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Bibel in einem Jahr (optional)

Fest stehen und gesandt werden · Band 3

Psalm 37–40

Tag 235 von 365 · Lutherbibel 1912

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Psalm 37 · 1/4
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Psalm 37

1Ein Psalm Davids. Erzürne dich nicht über die Bösen; sei nicht neidisch auf die Übeltäter.

2Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.

3Hoffe auf den HERRN und tue Gutes; bleibe im Lande und nähre dich redlich.

4Habe Deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünschet.

5Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen

6und wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.

7Sei stille dem HERRN und warte auf ihn; erzürne dich nicht über den, dem sein Mutwille glücklich fortgeht.

8Steh ab vom Zorn und laß den Grimm, erzürne dich nicht, daß du nicht auch übel tust.

9Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HERRN harren, werden das Land erben.

10Es ist noch um ein kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Stätte sehen wirst, wird er weg sein.

11Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben in großem Frieden.

12Der Gottlose droht dem Gerechten und beißt seine Zähne zusammen über ihn.

13Aber der Herr lacht sein; denn er sieht, daß sein Tag kommt.

14Die Gottlosen ziehen das Schwert aus und spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen und schlachten die Frommen.

15Aber ihr Schwert wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen.

16Das wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als das große Gut vieler Gottlosen.

17Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der HERR erhält die Gerechten.

18Der HERR kennt die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben.

19Sie werden nicht zu Schanden in der bösen Zeit, und in der Teuerung werden sie genug haben.

20Denn die Gottlosen werden umkommen; und die Feinde des HERRN, wenn sie gleich sind wie köstliche Aue, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht.

21Der Gottlose borgt und bezahlt nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und gibt.

22Denn seine Gesegneten erben das Land; aber seine Verfluchten werden ausgerottet.

23Von dem HERRN wird solches Mannes Gang gefördert, und er hat Lust an seinem Wege.

24Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der HERR hält ihn bei der Hand.

25Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen oder seinen Samen nach Brot gehen.

26Er ist allezeit barmherzig und leihet gerne, und sein Same wird gesegnet sein.

27Laß vom Bösen und tue Gutes und bleibe wohnen immerdar.

28Denn der HERR hat das Recht lieb und verläßt seine Heiligen nicht; ewiglich werden sie bewahrt; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet.

29Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich darin.

30Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehrt das Recht.

31Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten nicht.

32Der Gottlose lauert auf den Gerechten und gedenkt ihn zu töten.

33Aber der HERR läßt ihn nicht in seinen Händen und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt wird.

34Harre auf den HERRN und halte seinen Weg, so wird er dich erhöhen, daß du das Land erbest; du wirst es sehen, daß die Gottlosen ausgerottet werden.

35Ich habe gesehen einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus und grünte wie ein Lorbeerbaum.

36Da man vorüberging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgend gefunden.

37Bleibe fromm und halte dich recht; denn solchem wird's zuletzt wohl gehen.

38Die Übertreter aber werden vertilgt miteinander, und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet.

39Aber der HERR hilft den Gerechten; der ist ihre Stärke in der Not.

40Und der HERR wird ihnen beistehen und wird sie erretten; er wird sie von dem Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.

Psalm 38

1Ein Psalm Davids, zum Gedächtnis. HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm.

2Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drückt mich.

3Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Drohen und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde.

4Denn meine Sünden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.

5Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Torheit.

6Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig.

7Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe.

8Es ist mir gar anders denn zuvor, und ich bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens.

9Herr, vor dir ist alle meine Begierde, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.

10Mein Herz bebt, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir.

11Meine Lieben und Freunde treten zurück und scheuen meine Plage, und meine Nächsten stehen ferne.

12Und die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; und die mir übelwollen, reden, wie sie Schaden tun wollen, und gehen mit eitel Listen um.

13Ich aber muß sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut,

14und muß sein wie einer, der nicht hört und der keine Widerrede in seinem Munde hat.

15Aber ich harre, HERR, auf dich; du, Herr, mein Gott, wirst erhören.

16Denn ich denke: Daß sie sich ja nicht über mich freuen! Wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich.

17Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir.

18Denn ich zeige meine Missetat an und sorge wegen meiner Sünde.

19Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich unbillig hassen, derer ist viel.

20Und die mir Arges tun um Gutes, setzen sich wider mich, darum daß ich an dem Guten halte.

21Verlaß mich nicht, HERR! Mein Gott, sei nicht ferne von mir!

22Eile, mir beizustehen, Herr, meine Hilfe.

Psalm 39

1Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jeduthun. Ich habe mir vorgesetzt: Ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zäumen, weil ich muß den Gottlosen vor mir sehen.

2Ich bin verstummt und still und schweige der Freuden und muß mein Leid in mich fressen.

3Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich daran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge.

4Aber, HERR, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß.

5Siehe, meiner Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! (Sela.)

6Sie gehen daher wie ein Schemen und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln, und wissen nicht, wer es einnehmen wird.

7Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.

8Errette mich von aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren ein Spott werden.

9Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn du hast's getan.

10Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand.

11Wenn du einen züchtigst um der Sünde willen, so wird seine Schöne verzehrt wie von Motten. Ach wie gar nichts sind doch alle Menschen! (Sela.)

12Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien und schweige nicht über meine Tränen; denn ich bin dein Pilger und dein Bürger wie alle meine Väter.

13Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe ich den hinfahre und nicht mehr hier sei.

Psalm 40

1Ein Psalm Davids, vorzusingen. Ich harrte des HERRN; und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien

2und zog mich aus der grausamen Grube und aus dem Schlamm und stellte meine Füße auf einen Fels, daß ich gewiß treten kann;

3und hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und den HERRN fürchten und auf ihn hoffen.

4Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und zu denen, die mit Lügen umgehen!

5HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie verkündigen und davon sagen; aber sie sind nicht zu zählen.

6Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.

7Da ich sprach: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben.

8Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen.

9Ich will predigen die Gerechtigkeit in der großen Gemeinde; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, HERR, das weißt du.

10Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich; ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde.

11Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; laß deine Güte und Treue allewege mich behüten.

12Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es haben mich meine Sünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann; ihrer ist mehr denn der Haare auf meinem Haupt, und mein Herz hat mich verlassen.

13Laß dir's gefallen, HERR, daß du mich errettest; eile, HERR, mir zu helfen!

14Schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, daß sie die umbringen; zurück müssen sie fallen und zu Schanden werden, die mir Übles gönnen.

15Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: “Da, da!”

16Es müssen dein sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: “Der HERR sei hoch gelobt!”

17Denn ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht!

Übersetzung: Lutherbibel 1912