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Bibel in einem Jahr (optional)

Gott kennenlernen · Band 1

Psalm 102; Psalm 106; Psalm 137

Tag 253 von 365 · Lutherbibel 1912

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Psalm 102 · 1/3
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Psalm 102

1Ein Gebet des Elenden, so er betrübt ist und seine Klage vor dem HERRN ausschüttet. HERR, höre mein Gebet und laß mein Schreien zu dir kommen!

2Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not, neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!

3Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand.

4Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras, daß ich auch vergesse, mein Brot zu essen.

5Mein Gebein klebt an meinem Fleisch vor Heulen und Seufzen.

6Ich bin wie eine Rohrdommel in der Wüste; ich bin gleich wie ein Käuzlein in den verstörten Stätten.

7Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.

8Täglich schmähen mich meine Feinde; und die mich verspotten, schwören bei mir.

9Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Weinen

10vor deinem Drohen und Zorn, daß du mich aufgehoben und zu Boden gestoßen hast.

11Meine Tage sind dahin wie Schatten, und ich verdorre wie Gras.

12Du aber, HERR, bleibst ewiglich und dein Gedächtnis für und für.

13Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, daß du ihr gnädig seist, und die Stunde ist gekommen.

14Denn deine Knechte wollten gerne, daß sie gebaut würde, und sähen gerne, daß ihre Steine und Kalk zugerichtet würden,

15daß die Heiden den Namen des HERRN fürchten und alle Könige auf Erden dein Ehre,

16daß der HERR Zion baut und erscheint in seiner Ehre.

17Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.

18Das werde geschrieben auf die Nachkommen; und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den HERRN loben.

19Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, und der HERR sieht vom Himmel auf die Erde,

20daß er das Seufzen des Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes,

21auf daß sie zu Zion predigen den Namen des HERRN und sein Lob zu Jerusalem,

22wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem HERRN zu dienen.

23Er demütigt auf dem Wege meine Kraft; er verkürzt meine Tage.

24Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für.

25Du hast vormals die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.

26Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst.

27Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.

28Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen.

Psalm 106

1Halleluja! Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

2Wer kann die großen Taten des HERRN ausreden und alle seine löblichen Werke preisen?

3Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!

4HERR, gedenke mein nach der Gnade, die du dem Volk verheißen hast; beweise uns deine Hilfe,

5daß wir sehen mögen die Wohlfahrt deiner Auserwählten und uns freuen, daß es deinem Volk wohl geht, und uns rühmen mit deinem Erbteil.

6Wir haben gesündigt samt unsern Vätern; wir haben mißgehandelt und sind gottlos gewesen.

7Unsre Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen; sie gedachten nicht an deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer.

8Er half ihnen aber um seines Namens willen, daß er seine Macht bewiese.

9Und er schalt das Schilfmeer: da ward's trocken, und führte sie durch die Tiefen wie in einer Wüste

10und half ihnen von der Hand des, der sie haßte, und erlöste sie von der Hand des Feindes;

11und die Wasser ersäuften ihre Widersacher, daß nicht einer übrig blieb.

12Da glaubten sie an seine Worte und sangen sein Lob.

13Aber sie vergaßen bald seiner Werke; sie warteten nicht auf seinen Rat.

14Und sie wurden lüstern in der Wüste und versuchten Gott in der Einöde.

15Er aber gab ihnen ihre Bitte und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte.

16Und sie empörten sich wider Mose im Lager, wider Aaron, den Heiligen des HERRN.

17Die Erde tat sich auf und verschlang Dathan und deckte zu die Rotte Abirams,

18und Feuer ward unter ihrer Rotte angezündet, die Flamme verbrannte die Gottlosen.

19Sie machten ein Kalb am Horeb und beteten an das gegossene Bild

20und verwandelten ihre Ehre in ein Gleichnis eines Ochsen, der Gras frißt.

21Sie vergaßen Gottes, ihres Heilands, der so große Dinge in Ägypten getan hatte,

22Wunder im Lande Hams und schreckliche Werke am Schilfmeer.

23Und er sprach, er wolle sie vertilgen, wo nicht Mose, sein Auserwählter, in den Riß getreten wäre vor ihm, seinen Grimm abzuwenden, auf daß er sie nicht gar verderbte.

24und sie verachteten das liebe Land, sie glaubten seinem Wort nicht

25und murrten in ihren Hütten; sie gehorchten der Stimme des HERRN nicht.

26Und er hob auf seine Hand wider sie, daß er sie niederschlüge in der Wüste

27und würfe ihren Samen unter die Heiden und zerstreute sie in die Länder.

28Und sie hingen sich an den Baal-Peor und aßen von den Opfern der toten Götzen

29und erzürnten ihn mit ihrem Tun; da brach auch die Plage unter sie.

30Da trat Pinehas herzu und schlichtete die Sache; da ward der Plage gesteuert.

31Das ward ihm gerechnet zur Gerechtigkeit für und für ewiglich.

32Und sie erzürnten ihn am Haderwasser, und Mose ging es übel um ihretwillen.

33Denn sie betrübten ihm sein Herz, daß ihm etliche Worte entfuhren.

34Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie sie doch der HERR geheißen hatte;

35sondern sie mengten sich unter die Heiden und lernten derselben Werke

36und dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zum Fallstrick.

37Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Teufeln

38und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans, daß das Land mit Blutschulden befleckt ward;

39und verunreinigten sich mit ihren Werken und wurden abgöttisch mit ihrem Tun.

40Da ergrimmte der Zorn des HERRN über sein Volk, und er gewann einen Greuel an seinem Erbe

41und gab sie in die Hände der Heiden, daß über sie herrschten, die ihnen gram waren.

42Und ihre Feinde ängsteten sie; und sie wurden gedemütigt unter ihre Hände.

43Er errettete sie oftmals; aber sie erzürnten ihn mit ihrem Vornehmen und wurden wenig um ihrer Missetat willen.

44Und er sah ihre Not an, da er ihre Klage hörte,

45und gedachte an seinen Bund, den er mit ihnen gemacht hatte; und es reute ihn nach seiner großen Güte,

46und er ließ sie zur Barmherzigkeit kommen vor allen, die sie gefangen hatten.

47Hilf uns, HERR, unser Gott, und bringe uns zusammen aus den Heiden, daß wir danken deinem heiligen Namen und rühmen dein Lob.

48Gelobet sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen, halleluja!

Psalm 137

1An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten.

2Unsere Harfen hingen wir an die Weiden, die daselbst sind.

3Denn dort hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserm Heulen fröhlich sein: “Singet uns ein Lied von Zion!”

4Wie sollten wir des HERRN Lied singen in fremden Landen?

5Vergesse ich dein, Jerusalem, so werde ich meiner Rechten vergessen.

6Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wo ich nicht dein gedenke, wo ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.

7HERR, gedenke der Kinder Edom den Tag Jerusalems, die da sagten: “Rein ab, rein ab bis auf ihren Boden!”

8Du verstörte Tochter Babel, wohl dem, der dir vergilt, wie du uns getan hast!

9Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und zerschmettert sie an dem Stein!

Übersetzung: Lutherbibel 1912