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Bibel in einem Jahr (optional)

Fest stehen und gesandt werden · Band 3

Sprüche 23–25

Tag 279 von 365 · Lutherbibel 1912

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Sprüche 23 · 1/3
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Sprüche 23

1Wenn du sitzest und issest mit einem Herrn, so merke, wen du vor dir hast,

2und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist.

3Wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist falsches Brot.

4Bemühe dich nicht reich zu werden und laß ab von deinen Fündlein.

5Laß dein Augen nicht fliegen nach dem, was du nicht haben kannst; denn dasselbe macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.

6Iß nicht Brot bei einem Neidischen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts.

7Denn wie ein Gespenst ist er inwendig; er spricht: Iß und trink! und sein Herz ist doch nicht mit dir.

8Deine Bissen die du gegessen hattest, mußt du ausspeien, und mußt deine freundlichen Worte verloren haben.

9Rede nicht vor des Narren Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.

10Verrücke nicht die vorigen Grenzen und gehe nicht auf der Waisen Acker.

11Denn ihr Erlöser ist mächtig; der wird ihre Sache wider dich ausführen.

12Gib dein Herz zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.

13Laß nicht ab den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute haust, so wird man ihn nicht töten.

14Du haust ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele vom Tode.

15Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz;

16und meine Nieren sind froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.

17Dein Herz folge nicht den Sündern, sondern sei täglich in der Furcht des HERRN.

18Denn es wird dir hernach gut sein, und dein Warten wird nicht trügen.

19Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz in den Weg.

20Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern;

21denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muß zerrissene Kleider tragen.

22Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

23Kaufe Wahrheit, und verkaufe sie nicht, Weisheit, Zucht und Verstand.

24Der Vater eines Gerechten freut sich; und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich darüber.

25Laß sich deinen Vater und deine Mutter freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.

26Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und laß deinen Augen meine Wege wohl gefallen.

27Denn eine Hure ist eine tiefe Grube, und eine Ehebrecherin ist ein enger Brunnen.

28Auch lauert sie wie ein Räuber, und die Frechen unter den Menschen sammelt sie zu sich.

29Wo ist Weh? wo ist Leid? wo ist Zank? wo ist Klagen? wo sind Wunden ohne Ursache? wo sind trübe Augen?

30Wo man beim Wein liegt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist.

31Siehe den Wein nicht an, daß er so rot ist und im Glase so schön steht. Er geht glatt ein;

32aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter.

33So werden deine Augen nach andern Weibern sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden,

34und wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben auf dem Mastbaum.

35“Sie schlagen mich, aber es tut mir nicht weh; sie klopfen mich, aber ich fühle es nicht. Wann will ich aufwachen, daß ich's mehr treibe?”

Sprüche 24

1Folge nicht bösen Leuten und wünsche nicht, bei ihnen zu sein;

2denn ihr Herz trachte nach Schaden, und ihre Lippen raten zu Unglück.

3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten.

4Durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll aller köstlichen, lieblichen Reichtümer.

5Ein weiser Mann ist stark, und ein vernünftiger Mann ist mächtig von Kräften.

6Denn mit Rat muß man Krieg führen; und wo viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.

7Weisheit ist dem Narren zu hoch; er darf seinen Mund im Tor nicht auftun.

8Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den heißt man billig einen Erzbösewicht.

9Des Narren Tücke ist Sünde, und der Spötter ist ein Greuel vor den Leuten.

10Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.

11Errette die, so man töten will; und entzieh dich nicht von denen, die man würgen will.

12Sprichst du: “Siehe, wir verstehen's nicht!” meinst du nicht, der die Herzen wägt, merkt es, und der auf deine Seele achthat, kennt es und vergilt dem Menschen nach seinem Werk?

13Iß, mein Sohn, Honig, denn er ist gut, und Honigseim ist süß in deinem Halse.

14Also lerne die Weisheit für deine Seele. Wo du sie findest, so wird's hernach wohl gehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.

15Laure nicht als Gottloser auf das Haus des Gerechten; verstöre seine Ruhe nicht.

16Denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf; aber die Gottlosen versinken im Unglück.

17Freue dich des Falles deines Feindes nicht, und dein Herz sei nicht froh über seinem Unglück;

18der HERR möchte es sehen, und es möchte ihm übel gefallen und er seine Zorn von ihm wenden.

19Erzürne dich nicht über die Bösen und eifere nicht über die Gottlosen.

20Denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen.

21Mein Kind, fürchte den HERRN und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer.

22Denn ihr Verderben wird plötzlich entstehen; und wer weiß, wann beider Unglück kommt?

23Dies sind auch Worte von Weisen. Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut.

24Wer zum Gottlosen spricht: “Du bist fromm”, dem fluchen die Leute, und das Volk haßt ihn.

25Welche aber strafen, die gefallen wohl, und kommt ein reicher Segen auf sie.

26Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuß.

27Richte draußen dein Geschäft aus und bearbeite deinen Acker; darnach baue dein Haus.

28Sei nicht Zeuge ohne Ursache wider deinen Nächsten und betrüge nicht mit deinem Munde.

29Sprich nicht: “Wie man mir tut, so will ich wieder tun und einem jeglichen sein Werk vergelten.”

30Ich ging am Acker des Faulen vorüber und am Weinberg des Narren;

31und siehe, da waren eitel Nesseln darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen.

32Da ich das sah, nahm ich's zu Herzen und schaute und lernte daran.

33Du willst ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig deine Hände zusammentun, daß du ruhest:

34aber es wird dir deine Armut kommen wie ein Wanderer und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.

Sprüche 25

1Dies sind auch Sprüche Salomos, die hinzugesetzt haben die Männer Hiskias, des Königs in Juda.

2Es ist Gottes Ehre, eine Sache verbergen; aber der Könige Ehre ist's, eine Sache zu erforschen.

3Der Himmel ist hoch und die Erde tief; aber der Könige Herz ist unerforschlich.

4Man tue den Schaum vom Silber, so wird ein reines Gefäß daraus.

5Man tue den Gottlosen hinweg vor dem König, so wird sein Thron mit Gerechtigkeit befestigt.

6Prange nicht vor dem König und tritt nicht an den Ort der Großen.

7Denn es ist dir besser, daß man zu dir sage: Tritt hier herauf! als daß du vor dem Fürsten erniedrigt wirst, daß es deine Augen sehen müssen.

8Fahre nicht bald heraus, zu zanken; denn was willst du hernach machen, wenn dich dein Nächster beschämt hat?

9Führe deine Sache mit deinem Nächsten, und offenbare nicht eines andern Heimlichkeit,

10auf daß nicht übel von dir spreche, der es hört, und dein böses Gerücht nimmer ablasse.

11Ein Wort geredet zu seiner Zeit, ist wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen.

12Wer einem Weisen gehorcht, der ihn straft, das ist wie ein goldenes Stirnband und goldenes Halsband.

13Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein treuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und labt seines Herrn Seele.

14Wer viel verspricht und hält nicht, der ist wie Wolken und Wind ohne Regen.

15Durch Geduld wird ein Fürst versöhnt, und eine linde Zunge bricht die Härtigkeit.

16Findest du Honig, so iß davon, so viel dir genug ist, daß du nicht zu satt wirst und speiest ihn aus.

17Entzieh deinen Fuß vom Hause deines Nächsten; er möchte dein überdrüssig und dir gram werden.

18Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist ein Spieß, Schwert und scharfer Pfeil.

19Die Hoffnung auf einen Treulosen zur Zeit der Not ist wie ein fauler Zahn und gleitender Fuß.

20Wer einem betrübten Herzen Lieder singt, das ist, wie wenn einer das Kleid ablegt am kalten Tage, und wie Essig auf der Kreide.

21Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser.

22Denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir's vergelten.

23Der Nordwind bringt Ungewitter, und die heimliche Zunge macht saures Angesicht.

24Es ist besser, im Winkel auf dem Dach sitzen denn bei einem zänkischen Weibe in einem Haus beisammen.

25Eine gute Botschaft aus fernen Landen ist wie kalt Wasser einer durstigen Seele.

26Ein Gerechter, der vor einem Gottlosen fällt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle.

27Wer zuviel Honig ißt, das ist nicht gut; und wer schwere Dinge erforscht, dem wird's zu schwer.

28Ein Mann, der seinen Geist nicht halten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.

Übersetzung: Lutherbibel 1912