein Verleumder macht Freunde uneins.
29Ein Frevler lockt seinen Nächsten und führt ihn auf keinen guten Weg.
30Wer mit den Augen winkt, denkt nichts Gutes; und wer mit den Lippen andeutet, vollbringt Böses.
31Graue Haare sind eine Krone der Ehren, die auf dem Wege der Gerechtigkeit gefunden wird.
32Ein Geduldiger ist besser denn ein Starker, und der seines Mutes Herr ist, denn der Städte gewinnt.
33Das Los wird geworfen in den Schoß; aber es fällt, wie der HERR will.
Sprüche 17
1Es ist ein trockner Bissen, daran man sich genügen läßt, besser denn ein Haus voll Geschlachtetes mit Hader.
2Ein kluger Knecht wird herrschen über unfleißige Erben und wird unter den Brüdern das Erbe austeilen.
3Wie das Feuer Silber und der Ofen Gold, also prüft der HERR die Herzen.
4Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein Falscher gehorcht den schädlichen Zungen.
5Wer des Dürftigen spottet, der höhnt desselben Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, der wird nicht ungestraft bleiben.
6Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Väter.
7Es steht einem Narren nicht wohl an, von hohen Dingen reden, viel weniger einem Fürsten, daß er gern lügt.
8Wer zu schenken hat, dem ist's ein Edelstein; wo er sich hin kehrt, ist er klug geachtet.
9Wer Sünde zudeckt, der macht Freundschaft; wer aber die Sache aufrührt, der macht Freunde uneins.
10Schelten bringt mehr ein an dem Verständigen denn hundert Schläge an dem Narren.
11Ein bitterer Mensch trachtet, eitel Schaden zu tun; aber es wird ein grimmiger Engel über ihn kommen.
12Es ist besser, einem Bären begegnen, dem die Jungen geraubt sind, denn einem Narren in seiner Narrheit.
13Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird Böses nicht lassen.
14Wer Hader anfängt, ist gleich dem, der dem Wasser den Damm aufreißt. Laß du vom Hader, ehe du drein gemengt wirst.
15Wer den Gottlosen gerechtspricht und den Gerechten verdammt, die sind beide dem HERRN ein Greuel.
16Was soll dem Narren Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen, so er doch ein Narr ist?
17Ein Freund liebt allezeit, und als ein Bruder wird er in Not erfunden.
18Es ist ein Narr, der in die Hand gelobt und Bürge wird für seinen Nächsten.
19Wer Zank liebt, der liebt Sünde; und wer seine Türe hoch macht, ringt nach Einsturz.
20Ein verkehrtes Herz findet nichts Gutes; und der verkehrter Zunge ist, wird in Unglück fallen.
21Wer einen Narren zeugt, der hat Grämen; und eines Narren Vater hat keine Freude.
22Ein fröhlich Herz macht das Leben lustig; aber ein betrübter Mut vertrocknet das Gebein.
23Der Gottlose nimmt heimlich gern Geschenke, zu beugen den Weg des Rechts.
24Ein Verständiger gebärdet sich weise; ein Narr wirft die Augen hin und her.
25Ein törichter Sohn ist seines Vaters Trauern und Betrübnis der Mutter, die ihn geboren hat.
26Es ist nicht gut, daß man den Gerechten schindet, noch den Edlen zu schlagen, der recht handelt.
27Ein Vernünftiger mäßigt seine Rede; und ein verständiger Mann ist kaltes Muts.
28Ein Narr, wenn er schwiege, wurde auch für weise gerechnet, und für verständig, wenn er das Maul hielte.
Sprüche 18
1Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und setzt sich wider alles, was gut ist.
2Ein Narr hat nicht Lust am Verstand, sondern kundzutun, was in seinem Herzen steckt.
3Wo der Gottlose hin kommt, da kommt Verachtung und Schmach mit Hohn.
4Die Worte in eines Mannes Munde sind wie tiefe Wasser, und die Quelle der Weisheit ist ein voller Strom.
5Es ist nicht gut, die Person des Gottlosen achten, zu beugen den Gerechten im Gericht.
6Die Lippen des Narren bringen Zank, und sein Mund ringt nach Schlägen.
7Der Mund des Narren schadet ihm selbst, und seine Lippen fangen seine eigene Seele.
8Die Worte des Verleumders sind Schläge und gehen einem durchs Herz.
9Wer lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des, der das Seine umbringt.
10Der Name des HERRN ist ein festes Schloß; der Gerechte läuft dahin und wird beschirmt.
11Das Gut des Reichen ist ihm eine feste Stadt und wie hohe Mauern in seinem Dünkel.
12Wenn einer zu Grunde gehen soll, wird sein Herz zuvor stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muß man zuvor leiden.
13Wer antwortet ehe er hört, dem ist's Narrheit und Schande.
14Wer ein fröhlich Herz hat, der weiß sich in seinem Leiden zu halten; wenn aber der Mut liegt, wer kann's tragen?
15Ein verständiges Herz weiß sich vernünftig zu halten; und die Weisen hören gern, wie man vernünftig handelt.
16Das Geschenk des Menschen macht ihm Raum und bringt ihn vor die großen Herren.
17Ein jeglicher ist zuerst in seiner Sache gerecht; kommt aber sein Nächster hinzu, so findet sich's.
18Das Los stillt den Hader und scheidet zwischen den Mächtigen.
19Ein verletzter Bruder hält härter den eine feste Stadt, und Zank hält härter denn Riegel am Palast.
20Einem Mann wird vergolten, darnach sein Mund geredet hat, und er wird gesättigt von der Frucht seiner Lippen.
21Tod und Leben steht in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, der wird von ihrer Frucht essen.
22Wer eine Ehefrau findet, der findet etwas Gutes und kann guter Dinge sein im HERRN.
23Ein Armer redet mit Flehen, ein Reicher antwortet stolz.
24Ein treuer Freund liebt mehr uns steht fester bei denn ein Bruder.
Übersetzung: Lutherbibel 1912