Warum vergeben, wenn es schwer ist?
Monat 9: Hüte dein Herz — Jesus gleich werden · Warum wir glauben
Heutiger Bibeltext
Lesen wir gemeinsam: Matthäus 6:14–15 und Kolosser 3:13
14 Denn so ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben, 15 Wo ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben. — Matthäus 6:14–15
13 und vertrage einer den andern und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. — Kolosser 3:13
Merkvers
“Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen,”— Matthäus 5:44 (Lutherbibel 1912)
📖 Die Bibel in einem Jahr (optional)
Heutige Lesung: Daniel 10–12
Die ganze Bibel in einem Jahr lesen — tut dies, wenn ihr etwas mehr Zeit habt. (Etwa Tag 257 von 365 — Gottes Sorge für sein Volk durch die Geschichte, die nur er voraussagen kann.)Worum es geht
Vergeben ist eines der Schwersten, was Jesus je von uns verlangte — warum besteht er darauf? Jesus gibt einen eindrücklichen Grund: „Denn so ihr den Menschen ihre Sünden vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wo ihr aber den Menschen ihre Sünden nicht vergebet, so wird euer Vater eure Sünden auch nicht vergeben.“ Das klingt streng, bis wir verstehen, was es meint. Es heißt nicht, dass wir Gottes Vergebung verdienen, indem wir vergeben. Es heißt: Wer wirklich geschmeckt hat, wie viel Gott ihm vergeben hat, kann einen kleinen Groll nicht festhalten. Wenn ich weigere, die kleine Schuld eines anderen loszulassen, zeigt das, dass ich den Berg von Schuld, den Gott mir erlassen hat, noch nicht begriffen habe.
Paulus sagt es warm in den Kolossern: „Vergebt einer dem andern, wenn jemand Klage hat wider den andern; wie denn Christus euch vergeben hat, so auch ihr.“ Da liegt das Geheimnis — wir vergeben so, wie uns vergeben wurde. Denk darüber nach: Einen Groll festhalten bestraft nicht den anderen; es bindet ein schweres Gewicht an dein eigenes Herz. Unvergebung ist wie Gift schlucken und hoffen, der andere werde krank. Jesus, der unsere Herzen besser kennt als wir selbst, ruft uns zur Vergebung, nicht um das Leben härter zu machen, sondern um uns frei zu machen. Ein vergebenes, vergebendes Herz ist ein gehütetes, gesundes, frohes Herz.
Rund um den Tisch
Wenn wir vergeben, lassen wir los, wütend zu sein — wie einen schweren Stein fallen lassen. Gott vergibt uns, also vergeben wir auch!
Lasst es uns tun: Hebt etwas Schweres, lasst es fallen und sagt: „Vergeben fühlt sich leichter an!“
Einen Groll festhalten schadet uns, nicht nur dem anderen. Jesus sagt: Vergeben macht unsere Herzen frei.
Reden wir darüber: Trägst du gerade einen Groll? Wie würde es sich anfühlen, ihn abzulegen?
Wir vergeben nicht, um Gottes Liebe zu verdienen; wir vergeben, weil uns so viel vergeben wurde. Wer nicht vergibt, hat das Kreuz vergessen.
Gehen wir tiefer: Warum, denkst du, hat Jesus unser Vergeben so eng damit verknüpft, uns daran zu erinnern, wie viel uns vergeben wurde?
💬 Gesprächsanstoß
Hat dich schon einmal jemand für etwas Großes vergeben? Wie hat es sich angefühlt, vom Haken zu sein?
🛡️ Den Glauben verteidigen
Wenn jemand sagt: „Vergeben lässt schlechte Menschen davonkommen — das ist nicht fair.“ Wir können freundlich antworten: Vergeben tut nicht so, als wäre kein Unrecht geschehen, und es hebt echte Gerechtigkeit nicht auf. Es heißt, dass wir den Fall Gott übergeben, dem vollkommenen Richter, statt Rache zu nähren (). Das Kreuz beweist, dass Gott Unrecht ernst nimmt — Jesus bezahlte die Sünde vollständig — und Barmherzigkeit anbietet. Vergeben ignoriert Gerechtigkeit also nicht; es vertraut einem Gott, der vollkommen gerecht und vollkommen liebevoll ist ().
Für Papa · Zum Vertiefen
Skeptiker nennen christliche Vergebung manchmal schwach oder ungerecht, aber das Evangelium hält Gerechtigkeit und Barmherzigkeit auf eine Weise zusammen, wie es kein anderes System tut: Am Kreuz fegte Gott die Sünde nicht unter den Teppich — er trug ihre volle Strafe selbst, damit er vergeben konnte, ohne ungerecht zu werden (). Lehre deine Kinder: Vergeben heißt nicht „es war unwichtig“; es heißt „es war so wichtig, dass schon Jemand dafür bezahlt hat.“ Praktisch, Papa: Das stärkste Argument in deinem Zuhause bist du, wenn du sagst: „Ich lag falsch — willst du mir vergeben?“ zu deiner Frau und deinen Kindern. Kinder, die ihren Vater sowohl vergeben als auch um Vergebung bitten sehen, lernen, dass das Evangelium wahr ist, weil sie es beim Mann wirken sehen, den sie am genauesten beobachten.
Inspiriert von: Natasha Crain, Talking with Your Kids about God.
Lasst uns zusammen beten
„Vater, danke, dass du uns in Jesus so vollständig vergeben hast. Wir wollen keinen Groll tragen, der uns niederdrückt. Hilf uns, anderen zu vergeben, so wie du uns vergeben hast. In Jesu Namen, Amen.“
Ich kann loslassen, was andere mir schulden, weil Gott losließ, was ich ihm schuldete.