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Gott kennenlernen · Band 1
Psalm 37; Psalm 71; Psalm 94; Psalm 119:1–88
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Psalm 37
1Ein Psalm Davids. Erzürne dich nicht über die Bösen; sei nicht neidisch auf die Übeltäter.
2Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.
3Hoffe auf den HERRN und tue Gutes; bleibe im Lande und nähre dich redlich.
4Habe Deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünschet.
5Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen
6und wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.
7Sei stille dem HERRN und warte auf ihn; erzürne dich nicht über den, dem sein Mutwille glücklich fortgeht.
8Steh ab vom Zorn und laß den Grimm, erzürne dich nicht, daß du nicht auch übel tust.
9Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HERRN harren, werden das Land erben.
10Es ist noch um ein kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Stätte sehen wirst, wird er weg sein.
11Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben in großem Frieden.
12Der Gottlose droht dem Gerechten und beißt seine Zähne zusammen über ihn.
13Aber der Herr lacht sein; denn er sieht, daß sein Tag kommt.
14Die Gottlosen ziehen das Schwert aus und spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen und schlachten die Frommen.
15Aber ihr Schwert wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen.
16Das wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als das große Gut vieler Gottlosen.
17Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der HERR erhält die Gerechten.
18Der HERR kennt die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben.
19Sie werden nicht zu Schanden in der bösen Zeit, und in der Teuerung werden sie genug haben.
20Denn die Gottlosen werden umkommen; und die Feinde des HERRN, wenn sie gleich sind wie köstliche Aue, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht.
21Der Gottlose borgt und bezahlt nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und gibt.
22Denn seine Gesegneten erben das Land; aber seine Verfluchten werden ausgerottet.
23Von dem HERRN wird solches Mannes Gang gefördert, und er hat Lust an seinem Wege.
24Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der HERR hält ihn bei der Hand.
25Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen oder seinen Samen nach Brot gehen.
26Er ist allezeit barmherzig und leihet gerne, und sein Same wird gesegnet sein.
27Laß vom Bösen und tue Gutes und bleibe wohnen immerdar.
28Denn der HERR hat das Recht lieb und verläßt seine Heiligen nicht; ewiglich werden sie bewahrt; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet.
29Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich darin.
30Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehrt das Recht.
31Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten nicht.
32Der Gottlose lauert auf den Gerechten und gedenkt ihn zu töten.
33Aber der HERR läßt ihn nicht in seinen Händen und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt wird.
34Harre auf den HERRN und halte seinen Weg, so wird er dich erhöhen, daß du das Land erbest; du wirst es sehen, daß die Gottlosen ausgerottet werden.
35Ich habe gesehen einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus und grünte wie ein Lorbeerbaum.
36Da man vorüberging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgend gefunden.
37Bleibe fromm und halte dich recht; denn solchem wird's zuletzt wohl gehen.
38Die Übertreter aber werden vertilgt miteinander, und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet.
39Aber der HERR hilft den Gerechten; der ist ihre Stärke in der Not.
40Und der HERR wird ihnen beistehen und wird sie erretten; er wird sie von dem Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.
Psalm 71
1HERR, ich traue auf dich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden.
2Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir aus; neige deine Ohren zu mir und hilf mir!
3Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen möge, der du zugesagt hast mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.
4Mein Gott, hilf mir aus der Hand der Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.
5Denn du bist meine Zuversicht, Herr HERR, meine Hoffnung von meiner Jugend an.
6Auf dich habe ich mich verlassen von Mutterleibe an; du hast mich aus meiner Mutter Leib gezogen. Mein Ruhm ist immer von dir.
7Ich bin vor vielen wie ein Wunder; aber du bist meine starke Zuversicht.
8Laß meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.
9Verwirf mich nicht in meinem Alter; verlaß mich nicht, wenn ich schwach werde.
10Denn meine Feinde reden wider mich, und die auf meine Seele lauern, beraten sich miteinander
11und sprechen: “Gott hat ihn verlassen; jaget nach und ergreifet ihn, denn da ist kein Erretter.”
12Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen!
13Schämen müssen sich und umkommen, die meiner Seele zuwider sind; mit Schande und Hohn müssen sie überschüttet werden, die mein Unglück suchen.
14Ich aber will immer harren und will immer deines Ruhmes mehr machen.
15Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht alle zählen kann.
16Ich gehe einher in der Kraft des Herrn HERRN; ich preise deine Gerechtigkeit allein.
17Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und bis hierher verkündige ich deine Wunder.
18Auch verlaß mich nicht, Gott, im Alter, wenn ich grau werde, bis ich deinen Arm verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.
19Gott, deine Gerechtigkeit ist hoch, der du große Dinge tust. Gott, wer ist dir gleich?
20Denn du lässest mich erfahren viele und große Angst und machst mich wieder lebendig und holst mich wieder aus der Tiefe der Erde herauf.
21Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.
22So danke ich auch dir mit Psalterspiel für deine Treue, mein Gott; ich lobsinge dir auf der Harfe, du Heiliger in Israel.
23Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sind fröhlich und lobsingen dir.
24Auch dichtet meine Zunge täglich von deiner Gerechtigkeit; denn schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mein Unglück suchen.
Psalm 94
1HERR, Gott, des die Rache ist, Gott, des die Rache ist, erscheine!
2Erhebe dich, du Richter der Welt; vergilt den Hoffärtigen, was sie verdienen!
3HERR, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen prahlen
4und so trotzig reden, und alle Übeltäter sich so rühmen?
5HERR, sie zerschlagen dein Volk und plagen dein Erbe;
6Witwen und Fremdlinge erwürgen sie und töten die Waisen
7und sagen: “Der HERR sieht's nicht, und der Gott Jakobs achtet's nicht.”
8Merket doch, ihr Narren unter dem Volk! Und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden?
9Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen?
10Der die Heiden züchtigt, sollte der nicht strafen, -der die Menschen lehrt, was sie wissen?
11Aber der HERR weiß die Gedanken der Menschen, daß sie eitel sind.
12Wohl dem, den du, HERR, züchtigst und lehrst ihn durch dein Gesetz,
13daß er Geduld habe, wenn's übel geht, bis dem Gottlosen die Grube bereitet werde!
14Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen.
15Denn Recht muß doch Recht bleiben, und dem werden alle frommen Herzen zufallen.
16Wer steht bei mir wider die Boshaften? Wer tritt zu mir wider die Übeltäter?
17Wo der HERR nicht hülfe, so läge meine Seele schier in der Stille.
18Ich sprach: Mein Fuß hat gestrauchelt; aber deine Gnade, HERR, hielt mich.
19Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen; aber deine Tröstungen ergötzten meine Seele.
20Du wirst ja nimmer eins mit dem schädlichen Stuhl, der das Gesetz übel deutet.
21Sie rüsten sich gegen die Seele des Gerechten und verdammen unschuldig Blut.
22Aber der HERR ist mein Schutz; mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht.
23Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten und wird sie um ihre Bosheit vertilgen; der HERR, unser Gott, wird sie vertilgen.
Psalm 119
1Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HERRN wandeln!
2Wohl denen, die seine Zeugnisse halten, die ihn von ganzem Herzen suchen!
3Denn welche auf seinen Wegen wandeln, die tun kein Übel.
4Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle.
5Oh daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte!
6Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zu Schanden.
7Ich danke dir von Herzen, daß du mich lehrst die Rechte deiner Gerechtigkeit.
8Deine Rechte will ich halten; verlaß mich nimmermehr.
9Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinen Worten.
10Ich suche dich von ganzem Herzen; laß mich nicht abirren von deinen Geboten.
11Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, auf daß ich nicht wieder dich sündige.
12Gelobt seist du, HERR! Lehre mich deine Rechte!
13Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Rechte deines Mundes.
14Ich freue mich des Weges deiner Zeugnisse wie über allerlei Reichtum.
15Ich rede von dem, was du befohlen hast, und schaue auf deine Wege.
16Ich habe Lust zu deinen Rechten und vergesse deiner Worte nicht.
17Tue wohl deinem Knecht, daß ich lebe und dein Wort halte.
18Öffne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.
19Ich bin ein Gast auf Erden; verbirg deine Gebote nicht vor mir.
20Meine Seele ist zermalmt vor Verlangen nach deinen Rechten allezeit.
21Du schiltst die Stolzen; verflucht sind, die von deinen Geboten abirren.
22Wende von mir Schmach und Verachtung; denn ich halte deine Zeugnisse.
23Es sitzen auch die Fürsten und reden wider mich; aber dein Knecht redet von deinen Rechten.
24Ich habe Lust zu deinen Zeugnissen; die sind meine Ratsleute.
25Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Wort.
26Ich erzähle meine Wege, und du erhörst mich; lehre mich deine Rechte.
27Unterweise mich den Weg deiner Befehle, so will ich reden von deinen Wundern.
28Ich gräme mich, daß mir das Herz verschmachtet; stärke mich nach deinem Wort.
29Wende von mir den falschen Weg und gönne mir dein Gesetz.
30Ich habe den Weg der Wahrheit erwählt; deine Rechte habe ich vor mich gestellt.
31Ich hange an deinen Zeugnissen; HERR, laß mich nicht zu Schanden werden!
32Wenn du mein Herz tröstest, so laufe ich den Weg deiner Gebote.
33Zeige mir, HERR, den Weg deiner Rechte, daß ich sie bewahre bis ans Ende.
34Unterweise mich, daß ich bewahre dein Gesetz und halte es von ganzem Herzen.
35Führe mich auf dem Steige deiner Gebote; denn ich habe Lust dazu.
36Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen, und nicht zum Geiz.
37Wende meine Augen ab, daß sie nicht sehen nach unnützer Lehre; sondern erquicke mich auf deinem Wege.
38Laß deinen Knecht dein Gebot fest für dein Wort halten, daß ich mich nicht fürchte.
39Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn deine Rechte sind lieblich.
40Siehe, ich begehre deiner Befehle; erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit.
41HERR, laß mir deine Gnade widerfahren, deine Hilfe nach deinem Wort,
42daß ich antworten möge meinem Lästerer; denn ich verlasse mich auf dein Wort.
43Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Rechte.
44Ich will dein Gesetz halten allewege, immer und ewiglich.
45Und ich wandle fröhlich; denn ich suche deine Befehle.
46Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht
47und habe Lust an deinen Geboten, und sie sind mir lieb,
48und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen Rechten.
49Gedenke deinem Knechte an dein Wort, auf welches du mich lässest hoffen.
50Das ist mein Trost in meinem Elend; denn dein Wort erquickt mich.
51Die Stolzen haben ihren Spott an mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz.
52HERR, wenn ich gedenke, wie du von der Welt her gerichtet hast, so werde ich getröstet.
53Ich bin entbrannt über die Gottlosen, die dein Gesetz verlassen.
54Deine Rechte sind mein Lied in dem Hause meiner Wallfahrt.
55HERR, ich gedenke des Nachts an deinen Namen und halte dein Gesetz.
56Das ist mein Schatz, daß ich deine Befehle halte.
57Ich habe gesagt: “HERR, das soll mein Erbe sein, daß ich deine Worte halte.”
58Ich flehe vor deinem Angesicht von ganzem Herzen; sei mir gnädig nach deinem Wort.
59Ich betrachte meine Wege und kehre meine Füße zu deinen Zeugnissen.
60Ich eile und säume mich nicht, zu halten deine Gebote.
61Der Gottlosen Rotte beraubt mich; aber ich vergesse deines Gesetzes nicht.
62Zur Mitternacht stehe ich auf, dir zu danken für die Rechte deiner Gerechtigkeit.
63Ich halte mich zu denen, die dich fürchten und deine Befehle halten.
64HERR, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Rechte.
65Du tust Gutes deinem Knechte, HERR, nach deinem Wort.
66Lehre mich heilsame Sitten und Erkenntnis; den ich glaube deinen Geboten.
67Ehe ich gedemütigt ward, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort.
68Du bist gütig und freundlich; lehre mich deine Rechte.
69Die Stolzen erdichten Lügen über mich; ich aber halte von ganzem Herzen deine Befehle.
70Ihr Herz ist dick wie Schmer; ich aber habe Lust an deinem Gesetz.
71Es ist mir lieb, daß du mich gedemütigt hast, daß ich deine Rechte lerne.
72Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber denn viel tausend Stück Gold und Silber.
73Deine Hand hat mich gemacht und bereitet; unterweise mich, daß ich deine Gebote lerne.
74Die dich fürchten, sehen mich und freuen sich; denn ich hoffe auf dein Wort.
75HERR, ich weiß, daß deine Gerichte recht sind; du hast mich treulich gedemütigt.
76Deine Gnade müsse mein Trost sein, wie du deinem Knecht zugesagt hast.
77Laß mir deine Barmherzigkeit widerfahren, daß ich lebe; denn ich habe Lust zu deinem Gesetz.
78Ach daß die Stolzen müßten zu Schanden werden, die mich mit Lügen niederdrücken! ich aber rede von deinen Befehlen.
79Ach daß sich müßten zu mir halten, die dich fürchten und deine Zeugnisse kennen!
80Mein Herz bleibe rechtschaffen in deinen Rechten, daß ich nicht zu Schanden werde.
81Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.
82Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich?
83Denn ich bin wie ein Schlauch im Rauch; deiner Rechte vergesse ich nicht.
84Wie lange soll dein Knecht warten? Wann willst du Gericht halten über meine Verfolger?
85Die Stolzen graben ihre Gruben, sie, die nicht sind nach deinem Gesetz.
86Deine Gebote sind eitel Wahrheit. Sie verfolgen mich mit Lügen; hilf mir.
87Sie haben mich schier umgebracht auf Erden; ich aber lasse deine Befehle nicht.
88Erquicke mich durch deine Gnade, daß ich halte die Zeugnisse deines Mundes.
Übersetzung: Lutherbibel 1912