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Bibel in einem Jahr (optional)

Jesus folgen · Band 2

Sprüche 28–30

Tag 202 von 365 · Lutherbibel 1912

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Sprüche 28 · 1/3
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Sprüche 28

1Der Gottlose flieht, und niemand jagt ihn; der Gerechte aber ist getrost wie ein junger Löwe.

2Um des Landes Sünde willen werden viel Änderungen der Fürstentümer; aber um der Leute willen, die verständig und vernünftig sind, bleiben sie lange.

3Ein armer Mann, der die Geringen bedrückt, ist wie ein Meltau, der die Frucht verdirbt.

4Die das Gesetz verlassen, loben den Gottlosen; die es aber bewahren, sind unwillig auf sie.

5Böse Leute merken nicht aufs Recht; die aber nach dem HERRN fragen, merken auf alles.

6Es ist besser ein Armer, der in seiner Frömmigkeit geht, denn ein Reicher, der in verkehrten Wegen geht.

7Wer das Gesetz bewahrt, ist ein verständiges Kind; wer aber der Schlemmer Geselle ist, schändet seinen Vater.

8Wer sein Gut mehrt mit Wucher und Zins, der sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt.

9Wer sein Ohr abwendet, das Gesetz zu hören, des Gebet ist ein Greuel.

10Wer die Frommen verführt auf bösem Wege, der wird in seine Grube fallen; aber die Frommen werden Gutes ererben.

11Ein Reicher dünkt sich, weise zu sein; aber ein verständiger Armer durchschaut ihn.

12Wenn die Gerechten Oberhand haben, so geht's sehr fein zu; wenn aber Gottlose aufkommen, wendet sich's unter den Leuten.

13Wer seine Missetat leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

14Wohl dem, der sich allewege fürchtet; wer aber sein Herz verhärtet, wird in Unglück fallen.

15Ein Gottloser, der über ein armes Volk regiert, das ist ein brüllender Löwe und gieriger Bär.

16Wenn ein Fürst ohne Verstand ist, so geschieht viel Unrecht; wer aber den Geiz haßt, der wird lange leben.

17Ein Mensch, der am Blut einer Seele schuldig ist, der wird flüchtig sein bis zur Grube, und niemand halte ihn auf.

18Wer fromm einhergeht, dem wird geholfen; wer aber verkehrtes Weges ist, wird auf einmal fallen.

19Wer seinen Acker baut, wird Brot genug haben; wer aber dem Müßiggang nachgeht, wird Armut genug haben.

20Ein treuer Mann wird viel gesegnet; wer aber eilt, reich zu werden, wird nicht unschuldig bleiben.

21Person ansehen ist nicht gut; und mancher tut übel auch wohl um ein Stück Brot.

22Wer eilt zum Reichtum und ist neidisch, der weiß nicht, daß Mangel ihm begegnen wird.

23Wer einen Menschen straft, wird hernach Gunst finden, mehr denn der da heuchelt.

24Wer seinem Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.

25Ein Stolzer erweckt Zank; wer aber auf den HERRN sich verläßt, wird gelabt.

26Wer sich auf sein Herz verläßt, ist ein Narr; wer aber mit Weisheit geht, wird entrinnen.

27Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber seine Augen abwendet, der wird viel verflucht.

28Wenn die Gottlosen aufkommen, so verbergen sich die Leute; wenn sie aber umkommen, werden der Gerechten viel.

Sprüche 29

1Wer wider die Strafe halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe.

2Wenn der Gerechten viel sind, freut sich das Volk; wenn aber der Gottlose herrscht, seufzt das Volk.

3Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer aber mit Huren umgeht, kommt um sein Gut.

4Ein König richtet das Land auf durchs Recht; ein geiziger aber verderbt es.

5Wer mit seinem Nächsten heuchelt, der breitet ein Netz aus für seine Tritte.

6Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich selbst; aber ein Gerechter freut sich und hat Wonne.

7Der Gerechte erkennt die Sache der Armen; der Gottlose achtet keine Vernunft.

8Die Spötter bringen frech eine Stadt in Aufruhr; aber die Weisen stillen den Zorn.

9Wenn ein Weiser mit einem Narren zu rechten kommt, er zürne oder lache, so hat er nicht Ruhe.

10Die Blutgierigen hassen den Frommen; aber die Gerechten suchen sein Heil.

11Ein Narr schüttet seinen Geist ganz aus; aber ein Weiser hält an sich.

12Ein Herr, der zu Lügen Lust hat, des Diener sind alle gottlos.

13Arme und Reiche begegnen einander: beider Augen erleuchtet der HERR.

14Ein König, der die Armen treulich richtet, des Thron wird ewig bestehen.

15Rute und Strafe gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.

16Wo viele Gottlose sind, da sind viel Sünden; aber die Gerechten werden ihren Fall erleben.

17Züchtige deinen Sohn, so wird er dich ergötzen und wird deiner Seele sanft tun.

18Wo keine Weissagung ist, wird das Volk wild und wüst; wohl aber dem, der das Gesetz handhabt!

19Ein Knecht läßt sich mit Worten nicht züchtigen; denn ob er sie gleich versteht, nimmt er sich's doch nicht an.

20Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist am Narren mehr Hoffnung denn an ihm.

21Wenn ein Knecht von Jugend auf zärtlich gehalten wird, so will er darnach ein Junker sein.

22Ein zorniger Mann richtet Hader an, und ein Grimmiger tut viel Sünde.

23Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber der Demütige wird Ehre empfangen.

24Wer mit Dieben teilhat, den Fluch aussprechen hört, und sagt's nicht an, der haßt sein Leben.

25Vor Menschen sich scheuen bringt zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verläßt, wird beschützt.

26Viele suchen das Angesicht eines Fürsten; aber eines jeglichen Gericht kommt vom HERRN.

27Ein ungerechter Mann ist dem Gerechten ein Greuel; und wer rechtes Weges ist, der ist des Gottlosen Greuel.

Sprüche 30

1Dies sind die Worte Agurs, des Sohnes Jakes. Lehre und Rede des Mannes: Ich habe mich gemüht, o Gott; ich habe mich gemüht, o Gott, und ablassen müssen.

2Denn ich bin der allernärrischste, und Menschenverstand ist nicht bei mir;

3ich habe Weisheit nicht gelernt, daß ich den Heiligen erkennete.

4Wer fährt hinauf gen Himmel und herab? Wer faßt den Wind in seine Hände? Wer bindet die Wasser in ein Kleid? Wer hat alle Enden der Welt gestellt? Wie heißt er? Und wie heißt sein Sohn? Weißt du das?

5Alle Worte Gottes sind durchläutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen.

6Tue nichts zu seinen Worten, daß er dich nicht strafe und werdest lügenhaft erfunden.

7Zweierlei bitte ich von dir; das wollest du mir nicht weigern, ehe ich denn sterbe:

8Abgötterei und Lüge laß ferne von mir sein; Armut und Reichtum gib mir nicht, laß mich aber mein bescheiden Teil Speise dahinnehmen.

9Ich möchte sonst, wo ich zu satt würde, verleugnen und sagen: Wer ist der HERR? Oder wo ich zu arm würde, möchte ich stehlen und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen.

10Verleumde den Knecht nicht bei seinem Herrn, daß er dir nicht fluche und du die Schuld tragen müssest.

11Es ist eine Art, die ihrem Vater flucht und ihre Mutter nicht segnet;

12eine Art, die sich rein dünkt, und ist doch von ihrem Kot nicht gewaschen;

13eine Art, die ihre Augen hoch trägt und ihre Augenlider emporhält;

14eine Art, die Schwerter für Zähne hat und Messer für Backenzähne und verzehrt die Elenden im Lande und die Armen unter den Leuten.

15Blutegel hat zwei Töchter: Bring her, bring her! Drei Dinge sind nicht zu sättigen, und das vierte spricht nicht: Es ist genug:

16die Hölle, der Frauen verschlossenen Mutter, die Erde wird nicht des Wassers satt, und das Feuer spricht nicht: Es ist genug.

17Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet der Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.

18Drei sind mir zu wunderbar, und das vierte verstehe ich nicht:

19des Adlers Weg am Himmel, der Schlange Weg auf einem Felsen, des Schiffes Weg mitten im Meer und eines Mannes Weg an einer Jungfrau.

20Also ist auch der Weg der Ehebrecherin; die verschlingt und wischt ihr Maul und spricht: Ich habe kein Böses getan.

21Ein Land wird durch dreierlei unruhig, und das vierte kann es nicht ertragen:

22ein Knecht, wenn er König wird; ein Narr, wenn er zu satt ist;

23eine Verschmähte, wenn sie geehelicht wird; und eine Magd, wenn sie ihrer Frau Erbin wird.

24Vier sind klein auf Erden und klüger denn die Weisen:

25die Ameisen, ein schwaches Volk; dennoch schaffen sie im Sommer ihre Speise,

26Kaninchen, ein schwaches Volk; dennoch legt es sein Haus in den Felsen,

27Heuschrecken, haben keinen König; dennoch ziehen sie aus ganz in Haufen,

28die Spinne, wirkt mit ihren Händen und ist in der Könige Schlössern.

29Dreierlei haben einen feinen Gang, und das vierte geht wohl:

30der Löwe, mächtig unter den Tieren und kehrt nicht um vor jemand;

31ein Windhund von guten Lenden, und ein Widder, und ein König, wider den sich niemand legen darf.

32Bist du ein Narr gewesen und zu hoch gefahren und hast Böses vorgehabt, so lege die Hand aufs Maul.

33Wenn man Milch stößt, so macht man Butter daraus; und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus; und wer den Zorn reizt, zwingt Hader heraus.

Übersetzung: Lutherbibel 1912