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Bibel in einem Jahr (optional)

Jesus folgen · Band 2

Psalmen 70–73

Tag 169 von 365 · Lutherbibel 1912

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Psalm 70 · 1/4
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Psalm 70

1Ein Psalm Davids, vorzusingen, zum Gedächtnis. Eile, Gott, mich zu erretten, HERR, mir zu helfen!

2Es müssen sich schämen und zu Schanden werden, die nach meiner Seele stehen; sie müssen zurückkehren und gehöhnt werden, die mir Übles wünschen,

3daß sie müssen wiederum zu Schanden werden, die da über mich schreien: “Da, da!”

4Sich freuen und fröhlich müssen sein an dir, die nach dir fragen, und die dein Heil lieben, immer sagen: Hoch gelobt sei Gott!

5Ich aber bin elend und arm. Gott, eile zu mir, denn du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott verziehe nicht!

Psalm 71

1HERR, ich traue auf dich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden.

2Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir aus; neige deine Ohren zu mir und hilf mir!

3Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen möge, der du zugesagt hast mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.

4Mein Gott, hilf mir aus der Hand der Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.

5Denn du bist meine Zuversicht, Herr HERR, meine Hoffnung von meiner Jugend an.

6Auf dich habe ich mich verlassen von Mutterleibe an; du hast mich aus meiner Mutter Leib gezogen. Mein Ruhm ist immer von dir.

7Ich bin vor vielen wie ein Wunder; aber du bist meine starke Zuversicht.

8Laß meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.

9Verwirf mich nicht in meinem Alter; verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde.

10Denn meine Feinde reden wider mich, und die auf meine Seele lauern, beraten sich miteinander

11und sprechen: “Gott hat ihn verlassen; jaget nach und ergreifet ihn, denn da ist kein Erretter.”

12Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen!

13Schämen müssen sich und umkommen, die meiner Seele zuwider sind; mit Schande und Hohn müssen sie überschüttet werden, die mein Unglück suchen.

14Ich aber will immer harren und will immer deines Ruhmes mehr machen.

15Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht alle zählen kann.

16Ich gehe einher in der Kraft des Herrn HERRN; ich preise deine Gerechtigkeit allein.

17Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und bis hierher verkündige ich deine Wunder.

18Auch verlaß mich nicht, Gott, im Alter, wenn ich grau werde, bis ich deinen Arm verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.

19Gott, deine Gerechtigkeit ist hoch, der du große Dinge tust. Gott, wer ist dir gleich?

20Denn du lässest mich erfahren viele und große Angst und machst mich wieder lebendig und holst mich wieder aus der Tiefe der Erde herauf.

21Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.

22So danke ich auch dir mit Psalterspiel für deine Treue, mein Gott; ich lobsinge dir auf der Harfe, du Heiliger in Israel.

23Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sind fröhlich und lobsingen dir.

24Auch dichtet meine Zunge täglich von deiner Gerechtigkeit; denn schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mein Unglück suchen.

Psalm 72

1Des Salomo. Gott, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit des Königs Sohne,

2daß er dein Volk richte mit Gerechtigkeit und deine Elenden rette.

3Laß die Berge den Frieden bringen unter das Volk und die Hügel die Gerechtigkeit.

4Er wird das elende Volk bei Recht erhalten und den Armen helfen und die Lästerer zermalmen.

5Man wird dich fürchten, solange die Sonne und der Mond währt, von Kind zu Kindeskindern.

6Er wird herabfahren wie der Regen auf die Aue, wie die Tropfen, die das Land feuchten.

7Zu seinen Zeiten wird erblühen der Gerechte und großer Friede, bis daß der Mond nimmer sei.

8Er wird herrschen von einem Meer bis ans andere und von dem Strom an bis zu der Welt Enden.

9Vor ihm werden sich neigen die in der Wüste, und seine Feinde werden Staub lecken.

10Die Könige zu Tharsis und auf den Inseln werden Geschenke bringen; die Könige aus Reicharabien und Seba werden Gaben zuführen.

11Alle Könige werden ihn anbeten; alle Heiden werden ihm dienen.

12Denn er wird den Armen erretten, der da schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat.

13Er wird gnädig sein den Geringen und Armen, und den Seelen der Armen wird er helfen.

14Er wird ihre Seele aus dem Trug und Frevel erlösen, und ihr Blut wird teuer geachtet werden vor ihm.

15Er wird leben, und man wird ihm von Gold aus Reicharabien geben. Und man wird immerdar für ihn beten; täglich wird man ihn segnen.

16Auf Erden, oben auf den Bergen, wird das Getreide dick stehen; seine Frucht wird rauschen wie der Libanon, und sie werden grünen wie das Gras auf Erden.

17Sein Name wird ewiglich bleiben; solange die Sonne währt, wird sein Name auf die Nachkommen reichen, und sie werden durch denselben gesegnet sein; alle Heiden werden ihn preisen.

18Gelobet sei Gott der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut;

19und gelobet sei sein herrlicher Name ewiglich; und alle Lande müssen seiner Ehre voll werden! Amen, amen.

20Ein Ende haben die Gebete Davids, des Sohnes Isais.

Psalm 73

1Ein Psalm Asaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.

2Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten.

3Denn es verdroß mich der Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging.

4Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.

5Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.

6Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohl getan heißen.

7Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken.

8Sie achten alles für nichts und reden übel davon und reden und lästern hoch her.

9Was sie reden, daß muß vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden.

10Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser

11und sprechen: “Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten?”

12Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich.

13Soll es denn umsonst sein, daß mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche,

14ich bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?

15Ich hätte auch schier so gesagt wie sie; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle meine Kinder, die je gewesen sind.

16Ich dachte ihm nach, daß ich's begreifen möchte; aber es war mir zu schwer,

17bis daß ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.

18Ja, du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden.

19Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.

20Wie ein Traum, wenn einer erwacht, so machst du, Herr, ihr Bild in der Stadt verschmäht.

21Da es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meine Nieren,

22da war ich ein Narr und wußte nichts; ich war wie ein Tier vor dir.

23Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,

24du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich in Ehren an.

25Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

26Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

27Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um, alle die von dir abfallen.

28Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setzte auf den Herrn HERRN, daß ich verkündige all dein Tun.

Übersetzung: Lutherbibel 1912