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Bibel in einem Jahr (optional)

Fest stehen und gesandt werden · Band 3

Sprüche 20–22

Tag 278 von 365 · Lutherbibel 1912

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Sprüche 20 · 1/3
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Sprüche 20

1Der Wein macht lose Leute, und starkes Getränk macht wild; wer dazu Lust hat, wird nimmer weise.

2Das Schrecken des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; wer ihn erzürnt, der sündigt wider sein Leben.

3Es ist dem Mann eine Ehre, vom Hader bleiben; aber die gern Hadern, sind allzumal Narren.

4Um der Kälte willen will der Faule nicht pflügen; so muß er in der Ernte betteln und nichts kriegen.

5Der Rat im Herzen eines Mannes ist wie tiefe Wasser; aber ein Verständiger kann's merken, was er meint.

6Viele Menschen werden fromm gerühmt; aber wer will finden einen, der rechtschaffen fromm sei?

7Ein Gerechter, der in seiner Frömmigkeit wandelt, des Kindern wird's wohl gehen nach ihm.

8Ein König, der auf seinem Stuhl sitzt, zu richten, zerstreut alles Arge mit seinen Augen.

9Wer kann sagen: Ich bin rein in meinem Herzen und lauter von meiner Sünde?

10Mancherlei Gewicht und Maß ist beides Greuel dem HERRN.

11Auch einen Knaben kennt man an seinem Wesen, ob er fromm und redlich werden will.

12Ein hörend Ohr und sehend Auge, die macht beide der HERR.

13Liebe den Schlaf nicht, daß du nicht arm werdest; laß deine Augen wacker sein, so wirst du Brot genug haben.

14“Böse, böse!” spricht man, wenn man's hat; aber wenn's weg ist, so rühmt man es dann.

15Es gibt Gold und viele Perlen; aber ein vernünftiger Mund ist ein edles Kleinod.

16Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um des Fremden willen.

17Das gestohlene Brot schmeckt dem Manne wohl; aber hernach wird ihm der Mund voll Kieselsteine werden.

18Anschläge bestehen, wenn man sie mit Rat führt; und Krieg soll man mit Vernunft führen.

19Sei unverworren mit dem, der Heimlichkeit offenbart, und mit dem Verleumder und mit dem falschen Maul.

20Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, des Leuchte wird verlöschen mitten in der Finsternis.

21Das Erbe, darnach man zuerst sehr eilt wird zuletzt nicht gesegnet sein.

22Sprich nicht: Ich will Böses vergelten! Harre des HERRN, der wird dir helfen.

23Mancherlei Gewicht ist ein Greuel dem HERRN, und eine falsche Waage ist nicht gut.

24Jedermanns Gänge kommen vom HERRN. Welcher Mensch versteht seinen Weg?

25Es ist dem Menschen ein Strick, sich mit Heiligem übereilen und erst nach den Geloben überlegen.

26Ein weiser König zerstreut die Gottlosen und bringt das Rad über sie.

27Eine Leuchte des HERRN ist des Menschen Geist; die geht durch alle Kammern des Leibes.

28Fromm und wahrhaftig sein behütet den König, und sein Thron besteht durch Frömmigkeit.

29Der Jünglinge Stärke ist ihr Preis; und graues Haar ist der Alten Schmuck.

30Man muß dem Bösen wehren mit harter Strafe und mit ernsten Schlägen, die man fühlt.

Sprüche 21

1Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche, und er neigt es wohin er will.

2Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der HERR wägt die Herzen.

3Wohl und recht tun ist dem HERRN lieber denn Opfer.

4Hoffärtige Augen und stolzer Mut, die Leuchte der Gottlosen, ist Sünde.

5Die Anschläge eines Emsigen bringen Überfluß; wer aber allzu rasch ist, dem wird's mangeln.

6Wer Schätze sammelt mit Lügen, der wird fehlgehen und ist unter denen, die den Tod suchen.

7Der Gottlosen Rauben wird sie erschrecken; denn sie wollten nicht tun, was recht war.

8Wer mit Schuld beladen ist, geht krumme Wege; wer aber rein ist, des Werk ist recht.

9Es ist besser wohnen im Winkel auf dem Dach, denn bei einem zänkischen Weibe in einem Haus beisammen.

10Die Seele des Gottlosen wünscht Arges und gönnt seinem Nächsten nichts.

11Wenn der Spötter gestraft wird, so werden die Unvernünftigen Weise; und wenn man einen Weisen unterrichtet, so wird er vernünftig.

12Der Gerechte hält sich weislich gegen des Gottlosen Haus; aber die Gottlosen denken nur Schaden zu tun.

13Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird auch rufen, und nicht erhört werden.

14Eine heimliche Gabe stillt den Zorn, und ein Geschenk im Schoß den heftigen Grimm.

15Es ist dem Gerechten eine Freude, zu tun, was recht ist, aber eine Furcht den Übeltätern.

16Ein Mensch, der vom Wege der Klugheit irrt, wird bleiben in der Toten Gemeinde.

17Wer gern in Freuden lebt, dem wird's mangeln; und wer Wein und Öl liebt, wird nicht reich.

18Der Gottlose muß für den Gerechten gegeben werden und der Verächter für die Frommen.

19Es ist besser, wohnen im wüsten Lande denn bei einem zänkischen und zornigen Weibe.

20Im Hause des Weisen ist ein lieblicher Schatz und Öl; aber ein Narr verschlemmt es.

21Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre.

22Ein Weiser gewinnt die Stadt der Starken und stürzt ihre Macht, darauf sie sich verläßt.

23Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, der bewahrt seine Seele vor Angst.

24Der stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter, der im Zorn Stolz beweist.

25Der Faule stirbt über seinem Wünschen; denn seine Hände wollen nichts tun.

26Er wünscht den ganzen Tag; aber der Gerechte gibt, und versagt nicht.

27Der Gottlosen Opfer ist ein Greuel; denn es wird in Sünden geopfert.

28Ein lügenhafter Zeuge wird umkommen; aber wer sich sagen läßt, den läßt man auch allezeit wiederum reden.

29Der Gottlose fährt mit dem Kopf hindurch; aber wer fromm ist, des Weg wird bestehen.

30Es hilft keine Weisheit, kein Verstand, kein Rat wider den HERRN.

31Rosse werden zum Streittage bereitet; aber der Sieg kommt vom HERRN.

Sprüche 22

1Ein guter Ruf ist köstlicher denn großer Reichtum, und Gunst besser denn Silber und Gold.

2Reiche und Arme müssen untereinander sein; der HERR hat sie alle gemacht.

3Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Unverständigen gehen hindurch und werden beschädigt.

4Wo man leidet in des HERRN Furcht, da ist Reichtum, Ehre und Leben.

5Stachel und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.

6Wie man einen Knaben gewöhnt, so läßt er nicht davon, wenn er alt wird.

7Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Leihers Knecht.

8Wer Unrecht sät, der wird Mühsal ernten und wird durch die Rute seiner Bosheit umkommen.

9Ein gütiges Auge wird gesegnet; denn er gibt von seinem Brot den Armen.

10Treibe den Spötter aus, so geht der Zank weg, so hört auf Hader und Schmähung.

11Wer ein treues Herz und liebliche Rede hat, des Freund ist der König.

12Die Augen des HERRN behüten guten Rat; aber die Worte des Verächters verkehrt er.

13Der Faule spricht: Es ist ein Löwe draußen, ich möchte erwürgt werden auf der Gasse.

14Der Huren Mund ist eine Tiefe Grube; wem der HERR ungnädig ist, der fällt hinein.

15Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht wird sie fern von ihm treiben.

16Wer dem Armen Unrecht tut, daß seines Guts viel werde, der wird auch einem Reichen geben, und Mangel haben.

17Neige deine Ohren und höre die Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre.

18Denn es wird dir sanft tun, wo du sie wirst im Sinne behalten und sie werden miteinander durch deinen Mund wohl geraten.

19Daß deine Hoffnung sei auf den HERRN, erinnere ich dich an solches heute dir zugut.

20Habe ich dir's nicht mannigfaltig vorgeschrieben mit Rat und Lehren,

21daß ich dir zeigte einen gewissen Grund der Wahrheit, daß du recht antworten könntest denen, die dich senden?

22Beraube den Armen nicht, ob er wohl arm ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor.

23Denn der HERR wird ihre Sache führen und wird ihre Untertreter untertreten.

24Geselle dich nicht zum Zornigen und halte dich nicht zu einem grimmigen Mann;

25du möchtest seinen Weg lernen und an deiner Seele Schaden nehmen.

26Sei nicht bei denen, die ihre Hand verhaften und für Schuld Bürge werden;

27denn wo du es nicht hast, zu bezahlen, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.

28Verrücke nicht die vorigen Grenzen, die deine Väter gemacht haben.

29Siehst du einen Mann behend in seinem Geschäft, der wird vor den Königen stehen und wird nicht stehen vor den Unedlen.

Übersetzung: Lutherbibel 1912