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Band 2 · Tag 115 von 365

Dein Reich komme, dein Wille geschehe

Monat 4: Der Lehrer (Teil 1) · Herzenssache

⏱ ≈ 12 Min. gemeinsam

Heutiger Bibeltext

Lesen wir gemeinsam: Matthäus 6:9–10

9 Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt. 10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.

Merkvers

Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt.Matthäus 6:9 (Lutherbibel 1912)

📖 Die Bibel in einem Jahr (optional)

Heutige Lesung: 2. Chronik 6–8

Die ganze Bibel in einem Jahr lesen — tut dies, wenn ihr etwas mehr Zeit habt. (Etwa Tag 115 von 365 — Salomos großes Weihegebet, und Gott antwortet mit Feuer und Herrlichkeit.)

Worum es geht

Nach „Vater“ und „dein Name werde geheiligt“ richten die nächsten zwei Zeilen von Jesu Gebet unsere Herzen in eine überraschende Richtung: „Dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden.“ Merkt: Dein Reich, nicht meins — und dein Wille, nicht meiner. Bevor wir Gott bitten, unseren Willen zu tun, lehrt uns Jesus, seinen zu wollen. Das ist eine Herzenssache, denn tief in uns beten wir gern: „Gott, segne bitte meine Pläne.“ Jesus dreht es sanft um: „Vater, richte meine Pläne an deinen aus.“ „Dein Reich komme“ zu beten heißt, Gott zum König zu machen — in der Welt, in unserem Zuhause und vor allem in mir.

Und „wie im Himmel, also auch auf Erden“ gibt uns ein Bild, auf das wir zielen können. Im Himmel geschieht Gottes Wille sofort, fröhlich, vollständig — kein Murren, keine Verzögerung, kein halber Gehorsam. Jesus lehrt uns, diese gleiche Freude hierher zu sehnen: in unseren Familien, unseren Freundschaften, in unseren eigenen störrischen Herzen. Das ist kein düsteres Aufgeben, als gäbe man auf. Es ist das befreiendste Gebet, das es gibt, denn Gottes Wille ist immer gut, weise und liebevoll. Wenn ein Kind lernt, „dein Wille geschehe“ wirklich zu meinen, hat es das Geheimnis eines friedlichen Herzens gefunden — dem Vater zu vertrauen, dass sein Plan besser ist als der eigene.

Rund um den Tisch

Die Kleinen 3–6

Im Himmel tut jeder fröhlich gleich, was Gott will. Wir können Gott bitten, die Erde — und unsere Familie — auch so zu machen!

Lasst es uns tun: Sagt es mit fröhlichen Gesichtern: „Dein Wille geschehe — denn dein Weg ist der Beste!“

Die Mittleren 7–9

Jesus lehrt uns, für Gottes Reich und Gottes Willen zu beten, bevor unsere eigenen Wünsche kommen. Das heißt: seinem Plan zu vertrauen, dass er besser ist als unserer.

Reden wir darüber: Was willst du wirklich gern — und kannst du beten: „Aber Vater, dein Wille ist der Beste“ — und es meinen?

Die Großen 10–13

„Dein Reich komme, dein Wille geschehe“ ordnet unsere Herzen neu: Gottes Herrschaft und Gottes Zwecke vor unseren Vorlieben und unserem Komfort.

Gehen wir tiefer: Wo gibt es einen Zug zwischen dem, was du willst, und dem, was du spürst, dass Gott will? Wie sähe dort Hingabe aus?

💬 Gesprächsanstoß

Wenn du einen Tag lang König oder Königin wärst — was wäre das erste Gute, das du ändern würdest?Jesus sagt: Gottes Reich bringt die allerbesten Veränderungen.

🛡️ Den Glauben verteidigen

Die Zeile „wie im Himmel, also auch auf Erden“ setzt voraus, dass der Himmel wirklich ist und Gottes gute Herrschaft der Maßstab ist — keine menschliche Erfindung. Jesus, der vom Himmel kam und wieder auferstand, spricht mit eigener Erfahrung darüber. Wir halten diese Hoffnung mit Zuversicht und Sanftmut ().

Für Papa · Zum Vertiefen

Hier ist ein stiller Test geistlicher Reife: dreht sich dein Beten darum, Gott zu seinen Plänen zu bewegen, oder dich an Gottes auszurichten? „Dein Reich komme, dein Wille geschehe“ soll das kleine Reich des Selbst stürzen, das in jedem Herzen wohnt — auch in deinem. Am schwersten ist es, diese Zeile nicht über Weltgeschehen zu beten, sondern über die eigenen Enttäuschungen: die Tür, die zu blieb, der Plan, der scheiterte, das Kind, das nicht ist, was du erhofft hast. „Dein Wille geschehe“ dort zu beten — mit Tränen, wie Jesus in Gethsemane — ist die tiefste Anbetung, die ein Vater geben kann, und deine Kinder werden dich dabei länger in Erinnerung behalten als jede Predigt.

Inspiriert von: John Stott, Die Botschaft der Bergpredigt.

Lasst uns zusammen beten

„Vater, wir wollen dein Reich und deinen Willen mehr als unseren eigenen. Sei König in unserem Zuhause und in unseren Herzen. Hilf uns zu vertrauen, dass dein Weg immer der Beste ist, auch wenn es schwer ist. In Jesu Namen, Amen.“

Nimm es mit

Das friedlichste Gebet, das ich beten kann, ist: „Vater, dein Wille geschehe — denn dein Weg ist der Beste.“